Grabenstätter Bürgermeister blickt auf 36 Jahre im Amt zurück

Von Hochwasserschutz bis Breitbandausbau: Bürgerversammlung beleuchtet wichtige Themen

+
Bürgermeister Georg Schützinger bei seiner letzten Bürgerversammlung in Grabenstätt. Seine allerletzte Bürgerversammlung absolvierte er dann am folgenden Tag in Erlstätt. Schützinger wird im kommenden Frühjahr nach 36 Jahren aus seinem Amt ausscheiden. Auf dem Foto zu sehen sind auch Gemeinderat Andreas Lukas (von rechts), Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer und Dritter Bürgermeister Maximilian Wimmer.

Grabenstätt - Themen bei der letzten Bürgerversammlung in Grabenstätt waren das  Familienansiedlungsmodell, Verkehrssicherheit, Hochwasserschutz und Breitbandausbau. Der scheidende Bürgermeister Georg Schützinger blickte auch auf seine letzte Wahlperiode und auf 36 Amtsjahre zurück.

Sehr gut besucht und informativ war die Bürgerversammlung im Gasthof „Grabenstätter Hof“. Dem scheidenden Bürgermeister Georg Schützinger war es ein Anliegen, auch noch einmal kurz auf die wichtigsten Wegmarken und Baumaßnahmen seiner knapp 36-jährigen Amtszeit zurückzublicken. 


Dabei nannte der 64-jährige Vollblutpolitiker unter anderem den Bau des Ringkanals 1985 und dessen Einweihung 1989, die Planung, den Bau und die Inbetriebnahme der Grundschule 1990 bis 1993, das unweit davon 1996 in Betrieb genommene Schul- und Breitensportgelände, den Neubau des Gemeindekindergartens 1997/1998 in Erlstätt, den Neubau des dortigen Feuerwehrgerätehauses 2000/2001, die Städtebauförderungsmaßnahmen in Grabenstätt seit 1996, die Einweihung der Umgehungsstraße 2006, den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Grabenstätt 2008, die Gewerbegebietsausweisung Oberwinkl 2008 unweit der Autobahn, den Neubau des Pfarrkindergartens mit Krippe 2010, den Bau der Grabenstätter Turn- und Mehrzweckhalle 2011 bis 2013 sowie die Errichtung der Kinderkrippe an der gemeindlichen Kindertageseinrichtung „Mäusebande“ in Erlstätt 2014 und dessen Erweiterung 2018/2019.

Um der seit Jahren unbefriedigenden Parksituation Herr zu werden gibt es nun am Tüttensee-Parkplatz „Marwanger Seite“ (ehemaliges Kiesgrubengrundstück) 63 Stellplätze. Die letzten Grünordnungsmaßnahmen stehen noch aus. Die Maßnahme kostet rund 53000 Euro.

Im Rahmen des Familienansiedlungsmodells sei das Vergabeverfahren (106 Bewerbungen) für die 14 Bauparzellen im Baugebiet „Erlstätter Straße“ in Grabenstätt heuer erfolgreich abgeschlossen worden, betonte Schützinger und verwies auf erste Bautätigkeiten. Als „große, jetzt nicht mehr sichtbare Baumaßnahme“ bezeichnete er das errichtete Regenrückhaltebecken für den Erschließungsbereich „Erlstätter Straße“ mit einem Fassungsvermögen von 343 Kubikmetern. 


Im Rahmen der Städtebauförderung im Ort Grabenstätt soll auf diesem sogenannten „Mühlbachgrundstück“ ein Generationen-/Begegnungsplatz entstehen.

Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 240.000 Euro. Zudem entstand an der Kreisstraße TS 3 der rund 177.000 Euro teure Regenrückhalteteich „Nickelberg“ als zusätzliche Entlastung für das Neubaugebiet und die bestehende Traunsteiner Siedlung. Unter die heuer getätigten Tiefbaumaßnahmen fällt auch die Schaffung des Tüttensee-Parkplatzes „Marwanger Seite“ (ehemaliges Kiesgrubengrundstück) mit 63 Stellplätzen. Seit Jahren gebe es dort eine „unbefriedigende Parksituation“ mit wildem Parken, so Schützinger. Bis Frühjahr erfolgen dort noch die letzten Grünordnungsmaßnahmen. Die Gesamtkosten liegen bei rund 53.000 Euro.

