Politischer Aschermittwoch der CSU:

Siegfried Walch nicht zu jung für Amt des Landrats

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Sie blicken der Kommunalwahl am 16. März 2014 optimistisch entgegen: (von links) Bürgermeister Georg Schützinger, CSU-Landratskandidat Siegfried Walch und Grabenstätts CSU-Ortsvorsitzender Hans Pertl.

Grabenstätt - Beim politischen Aschermittwoch der CSU wehrte sich Landratskandidat Walch nicht nur gegen die andauernden Vorwürfe, dass er für sein Amt zu jung sei.

Während es bei den diversen "Politischen-Aschermittwochs-Ausgaben" in Niederbayern wieder zahlreiche markige Sprüche und Angriffe auf die jeweiligen politischen Gegner gab, ging es beim traditionsreichen politischen Aschermittwoch des CSU-Ortsverbandes Grabenstätt im Gasthof „Grabenstätter Hof“ sachlicher und weniger emotional zu.

Im Mittelpunkt stand auch nicht die Europawahl im Mai, sondern die Kommunalwahl am 16. März und die Frage wie CSU-Landratskandidat Siegfried Walch, sollte er von den Bürgern gewählt werden, in den kommenden sechs Jahren die Landkreispolitik gestalten würde.

Werbung in eigener Sache betrieben auch rund 25 CSU-Kreistagskandidaten und die Gemeinderatskandidaten der Grabenstätter CSU, die die Gelegenheit nutzten, sich den über 130 Besuchern im voll besetzten Saal vorzustellen.

Walch wehrt sich gegen Kritiker

 „Auch ich werde jedes Jahr ein Jahr älter, die Jugend ist also ein Makel, der sich von selber erledigt“, wandte sich der 29-jährige Walch, der am 8. April 30 Jahre alt wird, eingangs an jene Kritiker, die ihm immer wieder „seine Jugend“ vorhalten. Es komme nicht auf das Alter an, sondern auf die Fähigkeiten eines Politikers, betonte Walch und verwies auf seine vielen politischen Ämter, die er seit seinen Anfängen bei der Jungen Union Inzell bekleidete.

In seiner frei gehaltenen Rede befasste er sich ansonsten mit den drängenden Zukunftsfragen des Landkreises Traunstein. Dieser stehe, wie viele andere Landkreise im ländlichen Raum auch, vor der „Mammut-Aufgabe“, den jungen Menschen dauerhaft eine Perspektive und eine hohe Lebensqualität zu bieten, um sie nicht an die städtischen Ballungsräume zu verlieren.

Wichtig seien hier funktionierende Gewerbebetriebe in den Gemeinden und eine erfolgreiche Infrastrukturpolitik. So gelte es nicht nur flächendeckend ein schnelles Internet zur Verfügung zu stellen, sondern auch Straßen und Schienen zu erhalten und dort, wo es wirtschaftlich notwendig und ökologisch vertretbar ist, über Neubauprojekte nachzudenken.

Um die jungen Leute später nicht wieder mühsam zurückholen zu müssen, müsse man in der Region auch eine bestmögliche Bildung und Ausbildung garantieren. Als Landrat würde er sich hier für eine enge Kooperation mit den Hochschulen einsetzen, versprach Walch.

Wegen seiner Wertschöpfung von 550 Millionen Euro im Jahr sichere der Tourismus Wohlstand und Lebensqualität. Um aber mit den österreichischen Nachbarn gleichziehen zu können, „muss Bayern endlich einen Fördertopf zur Verfügung stellen“, so Walchs Forderung.

Pro "Tourismus-Fusion"

Die Regionalität zum zentralen Strategieinstrument des regionalen Tourismus zu machen, sei eine Möglichkeit, die Wertschöpfung weiter zu steigern. Es müsse einfach noch mehr auf Lebensmittel aus der Region gesetzt werden. „Nicht erklärbar ist es, warum zwei Tourismus-Verbände um denselben Gast streiten“, kritisierte der CSU-Landratskandidat die aktuelle Situation rund um den Chiemsee. Dieser dürfe kein trennender Graben sein, sondern müsse zu einer vereinigenden Klammer werden. Falls er und sein CSU-Kollege im Nachbarlandkreis Rosenheim die Wahl gewinnen würden, werde man die Fusion von Chiemgau Tourismus und Chiemsee Alpenland vorantreiben.

Als wichtige Aufgabe einer kommunalen Daseinsvorsorge bezeichnete Walch auch den Erhalt der Kreisaltenheime, über die der Landkreis Traunstein als einziger oberbayerischer Landkreis noch verfüge.

Politischer Aschermittwoch der CSU Grabenstätt

"Moralisch völlig daneben"

Ein wichtiges Anliegen sei für ihn zudem die Aufrechterhaltung der guten medizinischen Versorgung in den Kreiskliniken. „Mit mir ist eine Privatisierung unserer Kliniken nicht zu machen“, stellte Walch klar. Zu Beginn der notwendig gewordenen Sanierung dürfe auf keinen Fall von Standortschließungen gesprochen werden, denn dies sei „moralisch völlig daneben“ und demoralisierend für die Belegschaft. Inklusive Personalkosten würde die wichtige Jugendhilfe im Landkreis derzeit 17 Millionen Euro verschlingen, mahnte Walch eine „ganzheitliche Umstrukturierung“ an.

Mit Blick auf die Asylbewerber-Thematik meinte er, dass die 700 Asylbewerber, die der Landkreis bis Jahresende insgesamt unterbringen müsse, gerechter auf die 35 Gemeinden verteilt werden müssten. Mit mehr Transparenz, Kommunikation und Information könnte man hier womöglich auf breitere Akzeptanz stoßen.

Es müsse zur Regel werden, dass der Landkreis nicht mehr ausgebe als er einnehme, forderte Walch und stellte in Aussicht, als Landrat einen permanenten Schuldenabbau einleiten zu wollen.

Eine erfolgreiche Landkreispolitik gelinge nur, wenn man über die Parteigrenzen hinweg zusammenarbeite und die Bürger miteinbinde. Deswegen denke er auch an eine wöchentliche Bürgersprechstunde.

Als der ehemalige Bezirksrat Markus Fröschl aus Trostberg, der auf eigenen Wunsch ganz am Ende der CSU-Kreistagsliste platziert wurde, bei seiner Vorstellung von „meiner erfolglosen Landtagskandidatur“ sprach, sprang ihm Walch am Rednerpult spontan zur Seite und betonte, dass dessen Kandidatur alles andere als erfolglos gewesen sei. Fröschl sei in Oberbayern erster CSU-Nachrücker, falls ein Partei-Kollege im Landtag ausfalle und dies sei bei der Altersstruktur in der CSU-Fraktion gar nicht so unwahrscheinlich.

Der CSU-Ortsvorsitzende Hans Pertl freute sich über „eine ganze Reihe hervorragender CSU-Kandidaten im Landkreis und in der Gemeinde“ und zeigte sich davon überzeugt, dass man mit ihnen erfolgreich in die Zukunft gehen werde.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der „Theater-Musi“ um Katharina Wiesholler (Harfe), Lukas Wimmer (Ziach) und Thomas Urian (Tuba).

mmü

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