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Entwurf abgesegnet

Gemeinde Grabenstätt investiert 4,5 Millionen Euro in denkmalgeschütztes Erlstätter Schulhaus

Das unter Denkmalschutz stehende alte Erlstätter Schulhaus an der Kreisstraße TS 3 soll im Rahmen der Städtebauförderung saniert werden. Der aus den 50er-Jahren stammende Anbau (rechts) wird abgerissen.
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Das unter Denkmalschutz stehende alte Erlstätter Schulhaus an der Kreisstraße TS 3 soll im Rahmen der Städtebauförderung saniert werden. Der aus den 50er-Jahren stammende Anbau (rechts) wird abgerissen.

Einstimmig sprach sich der Grabenstätter Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung für die Entwürfe zur Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Erlstätter Schulhaus aus. Das Gebäude wurde im Jahr 1910 erbaut und steht derzeit leer. Diplom-Ingenieur Günter Abel stellte dem Gremium die Planung vor.

Grabenstätt – „Die Baugenehmigung visieren wir für Anfang 2022 an“, erklärte Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (BG/FW) dem Gemeinderat. Der Abriss des Anbaus aus den 1950er Jahren, in dem sich der Pfarrsaal befindet, stelle den ersten Schritt dar, da dieser nicht dem Denkmalschutz unterliege. Bis zum endgültigen Rückbau soll der Pfarrsaal noch genutzt werden. Die alte Feuerwehrhalle im Westen werde man noch nicht wegreißen, weil diese während der Bauarbeiten als Lager dienen könne, so Abel.

Laut Abel sollen künftig im westlichen Erdgeschoss das Pfarramt und östlich davon, auf der anderen Seite des Foyers, der bis zu 80 Personen fassende 72 Quadratmeter große Pfarrsaal unterkommen. An der Ostseite wolle man den einstigen Schülereingang nach dem Abriss des Anbaus wieder freistellen. Zugänge werde es zudem von Norden und von Süden geben. An der Südseite befand sich einst der repräsentative Lehrereingang mit dem erhalten gebliebenen Portal.

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In das erste Obergeschoss wird man von Norden über die bestehende originale hölzerne Treppe oder einen Aufzug gelangen, der ein wichtiger Beitrag zur Barrierefreiheit ist. Abel zufolge könnten die westlichen Räumlichkeiten des ersten Stocks als Praxis- oder Büroräume genutzt werden. Die Mutter-Kind-Gruppe und die Jugend kämen im östlichen Gebäudeteil unter.

Im zweiten Obergeschoss plane man im südlichen Westteil eine Gemeindewohnung. Nördlich davon sei das Vereinslager vorgesehen. Im östlichen Gebäudeteil sollen den Vereinen zwei weitere Räume zur Verfügung gestellt werden, so Abel. Da es zu der kleinen Wohnung zwei Stufen gebe, werde diese nicht behindertengerecht sein. Zweiter Bürgermeister Andreas Danzer (FW) sah dies als Kritikpunkt.

Hohe Auflagen vom Denkmalschutz

Bei allen Sanierungs- und Umbauarbeiten seien laut Abel die hohen Auflagen des Denkmalschutzes zu beachten. Originalbauteile müssten erhalten werden. So könnten beispielsweise nur einst erneuerte Fenster an der Süd- und Nordseite ausgetauscht werden. „Hier sollen wieder Kastenfenster eingebaut werden“, erklärte Abel. Die historischen Kastenfenster dürfe man hingegen nicht ersetzen, sondern man müsse sie instandsetzen. Die teilweise zugemauerten Fenster im Norden sollen wieder geöffnet werden

Zu den historisch wertvollen Bauteilen zählte Abel auch die Fliesen- und Holzböden, Türen, Treppe und Putze. „Uns ist es ganz wichtig, dass man nach der Sanierung die historischen und die neuzeitlichen Bereichen ganz klar erkennen und voneinander abgrenzen kann“, so Bürgermeister Wirnshofer. Während das Dachgeschoss unter anderem wegen mangelnder Tragfähigkeit nicht nutzbar sei, werde die Gebäudetechnik im Keller untergebracht. Derzeit strebe man eine Pellets-Heizung an, ein späterer Anschluss an die Erdgasleitung sei aber denkbar, meinte der Rathauschef. In Sachen Brandschutz werde es auch einen Leiterhaus-Rettungsweg geben.

Strenge Vorgaben beim Lärmschutz

Neben dem Denkmalschutz gebe es auch beim Immissionsschutz strenge Vorgaben, führte Abel aus. Der Grenzwertpegel liege von sechs bis 22 Uhr an den Fenstern der Nachbarn bei 50 Dezibel, was sehr wenig sei. Ab 22 Uhr dürften die Lärmimmissionen nicht einmal 35 Dezibel überschreiten. Man könne aber für bestimmte Anlässe im Gebäudeinneren als auch im Außenbereich im gewissen Umfang Ausnahmeregelungen beantragen.

Waltraud Hübner (CSU) merkte an, dass gerade in Corona-Zeiten das Lüften bei offenen Fenstern unumgänglich sei. Die veranschlagten Kosten von rund 4,5 Millionen Euro sollten auf keinen Fall weiter ansteigen, war man sich im Gremium einig. In diesem Betrag sind die Außenanlagen noch nicht enthalten.

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