Möbel als Stütze fürs Gedächtnis

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"Alles Kopfsache": Gedächtnistrainer Gregor Staub erklärte dem Publikum, wie man sich Namen und Zahlen leichter merken kann.

Prien - Mit seiner "Mega Memory"-Methode verblüffte und überzeugte Gedächtnistrainer Gregor Staub die Gäste im großen Kursaal.

Die Tafel auf der Bühne ist aus Eisen und er haut drauf - ein Eisenhower. Den Stift hat er noch nie gesehen, schaut ihn an und fragt "Kenn i di?" (Kennedy). In weniger als drei Minuten konnten die 300 Zuhörer die zehn US-Präsidenten vor Obama auswändig - dank der Tricks von Gregor Staub. Seine "Mega Memory"-Methode verblüffte und überzeugte die Gäste im großen Kursaal.

Während hinten noch Besucher in den Saal strömen, springt der Mann auf die Bühne und fordert alle auf, sich sechs Leute in ihrer Nachbarschaft zu suchen und sich mit Vornamen vorzustellen - und sich zu merken, wer wie heißt. Ein gemeinschaftliches Händeschütteln setzt ein. So lernt der Gast Melanie, Claudia, Alex, Günter, Fritz und Freddy kennen - und kann sich ihre Namen merken, ohne sie aufzuschreiben.

Gregor Staub, der auf Einladung des Verbands Priener Unternehmer (VPU) in die Marktgemeinde gekommen war, gilt als Europas Gedächtnistrainer Nummer eins. Bis er anfängt, mit seinem Publikum zu üben, dauert es eine Weile. Zunächst will er denjenigen, die gekommen sind, weil sie Probleme haben, sich Zahlen oder Namen zu merken, die Angst vor Fehlern nehmen. Ein Baby landet 6000-mal auf dem Hosenboden, bis es wirklich stehen kann, erzählt der Schweizer und nennt das fortan "Management by falling on your nose".

Vor allem Schüler sind es, die dem Trainer am Herzen liegen, und er beklagt sich nur ganz kurz, dass zu wenige Lehrer seine Methoden aufgreifen. Am Vormittag hatte er in Prien zweimal mit Schülern trainiert, am Nachmittag wollten dann die Lehrer nicht zum Üben bleiben, erzählte Straub dem zahlenden Abendpublikum.

Bis zu 250-Englisch-Vokabeln am Tag könne man mit seiner Methode lernen, wirbt er fürs "Mega Memory". Die Zuhörer bekommen Einsteigertipps und Übungen, die belegen, dass es funktionieren kann. Staub arbeitet mit Assoziationen. Er lässt sich 20 zusammengesetzte Hauptwörter zurufen - von Kurbelwelle bis Stachelschwein, kann sie kurz darauf vorwärts und rückwärts in Reihenfolge aufsagen und verrät am Schluss, wie er es geschafft hat. Dass er beim ersten Versuch nur 17 von 20 aufsagen kann, beirrt den Schweizer nicht. "Man muss sich auch freuen, wenn man einen Fehler lokalisiert hat, weil man ihn dann lösen kann", erklärt er.

Zahlen merkt er sich grundsätzlich zweistellig - 02 ist die Lampe (wegen hell und dunkel), 04 das Auto (wegen der Reifen), 05 die Hand, 06 der Würfel und so weiter, verbindet dies mit verschiedenen Körperteilen und schafft so in kurzer Zeit Merkpfade, die das Publikum laut mitgehen kann.

So lernen die Probanden zehn US-Präsidenten, 16 Bundesministerien und alle zehn Vornamen von Karl Theodor zu Guttenberg - durch gedankliche Rundgänge durch den Saal mit verschiedenen Utensilien darin als Gedächtnisstütze.

Die Fähigkeit, sich Dinge merken zu können, hat zu zehn Prozenz mit Intelligenz zu tun, zu 25 Prozent mit Motivation und zu 65 Prozent mit Vorwissen, erläutert der Trainer sein System, im Kopf Netzwerke aus Bekanntem und Neuem zu knüpfen.

"Man muss es nur ein wenig üben, damit man sich zutraut, es zu können", verweist der Schweizer nach zwei Stunden und einigen erfolgreichen Appetitanregern auf sein Trainingsprogramm, das auf zwölf CDs gepresst im Anschluss an den Vortrag starkt nachgefragt ist. Damit, verspricht der Trainer, gelingt der "Transfer" der Übungen "ins richtige Leben".

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