Große Grünfläche am Chiemseeufer

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Neue Wege- und Straßenführungen, zusätzliche Parkplätze, weniger Bauten - und vor allem viel neues Grün: Nach mehreren Jahren hat der Gemeinderat die Grundzüge für eine Verschönerung des Chiemseeufers festgeschrieben.

Bernau - Das Werk ist vollbracht: Nach langer Diskussion hat die Gemeinde Bernau jetzt die Grundsätze für die Verschönerung des Hafens verabschiedet.

Nach langen Diskussionen und vielen Veränderungen in den vergangenen Jahren hat der Gemeinderat in Bernau am Donnerstag die Grundsätze für die Verschönerung des Hafens und dessen Umfeld am Chiemseeufer in Felden verabschiedet und den Bebauungsplan mit großer Mehrheit aufgestellt. Vor rund sechs Jahren hatte das Verfahren begonnen.

Mit der Freigabe des Rasthauses durch die Amerikaner - sie hatten dort eine Erholungsstation eingerichtet - hatten sich seinerzeit neue Perspektiven eröffnet. Das gesamte Gelände fiel an die Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeinde Bernau erwarb den Hafen. Die Freiberger Holding kaufte das Rasthaus. Sie baute das Gebäude um, heute ist dort der "Medical Park Chiemseeblick", eine Fachklinik für Psychosomatik, untergebracht.

Die Gemeinde ging alsdann an eine Überplanung des gesamten Hafenbereiches. Ihr Ziel: eine Verschönerung. Nach vielen Diskussionen - das Verfahren war auch einmal über längere Zeit ausgesetzt - hat der Gemeinderat jetzt endgültig Nägel mit Köpfen gemacht. Er hat das Verfahren beendet und den Bebauungsplan als Satzung beschlossen - womit er nun Rechtskraft erreicht.

Einige Grundzüge der Planung: Die Gemeinde schafft eine große Grünanlage zwischen Chiemsee und Autobahn. Die Rasthausstraße wird - was bereits erfolgt ist (wir berichteten) - vom Ufer weg an die A 8 gelegt. In der Nähe des Wassers entstehen zwei Wege, einer für die Fußgänger und einer für die Radfahrer. In der Nähe des Uferspitzes, der einige Meter weit in den Chiemsee ragt, entsteht eine kleine Gastronomie. Westlich der Hafenanlage der Gemeinde erhält der Bernauer Segelclub Felden (BSCF) die Möglichkeit, auf Grund und Boden, den er von der Gemeinde nach wie vor gepachtet hat, ein Seglerheim neu zu bauen. Und die Kommune erweitert den Parkplatz an der Gaststätte "Badehaus": Zu den bereits vorhandenen zirka 140 kommen nach Angaben aus der Verwaltung 46 neue Pkw-Stellplätze. Außerdem entstehen 15 Abstellplätze für Wohnmobile. Und für die Busse, die bislang immer wieder Schwierigkeiten haben zu wenden, wird um das dortige Pumphäuschen eine zweispurige Umfahrung angelegt - ein kleiner Kreis, auf dem sie auch parken können.

Christian Hügel (CSU) betonte, dass der Bebauungsplan mit all seinen Maßnahmen, die er in Aussicht stellt, dem Ufer eine "sehr hohe Qualität" bringen werde. "Die Bernauer werden von den Änderungen profitieren." Die Gemeinde werde eine "parkähnliche Fläche" schaffen. Die Bebauung gehe "deutlich zurück", weitere Stellplätze für Pkw sowie außerdem für Wohnmobile seien in Sicht. "Wir schaffen Geh- und Radwege am Ufer", eine "komplette Promenade" vom Strandbad bis zum früheren Rasthaus entstehe.

Zweiter Bürgermeister Matthias Vieweger (CSU) erinnerte an die vielen Diskussionen in der Vergangenheit - und damit auch daran, dass, ausgehend von ursprünglichen Zielsetzungen, dann "einiges verändert" worden sei. Der Bebauungsplan sei, wie Vieweger betonte, im Dialog entstanden. Jetzt müssten die aufgestellten Grundsätze Schritt für Schritt umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang ließ der Zweite Bürgermeister durchblicken, dass für ihn nun vor allem auch eines ganz wichtig ist: "Wir brauchen unbedingt ein Parkleitsystem." Im anderen Fall laufe die Gemeinde Gefahr, dass die Autofahrer in diesem Bereich womöglich umherirren.

Mit 15:4 Stimmen hat der Gemeinderat den Bebauungsplan verabschiedet. Dagegen votierten Philipp Bernhofer (Bernauer Liste), Sepp Genghammer (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Alexandra Pawlitzek und Eduard Wierer (beide Überparteiliche Wählergemeinschaft). Bernhofer kritisierte, dass ein Schutzgebiet am Uferspitz nicht auf dem Plan eingezeichnet sei. Nachweislich sei dort ein "Special Protected Area" (SPA) gegeben. Genghammer blickte auf die Gastronomie am Uferspitz, die auf einer Grundfläche von maximal 150 Quadratmetern zulässig ist. "Bedauerlich" sei, "dass so ein großes Gebäude am Uferspitz geplant ist". Wierer war nicht damit einverstanden, dass der BSCF das neue Seglerheim so nah am See bauen und die Sitzgruppe am Ufer stehen lassen darf - womit am Ende seiner Ansicht nach zu wenig Platz für einen Durchgang bleiben werde.

Bürgermeister Klaus Daiber und Irmgard Daxlberger, die Leiterin des Hauptamtes, wiesen die Kritik und die Bedenken zurück. Das Schutzgebiet am Uferspitz sei in seinen genauen Grenzen nur schwer zu erfassen, deshalb zeichnerisch nicht auf dem Plan festgehalten, sehr wohl aber textlich in der Begründung des Bebauungsplanes angeführt. Und insbesondere zur Frage der Situierung des neuen Seglerheims betonte Daiber - wie schon in früheren Diskussionen - einmal mehr, dass sehr wohl noch ein vier bis fünf Meter breiter Durchgang gesichert sei.

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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