Gutachter besitzen hohe fachliche Kompetenz

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Prien - Die Auseinandersetzung zwischen Thorsten Rudolph , dem früheren Geschäftsführer der Priener Tourismus- und der Chiemsee-Seebühnengesellschaft (PTG und CSG), und Bürgermeister Jürgen Seifert geht weiter.

Nachdem der Rathauschef Ende vergangener Woche zunächst keine Stellungnahme abgegeben hatte, veröffentlichte er jetzt doch eine Presseerklärung. Darin weist der Rathauschef die Vorwürfe von Rudolph entschieden zurück."Die Auftragsvergaben an die Gutachterkooperation Köhler/Taubmann erfolgten ordnungsgemäß unter Beachtung der Organkompetenzen mit einstimmigen Beschlüssen des Hauptausschusses und des Marktgemeinderates Prien", so Seifert. Beiden Gutachtern - Josef Köhler und Cornelia Taubmann - sei "deren hohe fachliche Kompetenz aus der Tätigkeit in der Leitung einer großen Wirtschaftsprüfungskanzlei mit der Befähigung zur Qualitätsprüfung für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beziehungsweise langjährige Berufserfahrung in Lehre und Wissenschaft sowie der Leitung der Kommunalaufsicht am Landratsamt Kulmbach bis heute von niemandem abzusprechen". Als Bürgermeister vollziehe er, Seifert, die Beschlüsse des Marktgemeinderates zur Einholung eines Gutachtens und den sich daraus ergebenden Verfahrensschritten. Er führe keinen "persönlichen Feldzug" gegen Rudolph.

Laut Seifert war bei der Vorstellung des Gutachtens im Mai in öffentlicher und - nach einstimmiger Genehmigung durch den Marktgemeinderat - auch in nichtöffentlicher Sitzung ein Polizeibeamter zugegen. "Die Staatsanwaltschaft ist im Anschluss daran von sich aus tätig geworden, da Offizialdelikte im Raum stehen." Seifert weiter: Rudolph lasse verbreiten, "dass seine Entscheidungen stets mit den aufsichtsführenden Gremien abgesprochen, jedenfalls von diesen genehmigt waren und er lediglich weisungsgebundener Geschäftsführer gewesen sei". Hierzu sei folgendes richtig zu stellen: Rudolph führe derzeit einen von ihm als Kläger in Gang gesetzten Zivilprozess gegen die CSG vor dem Amtsgericht Rosenheim. Er begehre dort weitere Vergütung und Spesenzahlungen. In diesem Verfahren habe Rudolph selbst den Abdruck eines Geschäftsführervertrages vorgelegt, nach dessen ausdrücklicher Regelung er nicht weisungsgebunden sei. Der Rathauschef zitierte eine Formulierung aus Paragraf 1: "Er ist nicht weisungsgebunden."

Rudolph habe, so der Bürgermeister weiter, "entsprechend seiner vertraglichen und gesetzlichen Verpflichtungen aus vormaliger Geschäftsführertätigkit zu handeln und dies bei öffentlichen Äußerungen zu beachten, um Schaden von PTG und CSG abzuwenden". Wenn Rudolph einen Hinweis auf die nachvertraglichen Pflichten eines Geschäftsführers als "Drohbrief" darstelle, "so geht dies fehl". Rudolph gab gestern eine Stellungnahme zu Seiferts Erklärung ab. Die Behauptung, er sei nicht weisungsgebunden gewesen, sei ein "weiterer Beweis der bewussten Falschdarstellung des Herrn Seifert gegenüber der Öffentlichkeit und den Medien in dieser Causa". Ein Geschäftsführer einer GmbH sei aufgrund der gesetzlichen Vorschriften gegenüber den Gremien - dem Aufsichtsrat, der Gesellschafterversammlung - "immer weisungsgebunden". Der Ex-Geschäftsführer weiter: "Ich bin ja nicht der einzige Bürger, der Drohbriefe von Herrn Seifert bekommt." Erst kürzlich sei einem Bürger von Prien eine "Vorladung zum Bürgermeistergespräch geschickt und ihm nach Nichterscheinen die Erstelllung eines Aktes über seine Person in der Gemeinde schriftlich mitgeteilt" worden.

pü/Chiemgau-Zeitung

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