Trinkwasserversorgung

Wie gefährlich ist das Trinkwasser wirklich?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Trinkwasserqualität  in Grabenstätt

Grabenstätt - Ist das Wasser aus dem Brunnen "Eggerhausener Holz" wirklich nicht schädlich? Viele Marwanger sind empört und zweifeln an der Entscheidung des Gemeinderates.

In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat einstimmig, den Verbund mit dem Versorgungsnetz des örtlichen Wasserbeschaffungsverbandes Grabenstätt „vorübergehend“ wieder in Betrieb zu nehmen. Vor allem die erhöhten Nitratwerte des Trinkwassers aus dem "Brunnen Eggerhausener Holz" hatten den Marwanger Bürgern große Sorgen bereitet und deren Unmut hervorgerufen. Die Gemeinde sucht nun mittelfristig nach weiteren Lösungsansätzen.

Keine Ruhe gab es in den letzten Monaten um die in die Schlagzeilen geratene gemeindliche Wasserversorgung Marwang und deren Trinkwasserqualität. Obwohl bereits im vergangenen September in einer öffentlichen Informationsveranstaltung von Fachleuten Entwarnung gegeben wurde, rissen die Sorgen einiger Marwanger Bürger um die Güte des Trinkwassers bis zuletzt nicht ab.

Das Sachverständigenbüro für die Beurteilung von Trink- und Brauchwasseranalysen sowie Fachleute des Gesundheitsamtes halten das aus dem "Brunnen Eggerhausener Holz" geförderte Trinkwasser nach wie vor für unbedenklich, wie dies auch in mehreren zurückliegenden Diskussionen immer wieder unterstrichen wurde.

Dennoch bleibt für einen Teil der Bürger ein Unbehagen, weil durch das Zusammenwirken verschiedener Parameter im Wasser die Korrosionswahrscheinlichkeit in verzinkten Rohrleitungen, die früher in Hausinstallationen verbaut wurden, erhöht ist und sich in der Folge daraus nach Meinung der Betroffenen möglicherweise eine Gesundheitsgefährdung ergeben könnte.

Tatsächlich liegen die korrosionschemischen Parameter "Basekapazität" und "Zinkgerieselquotient" in einem für verzinkte Rohrleitungen ungünstigen Bereich, die Qualität des gelieferten Trinkwassers ist aber nach allen geprüften Werten laut Trinkwasserverordnung einwandfrei. Die in der Vergangenheit regelmäßig veröffentlichten Prüfberichte weisen darauf hin.

Unglücklich sind die Bürger aber vor allem über den Nitrat-Wert, der das Korrosionsverhalten möglicherweise unterstützt. Mit derzeit 25,4 Milligramm pro Liter liegt der Wert bei rund der Hälfte des vorgegebenen Grenzwertes von 50 Milligramm pro Liter und ist laut Gesundheitsamt für den eigentlichen Trinkwassergenuss somit absolut unbedenklich. Auch im bayernweiten Vergleich ist dieser Nitrat-Wert nicht außergewöhnlich.

In der vergangenen Gemeinderatssitzung wurde das Thema nun erneut intensiv diskutiert und dabei die Möglichkeiten einer Verbesserung erörtert. Bürgermeister Georg Schützinger betonte, dass die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen seien und nach Abwägung aller Interessen sicherlich die gesundheitlichen Vorbehalte für das weitere Vorgehen eine große Rolle spielen. Der Gemeinderat teilte diese Meinung und beschloss einstimmig, vorübergehend den Verbund mit dem Versorgungsnetz des örtlichen Wasserbeschaffungsverbandes Grabenstätt wieder in Betrieb zu nehmen. Auch das Marwanger Trinkwasser käme dann aus der Steinweiher Quelle. Dies soll voraussichtlich schon in den kommenden Tagen erfolgen. Die Vorbereitungen hierzu würden bereits laufen, heißt es aus der Gemeindeverwaltung.

Ziel sei es, ein aus der Sicht der betroffenen Bürger unbedenkliches Trinkwasser liefern zu können und durch Begleitmaßnahmen mittelfristig weitere Lösungsansätze zu finden. So werde man die technischen Möglichkeiten einer Zumischung prüfen lassen sowie die Erweiterung des Schutzgebietes mit dem Geologen noch einmal erörtern und das Verfahren hierzu möglichst zeitnah abschließen. Auf die Gebührenkalkulation und damit auch auf die Wasserbezugsgebühren sollten sich diese Maßnahmen „überschaubar auswirken“, war man sich im Gemeinderat einig.

mmü

Zurück zur Übersicht: Grabenstätt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser