Kreative Lösung in Corona-Zeiten

Grundschule Grabenstätt lässt Musical „Löwenkini“ verfilmen

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Mit dem boarischen Musical „Löwenkini“ wollte die Grundschule Grabenstätt an die umjubelten, teilweise sogar preisgekrönten Produktionen vergangener Jahre anknüpfen, doch die Corona-Krise vereitelte die mit Spannung erwarteten Aufführungen. Alternativ hat man sich dazu entschlossen, zwei Musical-Filme mit zwei unterschiedlichen Besetzungen abzudrehen. Diese könnten bis zu Beginn der Sommerferien fertig sein und zeitnah in der Turn- und Mehrzweckhalle Grabenstätt oder im Rahmen eines Open-Air-Kinos gezeigt werden.

Grabenstätt - „Löwenkini“ heißt das auf Grabenstätt und Bayern umgemünzte Der-König-der-Löwen-Musical der Grundschule Grabenstätt, das eigentlich Anfang Juli nach über eineinhalbjähriger Vorarbeit eine umjubelte Premiere feiern hätte sollen. Die Corona-Krise machte diesen Planungen leider einen Strich durch die Rechnung.

„Mit der schrittweisen Wiederaufnahme des Schulbetriebes seit 11. Mai habe ich noch gehofft, dass wir es doch noch in diesem Schuljahr vor Publikum aufführen können, doch diese Hoffnungen haben sich schnell zerschlagen“, so Rektorin Josephine Brunnhuber. 


Da eine Komplettabsage für alle Beteiligten, aber insbesondere für die scheidenden Viertklässler nach all den Mühen sehr bitter gewesen wäre, hat man sich dann für eine Verfilmung entschieden und mit der Firma Musik Mayer GmbH & CO. KG einen professionellen Partner gefunden. Anstatt mit zwei unterschiedlichen Besetzungen das Musical aufzuführen wurden von letzten Montag bis Donnerstag in der Grabenstätter Turnhalle der Prolog, die Szenen eins bis neun und der Epilog in doppelter Ausgabe abgedreht. Auch der Bayerische Rundfunk und das Regionalfernsehen Oberbayern machten sich vor Ort ein Bild.

Entstehen sollen nun zwei gut einstündige Musical-Filme. „Unser Plan ist, dass wir sie Anfang der Ferien fertig haben“, so Aufnahmeleiter Stefan Mayer von Musik Mayer am Rande der Dreharbeiten. Gezeigt werden sollen sie dann zeitnah im Rahmen eines Open-Air-Kinos oder – wenn es die Corona-Situation zulässt – in der Turnhalle.


Alle kennen das Löwenkind Simba aus dem weltbekannten Walt-Disney-Film „Der König der Löwen“, doch in der Grabenstätt-Version wird die Geschichte vom Simmerl erzählt – großartig gespielt von Leni und Sepherl. Auch er ist ein kleiner Löwe, der aber in München und nicht in Afrika lebt. Seit 1229 ist der Löwe offiziell das Wappentier Bayerns und die Löwen sind die heimlichen Herrscher im Bayernland. Sie haben sogar einen eigenen König namens Muhakl (Clara und Moritz D.), der Simmerls Vater ist. 

Um jedoch selbst Löwenkini zu werden, muss Simmerl in Afrika auf dem Königsfelsen geweiht werden. Auf der aufregenden, teils auch gefährlichen Reise durch das Land seiner Wurzeln begegnet er vielen der bekannten Filmfiguren. Das völlig neu interpretierte löwenstarke Musical mit Melodien von Elton John stammt aus der Feder der stellvertretenden Schulleiterin Birgit Gebert-Schwarm. Insgesamt sind rund 70 Schüler der Klassen eins bis vier beteiligt. „Gebrüllt“ wird natürlich auf Boarisch.

Die passenden Klänge steuert das Orff-Schulorchester von Nicole Schenk bei. Der Schulchor unter der Leitung von Michaela Mannhardt konnte wegen der geltenden Abstands- und Hygieneregelungen nicht vor der Kamera singen, doch in den fertigen Filmen wird er trotzdem stimmgewaltig auftauchen – alten Aufnahmen sei Dank. Ursprünglich war es wie bei den vergangenen großen Projekten geplant, dass alle Schüler auf der Bühne stehen, wegen Corona mussten aber viele Klassenbeiträge und auch der Einsatz der Bläserklasse entfallen. Eine klangvolle Bereicherung ist das Mitwirken der bekannten Grabenstätter Harfenistin Katharina Wiesholler. Großartig ist auch das stimmige Bühnenbild des hiesigen Künstlers Lars Hönigl.

So ein Großprojekt kostet natürlich eine Menge Geld und so war es ein Glückfall, dass man von Dieter Freiherr von Wrede aus Grabenstätt mit einer großzügigen Spende Bedacht wurde. Er war von der 2017 uraufgeführten boarischen Erfolgsoper „Zauberflöte“ so beeindruckt, dass er im Vorjahr die Festgäste an seinem 80. Geburtstag darum gebeten hatte, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen für das neue Schulmusical zu spenden. „Ich bin ganz begeistert mit welcher Freude die Kinder dabei sind und wie ihre Charaktere dabei zum Ausdruck kommen“, betonte von Wrede bei seinem Besuch am letzten Drehtag. 

Die Kinder würden dabei viele wichtige Dinge fürs Leben lernen, beispielsweise wie man selbstbewusst vor anderen Menschen auftritt und erfolgreich im Team zusammenarbeitet. Stolz auf ihre Schützlinge sind auch Rektorin Brunnhuber und deren Stellvertreterin, die Musical-Autorin Gebert-Schwarm. „Was mich unglaublich beeindruckt hat, ist, dass die beteiligten Schüler so lange mit großem Eifer durchgehalten haben, große Kreativität entwickelten und auf dem Punkt genau immer voll konzentriert waren“, lobte Brunnhuber und freute sich, dass man das Sprichwort „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ so erfolgreich in die Praxis umsetzen konnte. 

mmü

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