Zwei Jubiläen, Bieranstich und Ehrungen

70 Jahre SV Erlstätt - 40 Jahre Handballabteilung

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Nach dem Anzapfen wurde ordentlich angestoßen: Der 1. Vorstand des SV Erlstätt Klaus Muggenhamer (von links), Bürgermeister Georg Schützinger, Abteilungsleiter Fußball Stefan Muggenhamer und Rudi Wochinger vom Wochinger Bräu.

Grabenstätt - SV Erlstätt feierte sein 70-jähriges Bestehen und 40 Jahre Handball-Abteilung. So liefen die zwei Tage ab: 

Vor 70 Jahren ist der Sportverein Erlstätt ins Leben gerufen worden und seit 40 Jahren verfügt er über eine eigene Handball-Abteilung. Beide Jubiläen wurden nun am Erlstätter Sportgelände zwei Tage lang ausgiebig gefeiert. Los ging es am Freitagabend im Festzelt mit dem Tag der guten Nachbarschaft inklusive Bieranstich und Ehrungen. Bürgermeister Georg Schützinger benötigte im Beisein von 1. Vorstand Klaus Muggenhamer, dem moderierenden Fußball-Abteilungsleiter Stefan Muggenhamer und Rudi Wochinger vom Wochinger Bräu drei kräftige Schläge und dann lief der süffige Gerstensaft in die Maßkrüge und in die durstigen Kehlen. Während es draußen wie aus Kübeln goss, herrschte im voll besetzten Festzelt beste Stimmung und Unterhaltung. Für die zünftigen Klänge sorgte die Musikkapelle Grabenstätt.

Bunter Familientag des Sportvereins Erlstätt

Zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden die Eheleute Helga und Andreas Bauer, die ab 1978 die Handballabteilung mit aufgebaut hatten und viele Jahre als Abteilungsleiter und Trainer fungierten. Aus den Händen der BLSV-Kreis- und Bezirksvorsitzenden Claudia Daxenberger erhielt Andreas Bauer für seine langjährigen hervorragenden Verdienste im Sport die Verdienstnadel in Gold mit großem Kranz des Bayerischen Landes-Sportverbandes. „Mein Mann war damals bei der Bundeswehr in München und ist von dort jede Woche zu den Trainings und Spielen nach Erlstätt gefahren. Unsere Wochenenden standen ganz im Zeichen des Handballs“, erinnerte sich Helga Bauer. Für 70 Jahre Mitgliedschaft ehrten Vorstand Muggenhamer und dessen Stellvertreter Christian Hartmann die Gründungsmitglieder Hubert Feil, Hermann Kriegenhofer, Matthias Schönhuber und Hubert Vachenauer sowie Josef Reischl, der dem Verein ebenfalls seit 70 Jahren die Treue hält. Die beiden anderen noch lebenden Gründungsmitglieder Konrad Lutzenberger und Julius Baga konnten die Ehrung nicht persönlich entgegennehmen.

Leistungsfähigkeit und Zusammenhalt im Verein

In seinem Grußwort bezeichnete Bürgermeister und Schirmherr Georg Schützinger die vor 41 Jahren in Betrieb genommene Turnhalle des SV Erlstätt als einen „Ausdruck der Leistungsfähigkeit und des Zusammenhaltens im Verein“. Damit sei es auch möglich geworden, eine Handball-Abteilung zu gründen, die den Namen Erlstätt bald schon weit über die Grenzen des Landkreises Traunstein hinausgetragen habe. Schützinger würdigte die Verdienste der Gründungsmitglieder und lobte die herausragende Jugendarbeit: „Die Kinder und Jugendlichen werden hier unter der Anleitung vieler ehrenamtlicher Jugendleiter und Trainer bestens betreut“. Neben einer kleinen Jubiläumszuwendung gab es von Seiten der Gemeinde auch eine Urkunde.

