100 Vereine und zahlreiche Ehrengäste

150 Jahre Feuerwehr Grabenstätt: 2.000 Besucher beim Gottesdienst und Festzug

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Grabenstätt - 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Grabenstätt: Weit über 2000 Besucher am Festsonntag mit Empfang der Vereine, Kirchenzug, Feldgottesdienst und imposantem Festzug

Nach dem Tag der Vereine und Betriebe zum Auftakt, dem geselligen Wein- und Weißbierfest und dem samstägigen Festabend mit der umjubelten Musik- und Kabarettgruppe „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ hätte das viertägige 150. Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Grabenstätt gestern nicht schöner ausklingen können. Rund 2200 Gäste aus nah und fern hatten sich zum großen Festsonntag eingefunden. Los ging es um 8 Uhr morgens mit dem Empfang der Vereine. Bei den fleißigen Grabenstätter Floriansjüngern um den Festleiter und 1. Vorsitzenden Reinhard Meisinger waren auch nach drei anstrengenden Festtagen noch keine größeren Ermüdungserscheinungen zu erkennen, vielmehr konnten sie es kaum erwarten, die rund 100 Vereine, darunter etwa 70 Feuerwehren, und die vielen Ehrengäste zu begrüßen.

Zum Glück schoben sich schon bei der Aufstellung zum Kirchenzug die ersten Sonnenstrahlen durch die dünner werdende Wolkendecke und so konnte die anschließende Feldmesse an der Abzweigung Tüttenseestraße bei Bilderbuchwetter gefeiert werden. Wie Pater Vasile Dior in seiner Predigt betonte, gebe es so vieles, was Gott und die Feuerwehr verbinde. „Beide haben Dauerbereitschaft, die Feuerwehr über die 112, die Leitstelle und die Feuermelder und Gott, der immer nur ein Gebet weit entfernt ist und bei dem man sich mit Freud und Leid melden kann“. Der Pfarrer lobte die 150-jährige erfolgreiche Arbeit der Grabenstätter Wehr nach deren Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. „Sie gehen bis an die Grenzen und manchmal geraten sie dabei selbst in Gefahr“, so der Pater. Vier Feuerwehrler baten Gott in den Fürbitten unter anderem darum, ihnen in den Einsätzen weiterhin beizustehen und die Kameradschaft und den Teamgeist zu stärken. Der einladende Altar war eingerahmt von zwei Einsatzfahrzeugen und vom Gartenbauverein Grabenstätt mit Blumen geschmückt worden. Mit einem bayerischen Halleluja begeisterten Simon Haitzer, Manuel Haitzer und Michaela Steiner. Zudem spielte die Musikkapelle Grabenstätt unter der Leitung von Christian Bergmann.

Kirchenzug zum Festgottesdienst

150 Jahre Feuerwehr Grabenstätt: Festgottesdienst und Festzug Teil zwei

Nach der Segnung der drei Fahnenbänder war es Theresa Fleischmann vorbehalten, das von Bürgermeister und Schirmherr Georg Schützinger gestiftete Exemplar an die Fahne des Festvereins zu heften. Anna Steiner tat dies für die Freiwillige Feuerwehr Holzhausen, dem Patenverein der Grabenstätter Wehr, und Katharina Wiesholler für die Partnerfeuerwehr aus dem sächsischen Culitzsch. Die Meckenheimer Kameraden (aus der Pfalz) überreichten am Ende der Festmesse eine Glocke, die sie nach der Segnung sogleich erklingen ließen. Auch die weit angereiste Partnerfeuerwehr aus Köln-Worringen war begeistert. Seit der Gründung der Grabenstätter Feuerwehr 1869 habe diese sich als Helfer in der Not bestens weiterentwickelt, lobte Bürgermeister und Schirmherr Georg Schützinger. Er zeigte sich davon überzeugt, „dass dieses Jubiläum unserer Feuerwehr erneut Kraft und Auftrieb gibt, um die zukünftigen Herausforderungen und Aufgaben gemeinsam bewältigen zu können“. Landrat Siegfried Walch lobte die unermüdlichen Feuerwehrler, „die das ganze Jahr bereit stehen, üben, sich fit halten und da sind, wenn andere Hilfe brauchen“. Dieser Zusammenhalt, der sich auch beim Schnee-Katastrophenfall im vergangenen Januar wieder gezeigt habe, „tut der ganzen Region unheimlich gut“, so Walch. Auch Kreisbrandrat Christof Grundner gratulierte zu den gelungenen Festtagen und wünschte der Grabenstätter Wehr „für die Zukunft alles Gute“.

Im Anschluss an die Bayernhymne folgte der von einem historischen Fahrzeug der Grabenstätter Feuerwehr, der Musikkapelle Grabenstätt und den Grabenstätter und Erlstätter Ortsvereinen angeführte prächtige Festzug (Neun Züge) über die Tüttensee-, Markt- und Hauptstraße bis zum Wendepunkt am Autohaus Kierner an der Chieminger Straße. Zahlreiche Besucher säumten die Straßen und strahlten mit die Sonne um die Wette. Landrat Walch, Pater Vasile und Bürgermeister Schützinger mit Gemahlin hatten in einer prächtigen Pferdekutsche Platz genommen. In einer zweiten Kutsche saßen Honoratioren aus der seit über 50 Jahren befreundeten Pfälzer Gemeinde Meckenheim, die sogar ein paar Narrenzunft-Dorfplatzhexen im Gefolge hatten. Ein Blickfang waren auch die historischen Spritzen der Feuerwehren Chieming und Bergen und weitere Feuerwehr-Oldtimerfahrzeuge. 

Festgottesdienst und Festzug mit über 2000 Teilnehmern

Kirchenzug zum Festgottesdienst Teil zwei

Zünftige Blasmusik schallte aus allen Richtungen. Über die Chieminger Straße und Hauptstraße führte der Zug zurück in die Dorfmitte und dann über den Markplatz und die Überseestraße zum Festzelt am Eichbergfeld, wo für rund 2200 Besucher ein Sitzplatz, süffiges Festbier und eine Brotzeit warteten. Den Zugabschluss bildete der vierspännige Bierwagen der Privatbrauerei Schnitzlbaumer. Nach dem gemeinsamen Mittagessen standen noch Geschenkübergaben an. Für die passenden Klänge sorgte die Musikkapelle Grabenstätt, die schon zum Festauftakt am letzten Donnerstag für beste Unterhaltung gesorgt hatte. Im weiteren Verlauf des Festsonntags gab es eine ausgelassene Bierzeltstimmung mit der Chiemgauer Band „da oa, da anda und I”. Die Stimmung war am Kochen und es wurde noch bis weit in die Nacht weitergefeiert. Die Meistpreiswertung sicherte sich Erlstätt (108 Teilnehmer) vor Chieming und Holzhausen.

„Unser 150. Gründungsfest hätte nicht besser verlaufen können, es war wahnsinnig schee, jeden Tag war das Festzelt voll und ich glaube, unseren Gästen hat es auch sehr gut gefallen“, so Festleiter und Feuerwehrvorsitzender Meisinger. Ein Sonderlob verteilte er an seine Festausschusskollegen und die komplette Mannschaft und deren Familien, ohne deren Arbeitseinsatz und Engagement die Festwoche in der Weise nicht möglich gewesen wäre.

mmü

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