Unterführung soll Straßenüberquerung sicherer machen

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Etwa auf Höhe des Autos soll die Geh- und Radwegunterführung an der Staatsstraße 2096 im Bereich Hirschauer Bucht entstehen. Die im Vordergrund zu sehende alte Pappel und jene Pappel auf der anderen Straßenseite auf der „Abzweigungssinsel“ (im Hintergrund), die ebenfalls verschwinden wird, müssen dafür weichen.

Grabenstätt - Die geplante Geh-und Radwegunterführung an der Hirschauer Bucht ist nun beschlossene Sache. Trotz höherer Gesamtkosten gibt sich Ingenieur M. Gerold zuversichtlich:

Gleich zu Beginn der jüngsten Gemeinderatsitzung segneten die Räte die geänderte Planung für den Bau der Geh- und Radwegunterführung an der Staatsstraße 2096 im Bereich Hirschauer Bucht ab. Auch der Ausschreibung stimmten sie geschlossen zu. Zuvor hatte Diplom-Ingenieur Matthias Gerold vom Priener Planungsbüro Dippold & Gerold die Planung vorgestellt. Gerold zufolge erfolge noch diese Woche die Meldung und Veröffentlichung im Staatsanzeiger.

Am 19. Januar sollten die Ausschreibungsunterlagen versandt werden und am 12. Februar rechne man mit der Submission beim Abwasser- und Umweltverband (AUV) Chiemsee. Wenn das Wetter es zulasse, starte man am 2. März mit den Bauarbeiten. Laufe alles nach Plan, werde man diese bereits am 22. Mai, also unmittelbar vor Pfingsten, abschließen können, gab sich Gerold optimistisch.

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Wie Bürgermeister Georg Schützinger eingangs einräumte, werde die Gesamtmaßnahme deutlich kostspieliger als 2009 bei der ursprünglichen Planung und Kostenschätzung gedacht. Derzeit gehe man von Brutto-Baukosten von 629.000 Euro inklusive Nebenkosten aus, so der Rathaus-Chef. Als Gründe für die erhebliche Kostensteigerung nannte Gerold unter anderem die Tatsache, dass sich im auszubauenden Straßenbestand der Staatsstraße belastetes „teerhaltiges Material“, also „Sondermüll“ befinde, welcher „speziell entsorgt werden muss“ – Kostenpunkt 33.250 Euro.

Zudem wird man es im Bereich der geplanten Unterführung mit einer Tertiärschicht der Bodenklasse 7, also einer schwer lösbaren Felsschicht zu tun bekommen, was wiederum Mehrkosten von 15.100 Euro hervorruft.

Mit der Beschlussfassung durch den Gemeinderat werden nun die entsprechenden Mittel für die Gesamtmaßnahme in den Haushalt eingestellt. Träger und Bauherr ist zwar der Abwasser- und Umweltverband (AUV) Chiemsee, die Gemeinde ist aber im Gegenzug erheblich an den Kosten beteiligt.

Die Mitte Dezember fertiggestellte Baustellenumfahrung, über die der Verkehr während der Hauptmaßnahme mit 30 Stundenkilometern rollen wird, kostet 46.000 Euro. „Eine Vollsperrung war eigentlich unser Wunsch“, doch dies habe sich aufgrund der Verkehrsbelastung nicht realisieren lassen, räumte Gerold ein. Der Parkplatz werde während der Baumaßnahme gesperrt sein, da er auch als Baulager diene.

Mit den Bauarbeiten beginne man von der Seeseite her. Die Baustellenzufahrt könne in dieser Zeit in der Regel aber auch von Autofahrern benutzt werden, die in die Hirschauer Bucht wollen, beantwortete Gerold eine Frage von Gerhard Wirnshofer (BG).

Zu den Bauleistungen zählte er unter anderem die Umlegung der Verbandsdruckleitung, das Fällen zweier alter Bäume auf der „Einfahrtsinsel“ zur Hirschauer Bucht beziehungsweise an der Westseite des Parkplatzes auf der gegenüberliegenden Straßenseite, den Baugrubenaushub, die Errichtung des Unterführungsbauwerks und der Bushaltestelle West, den Umbau der Zufahrt zur Hirschauer Bucht, den Rückbau der Umfahrung, die Anbindung der Geh- und Radwege und der Bushaltestelle Ost sowie die barrierefreie Bushaltestelle Winkl West.

Das Unterführungsbauwerk wird zirka 14 Meter lang, der Unterführungsgang vier Meter breit und 2,50 Meter hoch sein. Weil die Rampe aus nordwestlicher Richtung (Hagenau/Chieming) in Richtung Unterführung abfallen werde, müssten Radfahrer, die aus Grabenstätt kommend in die Hirschauer Bucht fahren wollen, einen kleinen Umweg von rund 140 Metern in Kauf nehmen, was akzeptabel sei, meinte Gerold.

Für Radfahrer die von Grabenstätt nach Chieming oder umgekehrt unterwegs sein werden, ändere sich hingegen nichts. Andreas Danzer (FWG) bezeichnete es als „bedauerlich“, dass es von Grabenstätter Seite keine Rampe, sondern nur eine Treppe geben werde. Mit einer zweiten Rampe hätte es an der Unterführungsausfahrt „einen Gefahrenpunkt gegeben“, erwiderte Gerold. Zudem verwies er darauf, dass man aus Platzgründen weit in eine angrenzende Wiese hineinbauen hätte müssen und auch Schwierigkeiten mit dem Radius aufgetreten wären.

Schützinger erinnerte daran, dass man 2009 auf der Ostseite noch mit zwei Rampen geplant habe, dies dann aber im Zuge der Grundstücksverhandlungen wieder verworfen habe. Mit einem Regenwasserpumpwerk mit vorgeschaltetem Absetzschacht werde man verhindern, dass die Unterführung bei Unwettern volllaufe, dennoch könne man nicht versprechen, dass diese 365 Tage im Jahr passierbar sein werde, betonte Gerold. Sollte die Unterführung einmal aufgrund des hohen Seespiegels unter Wasser stehen, gelte dies auch für die Zufahrtsstraße in die Hirschauer Bucht.

mmü

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