Die Bagger sind weg: Das Moor kann wieder wachsen

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Die Baufahrzeuge konnten aus dem Halfinger Freimoos abgezogen werden.

Halfing - Die Bagger sind abgezogen und das Moor ist dank finanzieller Unterstützung renaturiert - dennoch bleibt viel zu tun, bis die Natur wieder hergestellt ist:

Die Renaturierungsmaßnahmen auf einer gut sechs Hektar großen Fläche im Halfinger Freimoos sind abgeschlossen. Die moortypische Tier- und Pflanzenwelt erhält eine neue Chance und zudem wird Kohlendioxid wieder gebunden und nicht, wie beim Torfstich in der Vergangenheit, freigesetzt.

Die moortauglichen Bagger sind abgezogen. Mit ihrer Hilfe wurden in den vergangenen Wochen in den Torfstichen und Gräben Dämme aus Holz und Torf errichtet. Das Regenwasser wird so zurückgehalten und fließt nicht mehr wie bisher über das Grabensystem in die Zillhamer Ache. Das Moor wird wieder zu einem Regenrückhaltebereich und wirkt auch bei Starkregen Überschwemmungen entgegen.

Darüber hinaus wird das Klima unterstützt, denn natürliche Hochmoore binden durch ihre Wassersättigung einen Großteil an Kohlendioxid und anderen Stoffen. Im Unterschied dazu wurde durch die Entwässerung und die Verbrennung von abgebautem Torf über Jahrtausende gebundenes Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben. Die CO²-Ausgasung eines entwässerten Hochmoores pro Jahr und Hektar ist vergleichbar mit dem CO²-Ausstoß eines Mittelklassewagens mit einer Jahresleistung von 20.000 Kilometern.

Die Wiedervernässung im Halfinger Freimoos unterstützt somit die Ziele der Bayerischen Staatsregierung zur Reduzierung der Treibhausgase und wurde daher im Rahmen des „Klimaprogramms Bayern 2020“ über die Regierung von Oberbayern und das Landratsamt Rosenheim gefördert. Außerdem wurden bei diesem Projekt erstmals in Bayern private Mittel eingesetzt. Die Firma EBV Poing stellte 70.000 Euro zur Verfügung.

Hochmoore gehören zu den faszinierendsten, aber auch am meisten gefährdeten Lebensräumen. In Bayern haben Hochmoore heute nur noch einen Anteil von etwa 0,3 Prozent der Landesfläche. Ihre Entwicklung begann am Ende der letzten Eiszeit und setzt sich in natürlichen Hochmooren bis heute fort. Das Moorwachstum vollzieht sich sehr langsam und liegt bei etwa einem Millimeter pro Jahr.

Um Torf als Brennmaterial, aber auch als Stalleinstreu abbauen zu können, wurden die Moore mit Hilfe von Entwässerungsgräben trockengelegt. Auch im Halfinger Freimoos entstanden viele kleine Torfstiche, in denen die Eigentümer in mühseliger Handarbeit Torf abbauten. Heute rentiert sich das nicht mehr. Die Entwässerungsgräben sind aber in weiten Teilen immer noch wirksam und zerstören weiterhin das Moor.

Nur auf kleinen Hochmoorresten können sich Arten wie das Torfmoos, die Moosbeere oder das im Frühjahr weiß leuchtende Wollgras halten. So gibt es, unabhängig von der jetzt abgeschlossenen Renaturierungsmaßnahme, noch viel zu tun in den kommenden Jahren im Halfinger Freimoos.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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