Fünftägige Säuberungsaktion bei Grabenstätt

Wasserwirtschaftsamt und Maschinenring befreien Hirschauer Bucht vom Müll

+
Die älteren Generationen können sich gut daran erinnern, wie sie noch in den 1970er Jahren in der Hirschauer Bucht an einem der schönsten Sandstrände des Chiemsees baden konnten.

Grabenstätt - Die älteren Generationen können sich gut daran erinnern, wie sie noch in den 1970er Jahren in der Hirschauer Bucht an einem der schönsten Sandstrände des Chiemsees baden konnten.

Gäbe es heutzutage dort in der Kernzone des Naturschutzgebietes „Mündungsdelta der Tiroler Achen“ kein absolutes Betretungsverbot, würde sich das durchschnittlich nur noch etwa 50 Zentimeter tiefe Wasser allenfalls noch zum Schlammwaten eignen, denn die Verlandung schreitet unaufhörlich voran, was auch den Lebensraum der facettenreichen Tier- und Pflanzenwelt stetig verändert. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein versucht seit Jahren Maßnahmen zu realisieren, die die negativen Auswirkungen dieses natürlichen Verlandungsprozesses am Chiemsee mildern, eine Patenlösung gibt es allerdings nicht. Etwas anders verhält es sich mit dem Müllproblem, das seit dem Jahrhunderthochwasser Anfang Juni 2013 immer wieder für lebhafte Diskussionen und auch für Unmut gesorgt hatte.   


