15 Passagiere aus Sessellift evakuiert

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Bergretter bei der Evakuierung eines Passagiers

Aschau - 15 Passagiere im Sessellift eingeschlossen! So lautete das Szenario für eine Großübung der Bergwachten im Priental am Wochenende.

Am Samstag um kurz vor 15 Uhr wurde der Einsatzleiter der Bergwacht im Priental vom Betriebsleiter der Kampenwandseilbahn über den Stillstand des Einersesselliftes "Rossleiten" informiert. Im Lift befinden sich zwischen zehn und 20 Personen und es wird geprüft, ob der Lift in Kürze wieder fahrbereit ist. Wenige Minuten später bestätigte der Betriebsleiter dem Einsatzleiter, dass der Lift wegen eines technischen Defekts evakuiert werden muss. So begann für die Bergwachtbereitschaften Sachrang-Aschau, Wasserburg, Rosenheim und Grassau eine lange geplante gemeinsame Einsatzübung zur Evakuierung eines Sesselliftes. Wie bei einem realen Einsatz trafen sich die Einsatzkräfte der Bereitschaften an der Bergrettungswache Aschau.

Dort wurden sie in verschiedene Teams eingeteilt, nahmen Berge- und Sicherungsmaterial, sowie Material zur ärztlichen Versorgung auf und wurden mit unterschiedlichen Aufgaben zum Einsatzort geschickt. In der Bergrettungswache bildete sich aus Mitgliedern der verschiedenen Bereitschaften und der Betriebsleitung der Kampenwandseilbahn eine Einsatzleitung zur Koordinierung und Dokumentation des Einsatzes. Erste Einsatzkräfte, die von der Bergwachtdiensthütte an der Kampenwand ausrückten, gaben der Einsatzleitung bereits wenige Minuten nach der Alarmierung die Lage durch, dass sich im Lift 15 unverletzte Personen befinden und der Sessellift zum Betreten gesichert ist. Kurz darauf trafen die ersten Bergeteams am Lift ein und begannen mit der Evakuierung. Dafür wird ein für die gesamte Bergwacht Bayern standardisiertes Verfahren angewandt, das jeder Bergretter einmal im Jahr im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung (ZSA) in Bad Tölz übt.

Großeinsatz für die Bergwacht

Durch diese Vereinheitlichung war es auch möglich, dass Bergretter unterschiedlicher Bereitschaften bei dieser Übung in Teams zusammenarbeiten konnten. Insgesamt fünf Bergeteams arbeiteten sich zeitgleich in den verschiedenen Liftabschnitten zu den Passagieren vor und bargen diese nach und nach ab.

Nach dem Abseilen der Passagiere zum Boden wurden diese von weiteren Bergrettern in Empfang genommen, die diese weiter betreuten und - wenn nötig - in sicheres Gelände begleiteten. Anschließend wurde jede geborgene Person registriert und nach einer ärztlichen Untersuchung entweder nach Hause entlassen oder für weitere Untersuchungen eingewiesen. Für diese Untersuchungen, zur ärztlichen Versorgung der Passagiere oder auch für verletzte Einsatzkräfte standen drei Notärzte auf Abruf bereit. Des weiteren stand ein Sicherungsteam bereit, um eventuell Personen auf dem Weg zurück auf die Piste zu sichern. Auch zwei Schneefahrzeuge standen für Sondereinsätze bereit. Für diese Teams wurde von der Übungsleitung ein Passagier eingeplant, der selbst aus dem Sessel gesprungen ist und sich dabei verletzt hat.

Dieser wurde notärztlich versorgt, in einen Akja gebettet und ins Tal abtransportiert. Zweieinhalb Stunden nach Übungsbeginn war der letzte Passagier geborgen und wenige Minuten später war auch das letzte Bergeteam wieder am Boden. Insgesamt waren 42 Bergretter an der Übung beteiligt. Als Opfer stellten sich die Anwärter der Bereitschaften zur Verfügung. Eric Zbil, Geschäftsführer der Kampenwandseilbahn GmbH, bedankte sich bei allen Rettern und Opfern und lud diese nach Ende der Übung zum Aufwärmen und zur Stärkung in die Sonnenalm ein. Dort fand auch die Abschlussbesprechung statt, in der sich Übungs- und Einsatzleitung mit Ablauf und Ergebnis der Übung sehr zufrieden zeigten.

Pressemitteilung Bergwacht Sachrang-Aschau

Quelle: rosenheim24.de

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