Starkbierfest im "Chiemseebräu": Viele Pointen!

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Grabenstätt - Beim 20. Starkbierfest im "Chiemseebräu" zündeten Pater Ambrosius und Franz Josef Strauß ein Feuerwerk an Pointen. Die Besucher hatten sichtlich Spaß daran:

Fastenprediger Pater „Ambrosius“ alias Kurt Lohwasser, der frühere bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß alias Stefan Porzsolt und Dialektkünstler Oliver Lange als Mariechen Boggensagg waren die Attraktionen beim hervorragend besuchten Starkbierfest-Jubiläum in der voll besetzten Wirtsstube im „Chiemseebräu“. In letzter Zeit sei in Grabenstätt nicht allzu viel passiert und auch dem üblichen „Ratsch und Tratsch“ habe man nur wenig Stichhaltiges entnehmen können, beklagte sich Ambrosius. Selbst in der Zentrale des GGND – Abkürzung für Grabenstätter Gemeinde Nachrichten Dienst beim Edeka Huber – sei „der Informationsfluss leider nur noch ein Rinnsal gewesen“. Anstatt die Gerüchteküche anzufeuern, sollte auch jeder „erst einmal vor der eigenen Tür kehren, denn dann wäre unsere schöne Welt viel sauberer“, so Ambrosius. „Georg der Ewige ist wie erwartet euer Majestix“ geblieben“, erinnerte der Fastenprediger an die erneute Wiederwahl von Bürgermeister Georg Schützinger. Dieser würde immer mehr die Gestalt des „Obelix“ annehmen und da „wird es ihn sicher freuen, dass es jetzt immer mehr Wildsauen rund um Grabenstätt gibt“, zündete Ambrosius eine weitere Lachsalve.

20. Starkbierfest in Grabenstätt

Im Übrigen hätte die CSU ihre Gemeinderatskandidaten auf der Wahlliste besser alphabethisch anordnen sollen, denn dann hätte sich der Rudi Aigner nicht von ganz unten nach oben kämpfen müssen, meinte Ambrosius in seiner „Wahlkrampf-Rückschau“. „Frischer Wind für Grabenstätt“, das habe die Freie Wählergemeinschaft Grabenstätt im Wahlkampf versprochen, doch die deutschen Skispringer würden solche Windstärken „Laborbedingungen“ nennen, witzelte er. Als der frühere FWG-Platzhirsch Anton Mayrhofer noch im Gemeinderat gesessen habe, seien immer wieder ordentliche Windböen durch das Rathaus gestrichen, und jetzt? Gemeinderat Andreas Danzer habe sich als neuer stellvertretender Landrat nun „auch phänotypisch der neuen Aufgabe angepasst“, so Bruder Ambrosius. Sein Bart sorge dafür, „dass er jetzt endlich nach was ausschaut“, hätten dessen „Parteifreunde“ verraten. Der neue 3. Bürgermeister und Kirchenpfleger Maximilian Wimmer zähle nun zu den meistbeschäftigten Bürgern, weshalb er für das frei gewordene Amt des Grabenstätter Außenministers nicht infrage komme. „Fast-Dritter-Bürgermeister“ Rudi Aigner sei hingegen nach seiner Neuseeland-Reise und den vielversprechenden Gesprächen mit den dortigen Ureinwohnern zum Zwecke einer Partnerschaft mit Grabenstätt geradezu prädestiniert dafür, betonte Ambrosius und erntete dafür breite Zustimmung. Bei der Suche für einen geeigneten Spielort habe das erfolgreiche Jugendtheater lange zittern müssen, doch dann habe Pater Augustin im letzten Moment den Pfarrsaal zur Verfügung gestellt, bedankte sich Ambrosius. Der „Herzerl-Weg“ am Eichberg gehe nach kurzer Lebensdauer leider den Weg allen Irdischen. „Die Herzen aller wichtigen Promis sind vom Maibaum gestohlen worden und die übrigen Herzen kehren langsam in den biologischen Kreislauf zurück – schade um die schöne Idee“, bedauerte der Pater. Auch der Verlandungskreislauf in der Hirschauer Bucht lasse sich wohl leider nicht mehr aufhalten. Womöglich hätte dies eine Explosion der Gasblase verhindern können, doch diese habe sich als kleine natürliche Methangasblase entpuppt, die zudem schnell geschlossen worden sei, so Ambrosius. Zum 20. Starkbierfest breitete er auch noch einige nette Anekdoten aus längst vergangenen Zeiten aus.