Fünftägige Säuberungsaktion bei Grabenstätt

Die BR-Journalisten Christine Haberlander und Hans Häuser während der Bootsfahrt im Gespräch mit dem Leiter des Wasserwirtschaftsamt Traunstein Walter Raith. © mmü
Die BR-Journalisten Christine Haberlander und Hans Häuser während der Bootsfahrt im Gespräch mit dem Leiter des Wasserwirtschaftsamt Traunstein Walter Raith. © mmü
Bootsfahrt mit dem Wasserwirtschaftsamt in die Hirschauer Bucht. Auch BR-Fernsehmann Hans Häuser und BR-Radio-Reporterin Christine Haberlander waren dabei. © mmü
Bootsfahrt mit dem Wasserwirtschaftsamt in die Hirschauer Bucht. Auch BR-Fernsehmann Hans Häuser und BR-Radio-Reporterin Christine Haberlander waren dabei. © mmü
Bootsfahrt mit dem Wasserwirtschaftsamt in die Hirschauer Bucht. Auch BR-Fernsehmann Hans Häuser und BR-Radio-Reporterin Christine Haberlander waren dabei. © mmü
Bootsfahrt mit dem Wasserwirtschaftsamt in die Hirschauer Bucht. Auch BR-Fernsehmann Hans Häuser und BR-Radio-Reporterin Christine Haberlander waren dabei. © mmü
Bootsfahrt mit dem Wasserwirtschaftsamt in die Hirschauer Bucht. Auch BR-Fernsehmann Hans Häuser und BR-Radio-Reporterin Christine Haberlander waren dabei. © mmü
Rund zehn Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und Maschinenrings säubern derzeit die Uferbereiche der Hirschauer Bucht vom Müll. Da es dort im Naturschutzgebiet ein absolutes Betretungsverbot gibt, braucht es für die alljährliche Säuberungsaktion eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern. © mmü
Rund zehn Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und Maschinenrings säubern derzeit die Uferbereiche der Hirschauer Bucht vom Müll. Da es dort im Naturschutzgebiet ein absolutes Betretungsverbot gibt, braucht es für die alljährliche Säuberungsaktion eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern. © mmü
Rund zehn Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und Maschinenrings säubern derzeit die Uferbereiche der Hirschauer Bucht vom Müll. Da es dort im Naturschutzgebiet ein absolutes Betretungsverbot gibt, braucht es für die alljährliche Säuberungsaktion eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern. © mmü
Rund zehn Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und Maschinenrings säubern derzeit die Uferbereiche der Hirschauer Bucht vom Müll. Da es dort im Naturschutzgebiet ein absolutes Betretungsverbot gibt, braucht es für die alljährliche Säuberungsaktion eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern. © mmü
Rund zehn Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und Maschinenrings säubern derzeit die Uferbereiche der Hirschauer Bucht vom Müll. Da es dort im Naturschutzgebiet ein absolutes Betretungsverbot gibt, braucht es für die alljährliche Säuberungsaktion eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern. © mmü
Rund zehn Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und Maschinenrings säubern derzeit die Uferbereiche der Hirschauer Bucht vom Müll. Da es dort im Naturschutzgebiet ein absolutes Betretungsverbot gibt, braucht es für die alljährliche Säuberungsaktion eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern. © mmü
Rund zehn Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und Maschinenrings säubern derzeit die Uferbereiche der Hirschauer Bucht vom Müll. Da es dort im Naturschutzgebiet ein absolutes Betretungsverbot gibt, braucht es für die alljährliche Säuberungsaktion eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern. © mmü
Rund zehn Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und Maschinenrings säubern derzeit die Uferbereiche der Hirschauer Bucht vom Müll. Da es dort im Naturschutzgebiet ein absolutes Betretungsverbot gibt, braucht es für die alljährliche Säuberungsaktion eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern. © mmü
Rund zehn Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und Maschinenrings säubern derzeit die Uferbereiche der Hirschauer Bucht vom Müll. Da es dort im Naturschutzgebiet ein absolutes Betretungsverbot gibt, braucht es für die alljährliche Säuberungsaktion eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern. © mmü
Rund zehn Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und Maschinenrings säubern derzeit die Uferbereiche der Hirschauer Bucht vom Müll. Da es dort im Naturschutzgebiet ein absolutes Betretungsverbot gibt, braucht es für die alljährliche Säuberungsaktion eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern. © mmü
Säcke voller Müll, darunter vor allem Plastik. Glas wird extra gesammelt. © mmü
Säcke voller Müll, darunter vor allem Plastik. Glas wird extra gesammelt. © mmü
Säcke voller Müll, darunter vor allem Plastik. Glas wird extra gesammelt. © mmü
Auch vier Autoreifen wurden an den ersten beiden Tagen aus der Hirschauer Bucht geholt. Am Container im Hafen in Unterhochstätt wurden sie dann zwischengelagert. © mmü
Auch Unmengen an Glasflaschen wurden gesammelt. Wie der Restmüll wird es ordnungsgemäß entsorgt. © mmü
Nach der Stippvisite in der Hirschauer Bucht fuhr man noch in die Nähe des westlich gelegenen Deltas der Tiroler Achen. Es gilt als das größte und ursprünglichste Binnendelta Mitteleuropas und steht unter strengem Naturschutz. © mmü
Vor rund 45 Jahren befand sich in der Hirschauer Bucht noch ein weithin bekannter Badestrand mit besonders schönem Sand. © mmü
Vor rund 45 Jahren befand sich in der Hirschauer Bucht noch ein weithin bekannter Badestrand mit besonders schönem Sand. © mmü

Dank einer naturschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern werden seit 2013 alljährlich bis zu fünf Tage lang im Oktober oder November unter der Federführung des Wasserwirtschaftsamtes die Uferzonen von Unterhochstätt/Hagenauer Landzunge im Norden bis zum Rothgraben unweit des Achendeltas im Südwesten der Bucht vom Müll befreit – zumindest oberflächlich, denn alles geschieht per Hand. Um an den Müll zu gelangen, der sich unter dem schweren Treibholz befindet, bräuchte man Maschinen, die aber nicht zum Einsatz kommen dürfen.


Seit vergangenem Montag sind rund zehn Personen vom Wasserwirtschaftsamt und vom Maschinenring vor Ort und füllen ihre blauen Müllsäcke unermüdlich mit Unrat, darunter Unmengen an Plastik und Glas (vor allem Flaschen) sowie Styropor. Das Glas wird gleich vor Ort vom Restmüll getrennt. „Im Schnitt haben wir in den letzten sechs Jahren jeweils gut eine Tonne Müll gehabt“, so der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein Walter Raith, der diverse Medien zum Ortstermin eingeladen hatte. Während es im Vorjahr „nur“ 560 Kilo Restmüll und 180 Kilo Glas waren, kamen 2017 beachtliche 1930 Kilo Restmüll und 980 Kilo Glas zusammen. Getoppt wurde dies nur vom Jahr 2013, denn damals waren es hochwasserbedingt 2,7 Tonnen Restmüll und vier Tonnen Glas. Insgesamt sind laut Wasserwirtschaftsamt von 2013 bis einschließlich 2018 7,24 Tonnen Restmüll und 5,91 Tonnen Glas eingesammelt worden. Eine Tonne habe 2018 mit Kosten in Höhe von rund 1800 Euro zu Buche geschlagen, so Raith.  

