„Rettet die Hirschauer Bucht!“

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Landesminister Martin Zeil (FDP) begutachtete am 20. Juli, also nur wenige Wochen nach dem Jahrhunderthochwasser, die Schäden im Achental und kam auch zu einer Stippvisite in die Hirschauer Bucht. Albert Multerer (links) und dessen Tochter Rosa-Maria Multerer (rechts von ihm) hatten damals auch die Verlandungsproblematik in der Hirschauer Bucht angesprochen.

Grabenstätt - Gegen Verlandung und Müll in der Hirschauer Bucht: Ein Aktionsbündnis fordert Reinigungsmaßnahmen und will einen Naturlehrpfad einrichten.

Eine öffentliche Diskussions- und Informationsveranstaltung unter dem Motto „Rettet die Hirschauer Bucht!“ veranstaltet die Interessengemeinschaft Hirschauer Bucht am kommenden Donnerstag, den 24. Oktober, um 20 Uhr im Gasthof „Grabenstätter Hof“.

Ein Zusammenschluss von engagierten Grabenstätter Bürgern will nicht länger tatenlos zusehen, wie der vormals schönste Sandbadestrand des Chiemsees weiter zur „Deponie für Müll, Treibholz und Schlamm verkommt und extrem stark verlandet“.

Man möchte deshalb Möglichkeiten aufzeigen, wie im Einklang mit den Belangen des Naturschutzes, des Hochwasserschutzes und des Tourismus, Maßnahmen ergriffen werden können, um die Situation in der Hirschauer Bucht Schritt für Schritt zu verbessern.

Dabei geht es um die Säuberung und Wiederöffnung des zur Hirschauer Bucht führenden Achenarms, den teilweisen Rückbau des Deichs ab dem Zufluss des Achenarmes nördlich der Autobahn A8 zur Schaffung von Hochwasser-Retentionsflächen, um das Regenwasser zurückzuhalten, grundlegende Beseitigung des Mülls und des Treibholzes ab Rotgraben, zeitlich und räumlich begrenzte Wiedergewährung des Gemeingebrauchs sowie um die regelmäßige Säuberung der Hirschauer Bucht von Müll und Treibholz sowie des Schlamms in den Ausläufen von Mühlbach, Rotgraben und Mooshauptkanal zur ordnungsgemäßen Entwässerung landwirtschaftlicher Flächen.

Als weitere Maßnahmen mit denen der Eintrag in den Chiemsee vermindern werden könnte, werden von der Interessensgemeinschaft Hirschauer Bucht vorgeschlagen: Rückhaltemaßnahmen im Oberlauf bis nach Tirol, häufigere Leerungen beziehungsweise Erweiterung des Kiesfangs südlich der Autobahn, Renaturierung des Rothgrabens im Mündungsbereich und Bereitstellung von tiefer liegenden Flächen, die im Bedarfsfall als Überflutungsfläche genutzt werden können.

Treibholz in der Hirschauer Bucht

Auch ein Besucherzentrum in der Hirschauer Bucht samt Naturlehrpfad wird angedacht. „All diese Maßnahmenvorschläge beruhen auf Konzepten, die die letzten Jahrzehnte behördlicherseits bereits diskutiert und mit zahlreichen wissenschaftlichen Studien begleitet wurden – allein es ist nichts passiert!“, bedauert Rosa-Maria Multerer von der Interessengemeinschaft. Man maße sich zwar nicht an, dass all diese Vorschläge der Weisheit letzter Schluss seien, fordere aber anhand dieses fundierten Maßnahmenkatalogs, dass nach nunmehr fünf Jahrzehnten endlich etwas in der Hirschauer Bucht passiere, und zwar zeitnah.

Zur Diskussions- und Informationsveranstaltung werden neben zahlreichen Bürgern auch eine Reihe von Fachleuten erwartet. Weitere Informationen finden sich auch auf der Homepage www.hirschauer-bucht.com.

mmü

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