Gastspiel von Ex-Ministerpräsident Franz Josef Strauß

„In diesem Jahr jährt sich die Entstehung meiner Unsterblichkeit zum 100. Mal“, deswegen habe er sich noch einmal dazu bewegen lassen, das wahre Paradies im Himmel zu verlassen und das von „meinem Nachlassverwalter Horst Wendehals Seehofer“ als Vorstufe zum Paradies auserkorene Bayernland zu besuchen, ließ der frühere Bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß in seiner unverwechselbaren Art verlauten, nachdem er sich am Rednerpult aufgetürmt hatte. Dass er sich für seine Stippvisite ausgerechnet Grabenstätt ausgesucht habe,

liege auch am „hervorragenden Bier“, das hier in der kleinsten Gasthausbrauerei zwischen München und Salzburg ausgeschenkt werde, lobte Strauß. Was die Griechenlandkrise anbelange, habe er schon 1980 als Kanzlerkandidat der Union davor gewarnt, die Griechen in die Europäische Union aufzunehmen. Das Wort „Kredit“ sei vom lateinischen Wort „credere“ abgeleitet und „heißt glauben und nicht klauen“, gab der gebildete Humanist und nimmermüde Vollblut-Politiker zu bedenken. Mit gehobenem Zeigefinger schob er hinterher, dass manche Hilfsmittel schlimmer seien als die Gefahren. Neben dem „fehlgeleiteten Donauwaller und Insolvenz-Verwalter der CSU Horst Seehofer aus Ingolstadt“ bekam auch Strauß´ einstiger Ziehsohn Edmund Stoiber sein Fett weg. Dass diesem als Ex-Ministerpräsidenten beim diesjährigen Politischen Aschermittwoch in Passau erstmals eine von vorne bis hinten stimmige Rede ohne „Ähs“ gelungen sei, habe einzig und allein daran gelegen, dass sie von ihm selbst in seiner himmlischen Staatskanzlei geschrieben worden sei, verriet Strauß mit einem schelmischen Grinsen. Als er sich wenig später auch noch in den emeritierten Papst Benedikt XVI verwandelte, war auch dem letzten seiner Zuhörer klar, dass Strauß selbst im Paradies die Zügel in der Hand hält. „Nur wer erfolgreich Politik betreibe, komme auch in den Himmel“, gab er Seehofer, Haderthauer und Co. mit auf den Weg.

Gastgeber als fränkische Plaudertasche Mariechen Boggensagg

Die Aura des Überraschungsgastes Franz Josef Strauß war noch nicht verflogen, als Gastgeber Oliver Lange als „aufgebrezelte“ Plaudertasche Mariechen Boggensagg im Jahr 2035 die unveränderte Wirtsstube betrat. Kaum hatte die aus einer alteingesessenen fränkischen Metzgerei-Dynastie stammende, Wirtshaus-erprobte, reife Dame das Wort ergriffen, war schnell klar, dass sie ihre Haare nicht nur auf den Beinen und Armen, sondern auch auf den Zähnen spazieren trägt. Wenn Bürgermeister Schützinger nicht beim Rittbitten in Erlstätt gewesen wäre, hätte er erfahren, dass er in 20 Jahren als dienstältester Bürgermeister Europas, wenn nicht der ganzen Welt immer noch auf seinem Rathausstuhl sitzen werde und es mit großer Wahrscheinlichkeit bis zu seinem letzten Atemzug tun wird. Ihr weithin bekannter Stammtisch könne sich nicht über zu wenig finanzielle Unterstützung beklagen, seitdem er zum Weltkulturerbe der Unesco gehöre, plauderte Mariechen Boggensagg aus dem Nähkästchen. Andererseits dürfe der Stammtisch seitdem nicht mehr verändert werden, was sich mit Blick auf das fortschreitende Alter und die zunehmende Gebrechlichkeit seiner Protagonisten zunehmend als Problem erweise, verriet die Gastgeberin unter schallendem Gelächter. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der zünftigen „Hi und do Musi“. Auch Nachwuchs-Ziachspieler Quirin Lange wusste zu begeistern.

mmü

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