Bürgermeister Wirnshofer nahm sich der Thematik zuletzt persönlich an

Bei Erlstätt geplanter Mobilfunkmast sorgt unter den Bürgern weiter für Verunsicherung

Rund 500 Meter südlich von Erlstätt soll auf einem Privatgrundstück ein 30,15 Meter hoher Mobilfunkmast aus Stahlgitter gebaut werden.
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Rund 500 Meter südlich von Erlstätt soll auf einem Privatgrundstück ein 30,15 Meter hoher Mobilfunkmast aus Stahlgitter gebaut werden. Vor dem kleineren landwirtschaftlichen Holzschuppen ist die Fundamentplatte vorgesehen. Im Hintergrund ist das Gewerbegebiet Erlstätt erkennbar (westlicher Ortsteil). Der dortige Gemeindekindergarten „Mäusebande“ liegt in 400 Metern Entfernung, die nächste Wohnbebauung ist sogar noch etwas weiter entfernt. In der Bürgerschaft besteht trotzdem die Sorge hinsichtlich einer späteren Aufrüstung auf den hochfrequentierten und strahlungsintensiven Mobilfunkstandard 5G, der sehr umstrittenen ist. Deshalb hat sich auch die Bürgerinitiative „5G freies Erlstätt“ gegründet.

Im vergangenen Oktober hat der Gemeinderat den Antrag für eine gesundheitsverträgliche Digitalisierung und ein digitales Vorsorgekonzept ohne „5G“ der Bürgerinitiative „5G freies Erlstätt“ für zulässig erklärt.

Grabenstätt - Zudem brachten die Räte deutlich zum Ausdruck, dass man dem hochfrequentierten und strahlungsintensiven Mobilfunkstandard 5G ebenfalls äußerst kritisch gegenüber stehe. Dennoch gab das Gremium damals mit den Gegenstimmen von Josephine Brunnhuber (Freie Wähler), Johannes Wimmer (Freie Wähler) und Christian Fellner (Bürgergruppe) grünes Licht für den Bauantrag der Deutschen Funkturm GmbH zur Errichtung eines 30,15 Meter hohen Stahlgitter-Mobikfunkmasts rund 400 Meter südlich von Erlstätt – verbunden mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass die neue 5G-Technologie dort nur im Niedrigfrequenzbereich betrieben wird. Eine spätere Aufrüstung auf den hochfrequenten 5G-Modus lehne man ab.

„Dies ist aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch mehr als unwahrscheinlich“, so Bürgermeister Gerhard Wirnshofer jüngst bei einem Pressetermin. Auch er will in Erlstätt ausdrücklich kein hochfrequentes 5G und versichert, dass die Gemeinde dafür keine Infrastruktur und Gebäude zur Verfügung stellen würde. Sogleich stellt er aber klar, dass der Ortsteil Erlstätt auch in Zukunft für alle Generationen liebens- und lebenswert sein müsse. „Das gelingt uns aber nur, wenn wir es endlich schaffen, den weißen Mobilfunkfleck zu beseitigen“, der Privatpersonen und Geschäftsleute gleichermaßen ärgere und im Alltag einschränke, so Wirnshofer mit Verweis auf die Bedeutung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien.

Das habe auch mit Lebensqualität zu tun und sei ein wichtiger Standortfaktor. Unabhängig davon verstehe er aber auch die Ängste und Sorgen der Bürgerinitiative bezüglich möglicher gesundheitlichen Folgen der 5G-Technik, da es hierzu nach wie vor viel zu wenige wissenschaftliche Erkenntnisse gebe. „Auch deshalb habe ich mich der Thematik vor einigen Monaten persönlich angenommen und der Deutschen Funkturm GmbH im vergangenen November für den geplanten Mobilfunkmast vier aus meiner Sicht sehr gute Alternativstandorte westlich von Erlstätt vorgeschlagen, doch leider sind diese im Dezember aus technischen Gründen alle abgelehnt worden“, bedauert der Rathauschef.

Der südlich von Erlstätt von der Deutschen Funkturm GmbH anvisierte Standort sei seiner Meinung nach aber auch nicht bedenklich, da der geforderte 200-Meter-Abstand zur nächstliegenden Wohnbebauung und die geforderten 300 Meter zum Kindergarten mehr als eingehalten würden. „Wir hätten sogar einen sehr vernünftigen Abstand von über 400 Metern“, so Wirnshofer. Dass der Mast das Landschaftsbild beeinträchtigen werde, sei allerdings nicht von der Hand zu weisen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stand die Mobilfunkmast-Thematik im Rahmen der Nachbehandlung der schriftlichen Bürgerversammlungseingabe der Bürgerinitiative „5G freies Erlstätt“ (da die Bürgerversammlungen coronabedingt ausfielen, gibt es eine Broschüre) erneut auf der Tagesordnung.

mmü

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