Grabenstätter Starkbierfest

Fastenprediger bringt Saal zum Toben

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Das Starkbierfest in Grabenstätt war ein voller Erfolg.

Grabenstätt - Beim Starkbierfest war der Auftritt des Fastenpredigers Gustl Lex der absolute Höhepunkt. Besonders Bürgermeister Georg Schützinger bekam dabei "sein Fett weg".

Dem alten und neuen Bürgermeister Georg Schützinger war es vorbehalten, das Starkbierfest des Theatervereins und Musikvereins Grabenstätt im Gasthof „zur Post“ mit zwei kräftigen, zielsicheren Schlägen zu eröffnen und die ersten schäumenden Maß Bier an die großartig aufspielende Musikkapelle Grabenstätt zu verteilen, denn „das Bühnenbier ist traditionell das Musikantenbier“, wie Musikvereinsvorsitzender Alois Wiesholler süffisant anmerkte.

Fastenpredigt

Auf den Nockerberg-Ausspruch "Salve, pater patriae, bibas, princeps optime" der Theatervereinschefin Manuela Keil folgte dann die mit Spannung erwartete Fastenpredigt von „Quardian, Pater Superior“ alias Gustl Lex, der vorbeikam, um „im neuen Konventdorf Grabenstätt nach dem Rechten zu schauen“.

Früher sei Grabenstätt nicht wegen seinem McDonald´s oder der Firma Fossil bekannt gewesen, sondern wegen seines hervorragenden Bieres, mit dem ganze 59 Wirtshäuser beliefert wurden.

Gesundes Bier statt ungesundes Trinkwasser

Die Frage, wie gefährlich das hiesige Trinkwasser wirklich ist, sei im Dorf „schon uralt“, weswegen man früher fast ausschließlich Gerstensaft vom dorfeigenen Bräu konsumiert habe, denn „man kann zwar Wasser trinken, aber man kann es auch lassen“, stellte Quardian schmunzelnd fest. Letzteres hätten auch die Trachtler bei ihrem „bärigen Fest“ beherzigt, bei dem das Licht im Zelt eine ganze Woche nicht ausgegangen sei. Selbst der sonst so redselige Vorstand Sepp Fleischmann sei „14 Tage sprachlos gewesen“.

Was das im Vorfeld verschwundene Festaltar-Holzbauteil anbelange, sei „keine Verbindung zu Doris Biller von der Jugendtheater-, Musik- und Kunst ´Aktiengesellschaft´ (AG) und deren Umfeld“ feststellbar gewesen, zitierte Quardian unter lautem Gelächter aus dem Gemeindeblatt.

Wie die Münchner Presse den zufällig am 20. April angesetzten Schießwettbewerb der Grabenstätter und Erlstätter Kriegerkameraden in Unterwössen mit Blick auf Hitlers Geburtstag ausgeschlachtet habe, sei „ekelhaft brauner Scheibenkleister“ gewesen, ärgerte sich der „Pater Superior“ und warnte: „Also in Zukunft aufpassen, was man wann macht“.

Grabenstätter Starkbierfest (Teil 1)

Schneekanonen für die Böllerschützen

Mit dem im Winter eingesparten Geld für das Spuren der Langlaufloipen könnten sich die Böllerschützen ein paar Schneekanonen anschaffen. Diese wären beim besinnlichen Adventböllern nicht gar so laut und die Loipenverhältnisse ließen sich damit deutlich verbessern.

Auf einen neuen Dorfladen müssten die Erlstätter weiter warten, doch dank der neuen Kirchturmuhr seien ihre Gemeinderäte wenigstens wieder pünktlicher. Auch in Eckering wäre so eine Uhr angebracht, weil der dort ansässige Bürgermeister Schützinger „zeitlich allwei am Limit“ sei, frotzelte der Pater.

"Breit genug für Breitensport"

Er wisse nicht, so Quardian, wie breit man für Breitensport in der neuen Turnhalle sein müsse, aber „der Herr Bürgermeister müsste schon die richtige Breite haben“. Als Gemeindeoberhaupt wachse man mit dem Amt und das sei auch wichtig, denn „ein kleiner Pfarrer und ein dürrer Bürgermeister verschandeln ein ganzes Dorf“, lief der Fastenprediger vor seinen 180 begeisterten Zuhörern zu Höchstform auf.