Lesen sie auch: "Muss das sein?": Überseerin führt vor, wie wir den Chiemsee zumüllen

 „Wir haben heute und gestern auch vier Autoreifen rausgeholt“, erzählt Bootsführer Martin Enzinger vom Wasserwirtschaftsamt, der die Arbeiter mit einem Kollegen vom Hafen in Unterhochstätt über das Wasser in die Hirschauer Bucht und wieder zurück befördert, denn von Land aus wäre die Säuberungsaktion in der Weise nicht möglich. „Nach einer halben Stunde ist ein solcher Sack fast schon wieder voll“, beantworte Michael Freimuth vom Wasserwirtschaftsamt eine Frage von BR-Fernsehmann Hans Häuser. Auch die Müllsäcke werden per Boot an Land transportiert. „Wir können das aber nur bei gutem Wetter machen, denn unser Kahn ist nicht hochseetauglich“, so Enzinger. Auch das Schwemmholz am Ufer wäre bei Regen viel zu glitschig. Dass der Seespiegel in den letzten Wochen um rund 30 Zentimeter angestiegen sei, erleichtere es zwar, möglichst nahe ans Ufer zu fahren, allerdings befänden sich damit auch wieder mehr Uferbereiche unter der Wasseroberfläche, so Enzinger.   

Die Arbeit der Männer ist nicht nur anstrengend, sondern auch durchaus gefährlich, denn sie müssen über Berge von Schwemmholz und morsche Stämme balancieren, die am Ufer oder im flachen Wasser liegen, und jeden Schritt gilt es mit Bedacht und auch mit eine guten Portion Zweckoptimismus zu setzen, denn sicher kann man sich nie sein, auf was man steigt, ob der Untergrund hält oder ob man knietief im Geäst, Schilf und Morast versinkt. Ausrutschen und hinfallen sollte trotz wasserdichter Kleindung möglichst vermieden werden, auch deshalb, weil die hin und wieder im Treibholz steckenden Nägel eine große Verletzungsgefahr darstellen.

Trotz schweißtreibender Arbeit und Temperaturen kam ein fleißiger Müllsammler angesichts der wunderschönen Natur und dem tollen Ausblick auf den See und in die Berge sogar ins Schwärmen: „Bei diesem traumhaften Wetter ist es wohl einer der schönsten Arbeitsplätze der Welt, auch weil keine Mücken mehr da sind“. Von BR-Radio- Reporterin Christine Haberlander nach einer Bilanz der ersten zwei Müllsammeltage gefragt, meinte der Chef des Wasserwirtschaftsamtes Raith: „Wir bedauern es sehr, dass wir so viel Müll in der Hirschauer Bucht finden. Das was wir rausholen können, das holen wir auch raus“. Er rechne damit, dass es nach fünf Tagen harter Arbeit wieder ungefähr eine Tonne Müll sein werde. 

Raith verwies auch auf eine neue Studie des Landesamtes für Umwelt, der zufolge man in der Hirschauer Bucht auf einem Quadratmeter Ufersediment 120000 Mikroplastik-Teilchen gefunden habe. Auch wenn man nur den sicht- und greifbaren Müll, der größtenteils über die Tiroler Achen in den See gelange und dann mit der Strömung in der Hirschauer Bucht lande, entfernen könne, sei die Müllsammelaktion „absolut notwendig“, betonte Raith und versicherte, dass man sie auch „im kommenden Jahr weiterführen“ wolle. Nach der Stippvisite in der Hirschauer Bucht fuhr man noch in die Nähe des Deltas der Tiroler Achen. Es gilt als das größte und ursprünglichste Binnendelta Mitteleuropas und steht unter strengem Naturschutz. 

mmü

Kommentare