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Kirchenverwaltung hat Sanierung hinausgezögert

Mehr als nur morsche Balken: In Gstadt sitzt die Kirchturmhaube schief und Geld für Sanierung ist knapp

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  • VonElisabeth Kirchner
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Jahrelang haben offenbar die Münchner Kirchenbehörden die dringend fällige Sanierung der Gstadter Kirche St. Peter und Paul auf die lange Bank geschoben. Jetz muss auf einmal alles ganz schnell gehen, denn wie sich herausstellte, geht es nicht nur um ein paar morsche Balken. Es hakt am Geld.

Gstadt – „Die Kirche gehört zum Dorf“, darin waren sich Gstadts Bürgermeister Bernhard Hainz (FWG) und alle Gemeinderäte einig. Mit insgesamt 50.000 Euro auf zwei Jahre verteilt, so der einstimmige Beschluss, will die Gemeinde zur Sanierung der Filialkirche St. Peter und Paul, eine der ältesten Kirchen im Chiemgau, beitragen.

Behörden haben Maßnahmen immer wieder aufgeschoben

Dass das Gstadter Wahrzeichen sanierungsbedürftig ist, darauf hatte schon der Vorgänger des jetzigen Pfarrers, Andreas Przybylski, hingewiesen. Doch trotz mannigfacher Untersuchungen von Dach und Statik wurde eine Sanierung von den kirchlichen Genehmigungsbehörden in München immer wieder aufgeschoben, bis nach der letzten Untersuchung im Sommer feststand: Kirche und Friedhof müssen für einige Tage vollständig gesperrt werden. Denn der Turmhelm sitzt auf einem verfaulten Balkenkranz, und auch der Dachstuhl des Kirchenschiffs muss saniert werden. „Deutlich sind Risse auf der Südseite der Kirche zu erkennen“, erklärte Christian Staber, Verwaltungsleiter des Pfarrverbands Selige Irmengard.

Fäulnisschäden, Wettereinwirkungen, Zerstörungen durch Spechte – all dies habe der Kirche zugesetzt. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz sollen nun die Dachholzschindeln durch Naturschiefer ersetzt, die Holzkonstruktion der Turmhaube ertüchtigt und die Risse in der Südwand verpresst werden.

Betrag muss gestückelt werden

Allein die Kosten sind nun der entscheidende Faktor. Insgesamt sei mit gut 750 000 Euro zu rechnen. Auch wenn das Erzbischöfliche Finanzkammer die Sanierung als Notfall anerkannt und eine halbe Million in Aussicht gestellt habe, so sei dieser Betrag noch nicht in trockenen Tüchern. Die Kirchenstiftung Breitbrunn habe angekündigt, einen Teil des Restbetrags zu übernehmen, die Filialkirchenstiftung Gstadt ebenfalls, gleichwohl fehlten noch rund 175 000 Euro. Staber bat deshalb die politische Gemeinde um einen Zuschuss in Höhe von 50 000 Euro: „Der Betrag ist auch stückelbar.“

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Auch die Nachbargemeinde Breitbrunn und „diverse andere Stellen“ wolle man um finanzielle Unterstützung bitten. Bürgermeister Hainz erklärte: „Wir können die Kirche nicht fallen lassen. Das Risiko, dass der Turm abgerissen werden müsse, sollte nichts passieren, können wir nicht zulassen.“

Banges Warten auf Entscheidung aus München

Dominikus Schneider (FWG) sah das ähnlich. „Wenn Sanierung, dann in einem Stück und keine Flickschusterei“, so Schneider.

Auf Nachfragen Florian Pletzenauers (FWG) erklärte Staber, dass die Finanzkammer ihre Entscheidung im November fälle, erst dann könne es mit der Sanierung losgehen. „Es ist ein Lottogewinn, wenn das durchgeht“, fügte Staber hinzu. In Augsburg oder Eichstätt gebe es keine Gelder mehr, da seien Sanierungsarbeiten gestoppt worden. Josef Gartner (FWG) begrüßte eine finanzielle Bezuschussung durch die Gemeinde, wandte aber ein, dass die Gemeinde auch haushalten müsse. Bürgermeister Hainz griff diesen Einwand auf.

Heuer geht im Haushalt nichts mehr

Nach Rücksprache mit dem Kämmerer sei eine „Summe X“ ab dem kommenden Haushaltsjahr in den gemeindlichen Haushalt einstellbar: „Heuer ist das leider nicht mehr drin.“ Auf Nachfragen Gartners erklärte Franz Bartl, Planer und Projektsteuerer, dass Naturschiefer höherpreisiger, aber nachhaltiger sei. Kupfer als Dacheindeckung sei von den Denkmalbehörden abgelehnt worden.

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Staber wiederholte, dass das Projekt alle Gemeindebürger angehe: „Es ist ein Projekt für Gstadt!“

Man werde zudem einen entsprechenden Spendenaufruf an alle Bürger starten. Mit 13:0 Stimmen genehmigten die Gemeinderäte den Beschlussvorschlag, die Sanierung der Kirche mit 50 000 Euro – hälftig auf die Jahre 2022 und auf 2023 verteilt – zu bezuschussen.

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