Grundschule Wildenwart soll gerettet werden

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Die Grundschule Wildenwart.

Prien - Immer weiter sinkende Schülerzahlen machen eine Umstrukturierung der Wildenwarter Grundschule nötig. Ganz geschlossen werden soll sie aber nicht.

Lesen Sie hier den Bericht der Chiemgau-Zeitung vom Samstag:

Grundschule Wildenwart soll gerettet werden

Die Grundschule Wildenwart soll der in Prien unterstellt werden. So soll sie vor der Schließung wegen sinkender Schülerzahlen gerettet werden. Das gab Bürgermeister Jürgen Seifert in der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im großen Kursaal bekannt. Künftig soll jeweils eine Klasse jeder Jahrgangsstufe in Wildenwart unterrichtet werden, je zwei in Prien. Während der Priener Marktgemeinderat der nötigen Sprengeländerung bereits zugestimmt hat, steht eine Entscheidung des Gremiums in Frasdorf allerdings noch aus.

Im Frühjahr hatte das Schulamt die drohende Schließung angekündigt, weil die Zahl der Kinder in der Wildenwarter Grundschule immer weiter gesunken war. Die Schule liegt zwar seit der Gebietsreform in den 1970er-Jahren auf Frasdorfer Gemeindegebiet und untersteht auch dieser Kommune. Tatsächlich kommen aber etwa drei Viertel beziehungsweise aktuell 74 Kinder, die dort unterrichtet werden, aus der Marktgemeinde Prien. Insbesondere Mädchen und Buben aus Siggenham, Bachham, Atzing und Prutdorf sowie weiteren, kleineren Priener Ortsteilen drücken dort die Schulbank.

Seifert berichtete im großen Kursaal von zahlreichen Gesprächen mit dem Schulamt, der Nachbargemeinde und den Leiterinnen beider Grundschulen, zuletzt vor gut einer Woche. "Das Schulamt hat in Aussicht gestellt, die Schule Wildenwart am Leben zu erhalten, wenn wir sie weiter beschicken", fasste der Bürgermeister den aktuellen Stand zusammen.

Der Marktgemeinderat habe in seiner nichtöffentlichen Sitzung vor wenigen Tagen eine Sprengeländerung einstimmig gebilligt. Ein Schulsprengel regelt die geografischen Grenzen des Einzugsbereichs einer Schule. Ein entsprechender Beschluss des Frasdorfer Gemeinderats steht allerdings noch aus. Das Thema steht übernächste Woche auf der Tagesordnung, bestätigte Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller gestern auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung.

Vorgesehen ist laut Seifert, dass die Grundschule Wildenwart sozusagen eine Filiale der Priener Grundschule unter der Leitung von deren Rektorin Elisabeth Neuert-Kaiser wird. Je zwei Klassen jeder Jahrgangsstufe sollen in Prien, jeweils eine in Wildenwart unterrichtet werden. Die Kinder aus der Gemeinde Frasdorf, die in unmittelbarer Nähe des Schulhauses in Wildenwart wohnen, sollen auch weiterhin dort zur Schule gehen können, betonte Seifert.

Die Priener Grundschule mit derzeit 225 Kindern platzt nach Darstellung des Bürgermeisters aus allen Nähten. "Wir wissen noch nicht genau, wie wir jedes Raumproblem lösen können." Für das nächste Schuljahr würde nach heutigen Erkenntnissen ein weiteres Klassenzimmer benötigt, das aber nicht vorhanden sei. Zudem seien die Klassen in Prien derzeit größer, als vom Kultusministerium für Grundschulen eigentlich vorgegeben. "In den zweizügigen Klassen in Prien sind wir am absoluten Limit angelangt." Durch die Sprengeländerung könnten alle Klassen verkleinert und Wildenwart gleichzeitig vor der Schließung gerettet werden.

In seinem ausführlichen Rechenschaftsbericht ging Seifert auch auf die Generalsanierung und energetische Modernisierung der Franziska-Hager-Schule ein, in der Grund- und Hauptschule sowie das Förderzentrum des Landkreises unter einem Dach sind. Für 9,5 Millionen Euro wird der Komplex bis zum Sommer nächsten Jahres grundlegend renoviert. Etwa die Hälfte der Kosten kann über Fördergelder gedeckt werden (wir berichteten wiederholt). Bei allen bisherigen Vergaben an Firmen sei man im Kostenrahmen geblieben, betonte der Bürgermeister.

Über weitere Themen der Bürgerversammlung sowie die Diskussion berichten wir noch gesondert.

db/Chiemgau-Zeitung

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