Hämel - Teamplayer mit Biss für GWC

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Dietolf Hämel junior ist der neue Vorstandsvorsitzende der Gesundheitswelt Chiemgau.

Bad Endorf/Prien - Dietolf Hämel junior wird zum 1. August neuer Vorstandsvorsitzender der Gesundheitswelt Chiemgau (GWC). Der studierte Betriebswirt ist dem Unternehmen seit 1999 verbunden.

Er ist 39 Jahre jung, spielt gerne Eishockey, ist beliebt bei seinen Mitarbeitern in der Klinik St. Irmingard Prien. Engagiert will er "einige Baustellen" im Unternehmen angehen. Dietolf Hämel tritt die Nachfolge von Otmar Steßl an, der Mitte Juli als Vorstandsvorsitzender der GWC zurückgetreten ist (wir berichteten). "Ich habe mich gefreut, dass man auf mich zugekommen ist. Diese Chance nehme ich gerne wahr", so der neue Mann an der Spitze. Allerdings habe er an seine Zusage zwei Bedingungen geknüpft, wie er im Gespräch mit dem Oberbayerischen Volksblatt mitteilte: "Ich möchte weiterhin Geschäftsführer der Klinik St. Irmingard Prien bleiben. Und außerdem sollte ein zweiter Vorstand berufen werden."

Die Hälfte seiner Arbeitszeit will Hämel weiterhin in Prien verbringen. Um aber auch den Anforderungen, die an den Vorstand der GWC gestellt werden, gerecht zu werden, müsse ein zweiter Vorstand kommen. "Wer das sein wird, ist noch nicht spruchreif. Wir werden auch entscheiden müssen, wie die Aufgaben zwischen uns beiden verteilt werden." Denkbar sei, dass sich der eine um die Kliniken des Unternehmens kümmert, der andere um die Thermen. Doch hier gebe es noch Klärungsbedarf.

Von der St. Irmingard-Klinik will sich Hämel nur ungern verabschieden. "Wir stehen vor großen Aufgaben. Noch in diesem Jahr werden die Pläne zum Anbau ausgearbeitet. Dann soll das Haus um rund 30 Betten vergrößert werden", so der Geschäftsführer.

Dennoch wird er mit allem Elan und "ständig vollem Terminkalender" sich an seine neue Herausforderung machen. "Wir müssen vor allem wieder gegenseitig Vertrauen fassen", erklärt er.

Es gebe "einige Baustellen" im Unternehmen, um die er sich in Zukunft intensiv kümmern werde. Dabei stünden die Chiemgau-Thermen mit ihrer schwierigen Geschäftslage ganz oben auf der Agenda. Gleichzeitig machte der 39-Jährige aber klar, dass diese nicht aus Versäumnissen des bisherigen Vorstandes Steßl resultierten. "Die enge Verquickung der Thermen und anderer Geschäftsteile mit der Marktgemeinde, die historisch begründet sind, bringt für jeden Vorstand etliche Hürden mit sich." Seine Zusammenarbeit als Geschäftsführer der Klinik St. Irmingard mit dem bisherigen Vorstand Otmar Steßl sei im übrigen eng und stets gut gewesen.

Ziel sei es, das Unternehmen als ganzes weiter nach vorne zu bringen und den rund 900 Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze zu bieten. "Die GWC wird es auch in 20 Jahren noch geben. Dafür setze ich mich ein, nicht aber für eine Zerschlagung." Sollte es anders kommen und ein Investor gefunden werden, will er aber einer guten Lösung nicht im Wege stehen. Grundsätzlich sei ein potenter Unternehmer nichts Schlechtes.

In den nächsten Wochen will Hämel in intensiven Gesprächen mit Vertretern der einzelnen Unternehmensteile die strategische Ausrichtung der GWC schärfen. Dabei soll nichts beschönigt und alles auf den Tisch gelegt werden. "Es kann auch zu Umstrukturierungen in einzelen Bereichen kommen", erklärt Hämel. Ganz wichtig sei ihm dabei, das Vertrauen bei den Mitarbeitern, aber auch zu externen Partnern wie Marktgemeinde, Banken, Kostenträger oder Akutkrankenhäusern neu zu stärken.

Mit seinem offen ausgerichteten Führungsstil will der neue Mann an der Spitze dazu beitragen, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Mitarbeitern weiter wächst. "Ich halte viel von Projektmanagement. Dabei fordere und fördere ich unsere Leute." Kommunikation müsse in alle Richtungen laufen, Mitarbeiter müssten das Gefühl haben, an einem Strang zu ziehen, erzählt der Betriebswirt, der im Sportmanagement seine Karriere begonnen hatte, über seine Führungsphilosophie.

Er selbst sei ein überzeugter Teamplayer und vergleicht seine Arbeitsauffassung gerne mit dem Eishockey: ein knallhartes Mannschaftsspiel, bei dem die Spieler nie den Sieg aus den Augen verlieren dürfen. Und so will er es auch im Unternehmen halten: Gemeinsam die Gesundheitswelt Chiemgau langfristig in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

von Sigrid Knothe/Oberbayerisches Volksblatt

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