Alle gehörnten Ehemänner könnten ihr Geweih nun im neuen Geschäft von Geweihdesigner Reinhard Deyerl in der Schloßstraße abgeben. Die gewieften Grabenstätter Touristiker würden sogar schon mit dem Gedanken spielen, die Mühlbachbrücke in bester Hollywood-Tradition in „Brücke am Gweih“ umzutaufen.

Früher habe die Dreifelderwirtschaft noch die Reihenfolge Sommergetreide, Wintergetreide und Brachland gehabt, nach dem „Modell Pitzlloh-Aberg aber nun Kiesgrube, Deponie, Bauland“, wunderte sich Quardian und kam auf den „Wahlk(r)ampf“ zu sprechen.

Grabenstätter Starkbierfest (Teil 2)

„Der ewige Bürgermeister“

Es habe ja geheißen, die vielen Wahlplakate würden das Dorf verschandeln, doch „wann sieht man schon so an Haufa schöne Leut im Vierfarbbrillantdruck lächeln?“, argumentierte der Pater. Dritter von sechs zu werden sei beim Sport immer noch ein Stockerlplatz, tröstete er den unterlegenden Grabenstätter Landratskandidaten Andreas Danzer von den Freien Wählern. Der am Ende doch „ungebrauchte“ FWG-Bürgermeisterkandidat Andreas Lukas habe Amtsinhaber Schützinger durchaus „das Fürchten gelernt“, doch nach dessen Wiederwahl trage dieser nun endgültig den Titel „der Ewige“. „Wie lange wollen Sie denn noch Bürgermeister bleiben? Mit Ihren 30 Dienstjahren bekommen sie ja jetzt schon eine längere Straße als Altbürgermeister Huber mit seinen 100 Metern am Feuerwehrhaus“, fügte Quardian schelmisch an. Alternativ könnte man die Turnhalle in „Bürgermeister-Schützinger- Arena“ oder das Probenhaus in „Tschortsch-Schützinger-Philharmonie“ umbenennen.

Platzhirsch, Kriminaler und mehr Musik im Gemeinderat

Dass die sparsame Gemeinderätin Anita Kohlbeck sogar am SPD-Parteimitgliedsbeitrag knausere, grenze schon fast an Geiz. Er wisse nicht so recht, wer die Lücke füllen solle, die der scheidende Außenminister Franz Wiesholler hinterlasse, vielleicht Schützinger in Personalunion, der kämpfe zwar ein wenig mit dem Englischen, kenne sich aber urlaubsbedingt in Italien/Südtirol aus.

„Der alte Platzhirsch Rudi Aigner“, „Gemeinderat für alle Fälle“, habe es „in alter Postbotmanier“ geschafft, von Listenplatz 16 einen grandiosen Wahlerfolg einzufahren. Die juristische Fachkompetenz sei zwar abgewählt, dafür aber mit Christian Fellner ein Kriminalbeamter dabei.

Für mehr Harmonie könnten die neuen Räte Alois Wiesholler und Waltraud Hübner vom Musikverein sorgen, denn auch wenn so eine Sitzung kein Konzert sei, „ist ein gewisses Miteinander und ein guter Ton nie verkehrt“, appellierte die Geistlichkeit an den neuen Gemeinderat und die ganze Dorfgemeinschaft.

Singspiel

Nach dem großartigen Auftritt von Fastenprediger „Quardian, Pater Superior“ alias Gustl Lex begeisterte der Theaterverein Grabenstätt auf dem Starbierfest mit seinem Singspiel „Das Trachtenfest“. Da der GTEV „Chiemgauer“ Grabenstätt auf den Plakaten das „t“ vergessen hatte, kamen die Besucher nicht wie erhofft in bayerischer Tracht, sondern in chinesischer Kleidung zum „Drachenfest“, was den Bürgermeister Georg Schützinger, perfekt gedoubelt von Christoph Urian, und Trachtenvorstand Sepp Fleischmann alias Michael Hartl gleichermaßen irritierte: „Weißt Du Schorsch was da los ist, im Dorf siehst nur noch gelb?“

mmü

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