Eindrucksvoller Gauheimatabend

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Grabenstätt - Knapp neun Monate nach dem 100. Gründungsfest des GTEV „Chiemgauer“ Grabenstätt ging in Grabenstätt erstmals der Gauheimatabend des Gauverbandes I über die Bühne.

Und wie, denn die gastgebenden Grabenstätter Trachtler meisterten auch diese Aufgabe mit Bravour. „Schön, das ihr alle gekommen seid“, freute sich der Erste Vorstand Sepp Fleischmann, über die knapp 500 erschienenen Trachtler des ältesten und größten Gauverbandes der bayerischen Gebirgstracht-Erhaltungsvereine.

Ein besonderer Dank galt seinem Vereinskameraden Matthias Wiesholler, seines Zeichens Erster Gauvorplattler, und dessen Stellvertretern Florian Randl und Josef Zollner, die das abwechslungsreiche Programm für den Gauheimatabend ausgearbeitet hatten. Und wie es sich für einen Gauvorplattler gehöre, „feiert der Matthias heute auch noch seinen 26 Geburtstag“, gratulierte Fleischmann unter dem lauten Applaus seiner Zuhörer. „Duat´s so weiter, denn ihr seid´s das Aushängeschild des Gauverbandes I“, wandte sich Erster Gauvorstand Peter Eicher eingangs an die Gaugruppe und die Gaujugend und sollte nicht zu viel versprechen, denn in den folgenden knapp zweieinhalb Stunden zeigten die besten Dirndln und Burschen im Gau gleich mehrfach ihre Extraklasse beim Tanzen und Platteln.

Auch die Grabenstätter „Aktiven“ und die vereinseigene Trachtenjugend überzeugten und zeigten, dass es kein Zufall ist, dass man mit Wiesholler den Ersten Gauvorplattler in den eigenen Reihen hat. Informativ und unterhaltsam durch den Abend führte Hildegard Kallmaier vom Bayerischen Trachtenverband. Da 2015 das 125-jährige Bestehen des Gauverbandes I ansteht, ließ sie zwischen den Auftritten der Trachtler und Musikanten die ereignisreiche Geschichte des Verbandes Revue passieren. Als die Tracht, also das damalige Gewand des Bauernstandes, Anfang des 19. Jahrhunderts vom Aussterben bedroht gewesen sei, hätten die Wittelsbacher, allen voran Kronprinz Ludwig, der spätere König Ludwig I., und dann auch dessen Sohn Max II. diesem negativen Trend zum Glück erfolgreich entgegengesteuert, erzählte Kallmaier. Nach der Gründung mehrerer Gebirgstrachten-Erhaltungsvereinen in den 1880er Jahren sei es am 1. Juni 1890 in Rosenheim auf Anregung des noch sehr jungen Rosenheimer Vereins zur Gründung der ersten Dachorganisation von Trachtenvereinen, dem heutigen "Gauverband I" gekommen. Auf eine erste große Gründungswelle, die mit dem Ersten Weltkrieg ein abruptes Ende fand, habe dann 1919 sofort eine zweite Welle von Trachtenvereinsgründungen eingesetzt. Innerhalb von wenigen Jahren seien 37 Vereine hinzugekommen, also ein Drittel aller Trachtenvereine im Gau, strich Kallmaier den gewaltigen Aufschwung heraus, den die Trachtenbewegung damals erfahren habe.

Gauheimatabend in Grabenstätt

Musikalisch begleitet wurde der kurzweilige Festabend von der zünftigen Volkmusikgruppe Virginia Blos, der Musikkapelle Grabenstätt und der Grabenstätter Bergmoos Musi um Katharina Wiesholler (Harfe) und Lukas Wimmer (Ziach). Die „Sagschneider Malan“ begeisterten mit ihren grandiosen Stimmen. Dabei fiel es akustisch kaum auf, dass die Damen nicht, wie sonst üblich, als Trio sondern als Duett auftraten. Nach dem Ende des offiziellen Programmteils wurde auf der blumengeschmückten Bühne noch fleißig weitergetanzt.

Der Veranstaltung wohnten unter anderem auch Peter Eichers Stellvertreter im Gau, Michi Hauser und Sebastian Gasteiger, der stellvertretende Gauvorstand des Chiemgau Alpenverbandes, Georg Westner, Stimmkreisabgeordneter Klaus Steiner MdL, der frisch gewählte stellvertretende Traunsteiner Landrat Andreas Danzer, Bezirksrätin Annemarie Funke, Grabenstätts Bürgermeister und Ehrenvorstand des GTEV „D´Chiemgauer“ Georg Schützinger, sowie Pater Augustin Butacu mit seinen Mitbrüdern bei.

mmü

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