Von den Ortsvereinen erhielt der Festverein 1000 Euro. Die Vorsitzende der Frauengemeinschaft Erlstätt Waltraud Parzinger und die Vorsitzende des Gartenbauvereins Erlstätt Angela Wirnshofer überreichten den Scheck. Glückwünsche seitens des Bayerischen Fußballverbandes/Bezirk Oberbayern überbrachte Kreisvorsitzende Carmen Jutta Gardill. Viele Ehrenamtliche hätten den SV Erlstätt über sieben Jahrzehnte dahin gebracht, wo er jetzt stehe. „Macht weiter so, dann braucht es uns um die Zukunft des Vereins nicht bange sein“, appellierte Gardill. Als Geschenke hatte sie einen Fußballverbandswimpel und einen Fußball dabei. BLSV-Kreisvorsitzende Claudia Daxenberger bezeichnete die engagierten Vereinsmitglieder als „Seele des Vereins“ und spendierte zwei Handbälle. Auch der SV Vachendorf gratulierte zum Jubiläum.

Vorstand Muggenhamer ließ die Geschichte des SV Erlstätt Revue passieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die Menschen etwas gebraucht, um wieder in die Gemeinschaft zurückzufinden, was zur Vereinsgründung am 7. November 1948 geführt habe. Kurz darauf gab es schon ein Fußballfreundschaftsspiel gegen Chieming und auch Frauen- und Männerturngruppen wurden gegründet. 1970 richtete man den ersten internationalen Volkswandertag aus. 

Ein Meilenstein war der 1975 begonnene Bau der zwei Jahre später eingeweihten vereinseigenen Turnhalle. Sie war eine der größten Hallen im Landkreis. „Die freiwilligen Helfer leisteten damals 20.000 kostenlose Arbeitsstunden“, lobte Muggenhamer die „einzigartige Gemeinschaftsleistung“. Zwischen 2009 und 2011 wurde die Halle dann – wieder mit viel Eigenleistung – saniert und erweitert und im April 2012 feierlich eingeweiht.

40 Jahre Handballabteilung

1978 ist schließlich die Handball-Abteilung gegründet worden. Den Anstoß dazu gab Karl-Friedrich Walter, der Vater von Helga Bauer, die lange Zeit Abteilungsleiterin war und an der Erfolgsgeschichte des Erlstätter Damenhandballs mit ihrem Mann Andreas Bauer maßgeblich mitgeschrieben hat. 1981 folgte die Gründung der Tennis-Abteilung, 2002 kam die Ju-Jutsu-Abteilung hinzu, 2006 folgten die Volleyballer und seit 2016 gibt es auch eine Unihockey-Abteilung. 

Seit 1992 hat man auch eine eigene Jugendabteilung. 1995 wurde der Sportplatz südlich der Turnhalle eingeweiht. Das Einweihungsspiel gegen den 1. FC Nürnberg ging mit 1:19 verloren, aber Michael Aicher konnte Nationaltorhüter Andi Köpke überwinden. Seit 2012 spielt die 1. Mannschaft in der Fußball-A-Klasse und 2016 stieg die weibliche Handball-A-Jugend in die Landesliga (3. Platz) auf. Es war der größte Erfolg seitdem die Damen in den 80er Jahren in der Bezirksoberliga gespielt hatten.

Der SV Erlstätt hat derzeit 700 Mitglieder, davon 225 Kinder und Jugendliche aus Erlstätt und Umgebung. Um diese kümmern sich circa 30 ehrenamtliche Trainer und Betreuer rund 6000 Stunden im Jahr. Dies sei in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich, betonte Vereinschef Muggenhamer und brach eine Lanze für das Ehrenamt. Zum Ende des offiziellen Programmteils blickten die Handballerinnen humorvoll auf die vergangenen Jahrzehnte zurück. Der Tag der guten Nachbarschaft klang erst spät an der Bar aus. Am folgenden Samstag gab es bei herrlichem Wetter einen Familientag mit Spielen der Fußball- und Handball-Jugendmannschaften und einem bunten Rahmenprogramm. Abends folgte das Wein- und Weißbierfest. Die Chiemgauer Band „Gaudi Harmonie“ begeisterte dort mit bayrisch moderner Unterhaltungs- und Partymusik.

Markus Müller

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