Hallenbau: Vergrößerung nicht zu stemmen

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Damit die Halle nicht zu hoch über den Boden hinausragt, soll das Untergeschoss einige Meter "eingegraben" werden.

Breitbrunn - Vor Monaten ergab sich durch einen Grundstückskauf der Gemeinde Breitbrunn die Möglichkeit, eine Erweiterung des Hallenbaus zu prüfen. Jedoch ist nicht alles, was planbar ist, auch vernünftig.

Eigentlich waren die Planungen für eine Mehrzweckhalle für Breitbrunn und Gstadt schon abgeschlossen, als sich Anfang des Jahres durch einen Grundstückskauf der Gemeinde Breitbrunn die Möglichkeit ergab, eine Erweiterung des Hallenbaus zu prüfen. Jetzt zeigt sich: Nicht alles was planbar ist, ist auch vernünftig.

Die Meinungsbildung war abgeschlossen, nahezu alle Vereine hatten zugestimmt: Anfang des Jahres herrschte Einigkeit, wie die zukünftige Mehrzweckhalle in Breitbrunn aussehen und was sie kosten sollte. Mit dem Kauf einer zusätzlichen Parzelle neben dem geplanten Baugrundstück traten dann aber erneut Begehrlichkeiten zutage, die schon begraben schienen.

Etwa ein Drittel der Gemeinderäte in Breitbrunn und Gstadt waren zwar von Anfang an für einen größeren - und teureren - Bau mit Sporthalle und Mehrzweckraum mit Theaterbühne eingetreten, hatten sich dann aber den räumlichen Gegebenheiten und politischen Mehrheiten untergeordnet.

Auch die Finanzierung war schon geregelt: Für den Bau der Halle hatten die Gemeinden schon im Vorjahr ein "Gemeinsames Kommunales Unternehmen" (GKU) gegründet, in das Gstadt eine Million, Breitbrunn zwei Millionen Euro Stammkapital einbringt.

Doch nun war wieder alles offen. Neue Planungen kamen auf den Tisch, die Halle wurde größer (in der sogenannten Variante 8 sogar mit 36 Meter langem Spielfeld) und teurer. Am Schluss hätte sie 3,5 Millionen Euro (inklusive Erschließung) gekostet.

Die Gstadter hatten nichts dagegen - solange ihr Finanzierungsanteil von einer Million Euro nicht größer würde. "Dieser Betrag ist für uns in Ordnung, schließlich haben wir auch was davon", fasst Bürgermeister Bernhard Hainz den Bürgerwillen in der Partnergemeinde zusammen, "aber wir zahlen keinen Cent mehr."

Nun war guter Rat teuer und eine Beratung der betroffenen Gemeinden und Gremien angesagt. Anfang Juli trafen sie sich und kamen mit großer Mehrheit zu dem Schluss: "Eine Vergrößerung der Halle können wir uns nicht leisten und brauchen wir auch nicht." Die erforderlichen Einrichtungen (30 Meter langes Spielfeld, Mehrzweckraum mit Bühne, Gymnastikraum und separater Schützenstand) sind in der "Planung Nr. 4" vom Januar 2011 enthalten - und bezahlbar. Denn die Drei-Millionen-Euro-Grenze (inklusive Erschließungskosten und Außenanlagen) ist nun als verpflichtende Auflage fixiert. Auf dieser Basis werden die Fachplaner aktiv, damit baldmöglichst 80 Prozent der Gewerke ausgeschrieben werden können.

"Droht eine Überschreitung dieser magischen Grenze", kündigt Breitbrunns Bürgermeister Hans Thalhauser an, "ziehen wir sofort die Reißleine."

Georg Forstmeier, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn und Vorsitzender der GKU, will sich für diesen Fall jetzt noch nicht festlegen, "aber wenn es notwendig wird, kann man überall sparen". In der technischen Ausstattung etwa seien viele verschiedene Konstellationen möglich, es müsse nicht immer die teuerste sein.

Und dann ist da noch der Faktor Eigenleistung: Nicht nur aus finanziellen Gründen denken die Verantwortlichen schon jetzt daran, dass sich die Vereine, die hier neue Räume bekommen, an der Ausgestaltung aktiv beteiligen: "Das spart Geld und bindet Herzblut."

Susanne Pühler (Chiemgau-Zeitung)

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