Schnelleres Internet für Grabenstätt

Gemeinde bringt Breitbandausbau voran – Einige „weiße Flecken“ bleiben

Grabenstätt - Trotz voranschreitenden Ausbaus der Breitbandtechnik bleibt diese an einigen Orten aus. 

„Am 18. September 2018 wurden die vertraglich vereinbarten Arbeiten zur Verbesserung der Breitbandversorgung im Gemeindebereich durch die Deutsche Telekom GmbH offiziell abgeschlossen“, berichtete Bürgermeister Georg Schützinger in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Fertigstellung habe sich durch die aktuelle Marktsituation (insbesondere bei den Tiefbauarbeiten) um einiges verzögert. 

Die sogenannte FTTC-Technik (Fiber to the curb), eine Glasfasertechnik, bei der die Glasfaser zwischen der Ortsvermittlungsstelle und den Straßenverteilern (Curb) an den Gehwegen geführt wird und die bisherigen Kupferanbindungen zu den Hausanschlüssen bestehen bleiben, wurden in den Ortsteilen Kraimoos, Tettenmoos, Schneereut, Fernbichl, Hachsenöst, Höring, Zeiering und Grabenstätt-Nord angewandt. 

Die als beste Anbindung geltende FTTH-Technik (Fiber to the Home), bei der die Glasfaser von der Ortsvermittlungsstelle in Leerrohren bis in die Wohnung des Endkunden geführt wird, wurde in Osterbuchberg und Sossau umgesetzt, weil dort ein FTTC-Ausbau deutlich unwirtschaftlicher gewesen wäre. Mit dem Ausbau wurden in den FTTC-Erschließungsgebieten nun die vertraglich vereinbarten Bandbreiten realisiert. Mit der Einführung der sogenannten Vectoring-Technologie werden zum Teil sogar weitaus höhere Bandbreiten geliefert, als ursprünglich ausgeschrieben beziehungsweise zugesagt wurden – aktuell bis zu 100 Mbit/s, teilweise sogar noch höher. 

Auch Gebiete außerhalb der genannten Erschließungsgebiete profitieren vom Breitbandausbau. Das Ergebnis der Breitbandausbau-Qualitätsprüfung: 93 Gebäude erhalten künftig eine Bandbreite im Download von mindestens 50 Mbit/s und höher, weitere 109 Gebäude eine Bandbreite in Höhe von mindestens 30 Mbit/s. Im Zuge des FTTH-Ausbaus am Osterbuchberg wurden zudem 19 Glasfaser-Hauszuführungen fertiggestellt. Die Bandbreiten sind dort nur durch verschiedene Tarifmodelle beschränkt.

Parallel zu dem vom Freistaat geförderten Breitbandausbau erfolgte in Teilbereichen von Grabenstätt (Ort) und Marwang auch ein eigenwirtschaftlicher Ausbau durch die Deutsche Telekom. Auch hier sind bereits Bandbreiten von mindestens 50 bis 250 Mbit/s möglich. Die Bandbreiten mit den verschiedenen Tarifmodellen können beim Vertrieb der Deutschen Telekom GmbH ab sofort gebucht werden. Der im September 2016 abgeschlossene Kooperationsvertrag zwischen der Gemeinde Grabenstätt und der Deutschen Telekom gilt als erfüllt. Auch anderen Anbietern wird diskriminierungsfrei ein Zugang zum neuen Breitbandnetz angeboten. Die auszugleichende Wirtschaftlichkeitslücke für diesen Ausbau beträgt 535.000 Euro. „Wir haben gesagt, wir finanzieren das vor“, betonte Bürgermeister Schützinger und verwies auf die 80-Prozent-Förderung des Freistaates Bayern.

Auch wenn die Gemeinde seit 2010 an der Verbesserung der Breitbandversorgung arbeitet, gibt es auf der Versorgungskarte immer noch „weiße Flecken“, in denen keine ausreichende Internetversorgung vorherrscht. Dies betrifft vor allem die Weiler beziehungsweise Gehöfte in den Außenbereichen Hagenau, Ober- und Untereggerhausen, Innerlohen, Kaltenbach, Brodeich, Vocking, Innerlohnen, Pitzlloch, Unter- und Oberaschau, Wimm, Gutharting, Kalsperg, Oberwinkl, Wolferting, Buch, Fliegeneck, Lenthal, Kroneck, Hütt, Stadeln, Eckering und Teile von Langenspach. 

Für diese potentiellen Ausbaugebiete wurde bereits im letzten Jahr ein zusätzliches Verfahren eingeleitet. Derzeit befindet sich die Gemeinde im sogenannten „Auswahlverfahren“, im Rahmen dessen der Gemeinderat bald die Entscheidungen über einen möglichen Ausbau beziehungsweise für einen Netzbetreiber zu treffen hat. Laut Bayerischer Breitbandrichtlinie sei die Förderung für Gebiete grundsätzlich ausgeschlossen, in denen bereits eine entsprechende, hochbreitbandige Netzinfrastruktur vorgehalten werde, wie es regelmäßig in Bereichen von Kabelfernsehtrassen der Fall sei, so der gemeindliche Geschäftsleiter Peter Lex.

Dies sei auch der Grund, warum zum Beispiel Hirschau und die Kellerbergsiedlung von der Gemeinde bislang nicht als Erschließungsgebiet aufgenommen werden konnten. Eigenwirtschaftliche Ausbaupläne der Deutschen Telekom bestünden in diesen Bereichen aktuell leider nicht, betonte Lex. Von Rudi Aigner (CSU) auf den sogenannten „Höfebonus“ angesprochen, mit dem man Glasfaser in dünn besiedelte Gebiete bringen kann, meinte Lex, dass die Gemeinde diesen bereits angemeldet habe, man allerdings bedenken müsse, dass es in den Außenbereichen zahlreiche weit verstreut liegende bäuerliche Anwesen gebe. 

mmü

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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