„Zu Verzögerungen gekommen“ sei es bei der lang ersehnten Installierung der Lichtzeichenanlagen in der Erlstätter und Grabenstätter Ortsmitte, bedauerte Schützinger und erklärte dies mit der „massiven Auslastung der beauftragten Firma“. In Erlstätt sei die Ampelanlage am Donnerstag in Betrieb gegangen. Auch in Grabenstätt hat man nun mit den Arbeiten begonnen. Die Gesamtkosten inklusive Tiefbaumaßnahmen betragen 70.000 Euro. Im Rahmen der heuer ausgesetzten Städtebauförderungsmaßnahmen im Ort Grabenstätt wird man die Planungen für die Neugestaltung des Mühlbachgrundstückes (Generationen-/Begegnungsplatz) 2020 fortsetzen. Die letzten beiden Maßnahmen „Austraße“ und „Schlossstraße Nord“ sind für die Fortschreibungsjahre 2022 und 2023 eingeplant.

Von einer „schwierigen Maßnahme“ sprach der Rathauschef mit Blick auf die jüngst beendete Kanalsanierung (Teilstück) im Sepphuberweg. Leider nicht zustande gekommen sei der Kooperationsvertrag im Rahmen des zweiten Breitbandförderungsverfahrens, mit dem man die restlichen „weißen Flecken“ in der Gemeinde beheben wollte. „Jetzt fangen wir wieder von vorne an, mit der Wiederholung des Auswahlverfahrens“, bedauerte Schützinger in seiner gut eineinhalbstündigen Rede. Nach fast dreijähriger kostenloser Nutzungsmöglichkeit der Elektroladesäule und der E-Bike-Ladeboxen an der Schlossökonomie sei nun ein Abrechnungssystem eingeführt worden. Die Ladekarten gebe es in der Tourist-Information.

Hinsichtlich des Integralen Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzepts zum Schutz der Grundschule, der Turnhalle und der Wohnbebauung stehe das kommende Jahr im Zeichen von Planungen, Genehmigungsverfahren und des Grunderwerbes. „2021 sind dann erste Maßnahmenumsetzungen möglich“, so der Rathauschef. Den Hochwasserschutz bezeichnete er als „eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft“. Das Ganze sei aber auch sehr kostenintensiv. Erfolgreich angelaufen ist heuer der vom Grabenstätter VdK-Ortschef Rudi Göbel angeregte kostenlose Soziale Fahrdienst unter der Trägerschaft der Gemeinde mit rund 20 ehrenamtlichen Fahrern. Mit 75.000 Euro beteiligt hat sich die Gemeinde an der Sanierung des alten Leichenhauses im kirchlichen Friedhof Grabenstätt. Die Räumlichkeiten des Jugendtreffs, in dem Renovierungen anstünden, seien bis 2024 gesichert, so Schützinger. Beim Tourismus seien die Steigerungen bei den Gästeankünften und Übernachtungen sehr erfreulich.

„Als bleibende Erinnerung und ganz wichtige Feier“ bezeichnete Schützinger die heuer von der Gemeinde Grabenstätt ausgerichtete Gedenkmesse für die Gefallenen und Vermissten des Chiemgaus auf der Kampenwand mit über 90 Fahnenabordnungen und großem Wetterglück. Ein Erlebnis sei auch wieder der Berggottesdienst auf der Peterer-Alm gewesen. Höhepunkt des Vereinsjahres war das 150. Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Grabenstätt. Das breite kulturelle Spektrum reichte vom Frühjahrskonzert der Musikkapelle, den Männerchor-Schlossserenaden und dem Musiksommer über Theater, Maibaumbaumaufstellen und Bayerische Abende bis hin zu Ausstellungen, Lesungen und historischen Dorfführungen.

Haushaltstechnisch sei die Gemeinde nicht zuletzt durch Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 3,76 Millionen Euro (netto) sehr gut aufgestellt, freute sich Schützinger. Auch weil man seit 2006 schuldenfrei sei, gebe es finanzielle Spielräume für notwendige Investitionen. Es werde auch in Zukunft unter einem neuen Bürgermeister „unverzichtbar sein, zusammenzustehen, um sich den neuen Aufgaben stellen zu können“, betonte der scheidende Rathauschef. Er wünschte sich, dass der Wahlkampf so verlaufe, dass man auch nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 erfolgreich zusammenarbeiten könne und es gut weiterlaufe.

Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer lobte Schützingers unermüdliches Engagement und betonte, dass dieser bei seiner Amtsführung „oft über die Grenzen der gesundheitlichen Belastbarkeit hinausgegangen ist“. Im Namen der Pfarrei bedankte sich Pfarrverbandsverwaltungsleiter Maximilian Wimmer für die „offene und partnerschaftliche Zusammenarbeit“ und die immer sehr wohlwollende Unterstützung im Gemeinderat. 

mmü

Kommentare