Chiemgau Thermen: Will die GWC jetzt klagen?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
  • schließen

Bad Endorf - Derzeit machen Gerüchte die Runde, dass die Gesundheitswelt Chiemgau AG (GWC-AG) gegen ihren Pachtvertrag für die Thermen klagen will. Doch was ist dran?

Wie Medien berichten, strebt die Gesundheitswelt Chiemgau AG eine Klage gegen die Marktgemeinde Bad Endorf an. Mit aller Macht wolle die GWC-AG so den Pachtvertrag für die Chiemgau Thermen kündigen, heißt es in dem Bericht. Vorstandsmitglied Dietolf Hämel zeichnet allerdings ein ganz anderes Bild: "Wir haben bislang lediglich die Pachtverträge von unseren Juristen prüfen lassen. Dabei wurden Mängel festgestellt, die wir der Marktgemeinde in einem Brief mitgeteilt haben." Die Gemeinde habe jetzt Zeit, diese Punkte ihrerseits zu prüfen und dazu Stellung zu beziehen. Sollte es dabei nicht zu einer Einigung kommen, dann wäre der nächste Schritt ein Feststellungsverfahren vor dem Landgericht Traunstein. "Dadurch kann dann eine neutrale Stelle die Rechtssicherheit feststellen. Das ist im Sinne beider Seiten", so Hämel weiter.

Dabei gehe es zwar auch um die Kündbarkeit der Pachtverträge, aber "wir und die Marktgemeinde stehen hinter den Thermen", erklärt Hämel. Die GWC-AG wolle nur mit einem abgeänderten Pachtvertrag, mit anderen Konditionen, weitermachen.  Hämel: "Wir brauchen einen Vertrag, der es uns möglich macht, wirtschaftlich zu arbeiten."

Lesen Sie auch:

Ein weiterer Punkt in der Diskussion um die Gesundheitswelt Chiemgau AG und die Chiemgau Thermen waren die hohen Zuschüsse von Seiten der Marktgemeinde. In einem Interview sagte Bad Endorfs 2. Bürgermeister Martin Remigius Lauber: "Die Marktgemeinde müsste in den nächsten fünf Jahren 7,2 Millionen Euro für die Sanierung der Thermen nachschießen. Obwohl die Gemeinde heute schon acht Millionen Euro finanziert hat." Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte Hämel diese Zahlen. Das Unternehmen könne sonst die notwendige Sanierung der Thermen wirtschaftlich nicht stemmen. "Je nachdem, wie es die wirtschaftliche Situation zulässt, wird das Geld von uns auch wieder rückfinanziert." Zudem würde der Tourismus in der Marktgemeinde durch die Sanierung der Thermen wieder angekurbelt werden.

Stellungnahme der Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben

"Dieser Brief der GWC-AG hat uns doch sehr überrascht, weil dieser Pachtvertrag seit 30 Jahren gelebt und anerkannt wird." In diesem Schreiben sei die Rede von Mängeln in den Pachtverträgen. Die Gemeinde habe jetzt bis Ende Januar Zeit, diese zu prüfen und Stellung zu beziehen. "Wir werden aber voraussichtlich eine Fristverlängerung brauchen", so Unverdorben. Derzeit seien die Juristen der Gemeinde mit der Prüfung der Unterlagen beschäftigt.

Ob es einen abgeänderten Vertrag, zu anderen Konditionen, für die GWC-AG geben könnte, wollte die Bürgermeisterin bislang noch nicht kommentieren. Unverdorben: "Die Höhe der Pacht ist angelehnt an die Rückzahlungen für den Umbau der Thermen. Auch wenn es einen neuen Vertrag geben sollte, so müssten diese acht Millionen Euro Schulden, die bislang noch offen sind, wieder mitaufgenommen werden."

Über das neue Sanierungskonzept konnte die Gemeinde bislang noch kein Urteil fällen. "Diese Pläne sind aus rechtlichen Gründen für die Gemeinde nicht abstimmbar." Offen ist auch, ob Bad Endorf sich eine weitere Bezuschussung von 7,2 Millionen Euro, für die Sanierung der Thermen, überhaupt vorstellen kann.

Patrick Steinke

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser