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2021 schon drei Tiere in Grabenstätt eingeschläfert

Blutiger Rasen: Igelhilfe bekommt noch immer durch Mähroboter schwerstverletzte Tiere

Elisabeth Hüller von derIgelstation Grabenstätt
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Wenige Minuten zuvor ist dieser abgemagerte und kranke Igel aus Rimsting in der Igelstation Grabenstätt von Elisabeth Hüller (Bild) abgegeben worden. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um eine alte Bekannte handelt, denn Igelin Isabella wurde von Ende 2019 bis Sommer 2020 schon einmal gesund gepflegt. Nun geht es ihr leider wieder sehr schlecht.

Offiziell ist die private Igelhilfe Grabenstätt seit fast einem Jahr geschlossen, doch tatsächlich kümmern sich Elisabeth Hüller und Monika Freimuth derzeit weiterhin um rund 30 kranke und verletzte Igel.

Grabenstätt - 85 stachelige Vierbeiner haben sie erfolgreich durch den letzten Winter gebracht. In den vergangenen 17 Jahren hatten sich die beiden Igel-Mamas in ihrer Igelstation im Ortsteil Winkl kaum eine Verschnaufpause gegönnt und ihr Leben fast komplett auf die Igel ausgerichtet. Damit sollte im August vergangenen Jahres eigentlich Schluss sein, doch einmal mehr zeigte sich, dass die Igelstation als Anlaufstelle für Tierliebhaber unverzichtbar ist.

Andere Igelstationen gehen gar nicht mehr ans Telefon und lassen die Leute mit ihren Igeln einfach im Stich und dann kommen die irgendwie auf uns“, betont Hüller und schiebt hinterher: „Du kannst dann einfach nicht Nein sagen, wenn du die armen Tiere siehst, die große Schmerzen haben und dringend eine Behandlung brauchen“. Das Immunsystem vieler Igel sei mittlerweile so geschwächt, dass sie viel anfälliger seien für Krankheiten.

Tödliche Gefahr für Igel: Rasenmähroboter

Ein anderes großes Problem seien jetzt im Sommer wieder die modernen Rasenmähroboter, die für die Igel eine tödliche Gefahr darstellen. Auch der Grabenstätter Igelhilfe sind in den vergangenen Jahren immer wieder verstümmelte Igel gebracht worden, die oft keine Aussicht auf vollständige Genesung und Entlassung in die Freiheit hatten.

„Heuer haben wir schon drei Igel aus den Landkreisen Altötting und Rosenheim mit schwersten Schnittverletzungen bekommen, bei einem hat sogar das halbe Gesicht gefehlt. Wir hatten keine andere Wahl, als sie sie zu erlösen und einschläfern zu lassen“, bedauern Hüller und Freimuth.

Die Hilfe kostet aber auch Geld

Dass das alles ins Geld geht, versteht sich von selbst. Schon ein halbwegs gesunder Igel kostet einen Euro pro Tag. Kranke Igel, die neben gutem Futter auch Medikamente, Desinfektions- und Schmerzmittel benötigen, dementsprechend mehr. „Das Einschläfern beim Tierarzt kostet sogar bis zu 25 Euro“, so Hüller, während gerade der nächste Igel aus Rimsting eintraf. „Ich habe ihn am frühen Abend abgemagert und ausgetrocknet im Garten gefunden“, so die besorgte Dame, die ihn vorbeigebracht hat.

Schnell stellte sich mit Hilfe der auf den Stacheln ersichtlichen Farbmarkierungen und der Igelstation-Datenbank heraus, dass es sich um Igelin Isabella handelt, die von November 2019 bis August 2020 schon einmal in der Igelhilfe gesund gepflegt worden ist und schließlich mit 987 Gramm in die Freiheit entlassen wurde. Ein knappes Jahr später wiegt sie nun nur noch knapp über 600 Gramm, sprich sie hat mehr als ein Drittel ihres Körpergewichts verloren.

Beim Zecken entfernen sah Hüller nicht nur die kranken Augen der Igelin, sondern stellte auch fest, dass diese im Vorjahr Junge gehabt habe. Das sehe man an den Zitzen. „So jetzt bist du wieder bei uns in Vollpension“, resümierte Hüller augenzwinkernd und zeigte sich zuversichtlich, den Igel erneut durchzubringen. „Was würden wir nur tun, wenn es euch nicht gäbe“, bedankte sich die Igel-Finderin und verabschiedete sich mit einer Spende. Wenn der Igel gesund gepflegt wurde, wird sie ihn wieder abholen und bei sich aussetzen.

Die Igelhilfe Grabenstätt kann über folgendes neues Igel-Spendenkonto bei der VR Bank Altötting/Mühldorf finanziell unterstützt werden: IBAN: DE 33 7116 0000 0102 0686 80. Spendenquittungen können ausgegeben werden, wenn der Spender seine Adresse angibt.

mmü

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