„Voller Mut die Volkskultur erhalten“

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Mit Spannung wurden alle Darbietungen im Festzelt verfolgt.

Aschau - Garantiert keine Langeweile kam im voll besetzten Festzelt beim 125. Gründungsjubiläum des Gebirgstrachten-Erhaltungs-Vereins „D'Griabinga“ Hohenaschau.

„Ich wünsche euch weiterhin ein Miteinander von Jung und Alt im Verein, alte erfahrene Leute als Vorbilder und junge schneidige Leute, die unbefangen und voller Mut unsere Volkskultur erhalten“, bedankte sich Gauvorstand Ludwig Entfellner in seiner Ansprache bei den Mitgliedern des Festvereins für ihre Arbeit.

„Wir müssen den Mut haben, auch weiterhin für unsere eigene christlich- abendländische Kultur zu kämpfen und sie unverfälscht für unsere Nachwelt zu erhalten. Alterfahrene Vereine wie die D‘Griabinga könnten mit ihrer jungen Mannschaft dazu einen wichtigen Beitrag leisten.“ Vorstand Claus Reiter dankte in seinem Grußwort allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten, und erinnerte an den Vereinszweck der Griabinga: Trachtler sollten Trachtlern helfen und sich auch im alltäglichen Leben unterstützen, wie von den Gründervätern gewollt. Der Dank des Vereines gehe an alle, die den Verein in den vergangenen 125 Jahren aufgebaut und unterstützt haben.

Zahlreiche trachtlerische Prominenz aus dem gesamten südostbayerischen Raum - unter ihnen der Vorsitzende des Bayerischen Trachtenverbands, Otto Dufter - gaben den Hohenaschauer Trachtlern die Ehre. Dann zeigten die „Griabinga“ - nach den Vereinen von Miesbach und Bayrischzell der drittälteste Trachtenverein in Bayern -, dass sie sich in den vergangenen Jahren bestens auf das Gründungsfest vorbereitet haben.

Der Jubelverein führte bildhaft vor, wie die Chiemgauer feiern können, die Bühne wurde niemals leer. Sie boten den zahlreichen Besuchern die ganze Vielfalt des heimischen Brauchtums dar. Musik, Gesang, Schuhplattler und Trachtentänze wechselten sich in bunter Reihenfolge ab und wurden in überlieferter Weise vorgeführt. Viel Beifall bekam die Kinder- und Jugendgruppe mit dem Auftanz, angeführt von Ehrenvorstand Georg Pfaffinger und Dirndlvertreterin Vroni Lohmeyer.

Sterntanz als Höhepunkt

Höhepunkt und Abschluss des kurzweiligen Abends war der Sterntanz, aufgeführt von zwölf Paaren. Die Musikkapelle Aschau trug mit ihrem gekonnt akkuraten Spiel und mit ihrer Begleitung der Auftritte der Trachtler wesentlich zum Gelingen des Abends bei. Die Aktive Gruppe, die Jugend- und die Kindergruppe des Festvereins brachten alle bekannten und gern gesehenen Plattler und Figurentänze, die Patenvereine von Amerang, Prien, Bernau, Sachrang und Bergen zeigten ausgesuchte Trachtentänze, der Chiemgau-Alpenverband gratulierte mit den Aktiven der Gaugruppe unter der Leitung der beiden Vorplattler Peter Reiter und Christian Lackerschmidt; jeder im Zelt konnte es sehen, hier sind die Besten beisammen, die der Chiemgau-Alpenverband zu bieten hat.

Die Vorstände der sechs Patenvereine und des Chiemgau-Alpenverbands gratulierten dem Göd zum Geburtstag, wie es sich im Chiemgau so gehört, und brachten als Geschenk ein reich besticktes Band für die Vereinsfahne der Hohenaschauer. Die Nachbarn vom Trachtenverein "Edelweiß" aus Niederaschau brachten als Geschenk ein Fassl Bier mit, denn Wasser hätten die Hohenaschauer in den letzten Tagen beim Aufbau mehr als genug gehabt, meinte der Niederaschauer Vorstand Paul Kink.

Zum stillen Teil trugen die Schwarzenstoana Sängerinnen, die Griabinga Soatnmusi, das Harfentrio Fischer, die Rimstinger Sänger und die Griabinga Ziachmusi bei. Ansager Siegi Götze verstand es ausgezeichnet, das vielfältig dargebotene Brauchtum ins rechte Licht zu rücken, zitierte die Hohenaschauer Festschrift und freute sich mit den Aschauern über das Können aller Beteiligten. „Ohne unsere engagierten Trachtlerinnen und Trachtler wäre unser Bayernland nicht das, weswegen wir und unsere Gäste es so lieben“, dankte Bürgermeister Werner Weyerer den Hohenaschauern für ihre Arbeit im Dorf. „Es freut uns ganz besonders, dass auch unsere Trachtenjugend noch den Idealismus für die gute Sache besitzt. Nur wer die eigenen Wurzeln kennt, sich derer bewusst ist und die Heimatkultur bewahrt, der wird in einer globalisierten, von Veränderungen gezeichneten Welt die Orientierung nicht verlieren.“

Mit der Totenehrung am Hohenaschauer Kriegerdenkmal begannen die Trachtler ihr Festwochenende. Pfarrer Josef Winkler gedachte der Toten des Vereins. Gemeinsam legte Vorstand Claus Reiter mit seinem Stellvertreter Toni Anner und Festleiter Rudi Angermaier einen Kranz für die verstorbenen, vermissten und gefallenen Trachtler der vergangenen 125 Jahre nieder.

reh/Oberbayerisches Volksblatt

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