Handfester Streit um kleine Bäumchen

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Kleine Bäume hat der Grundstückseigentümer am Rand des Parkplatzes auf dem Kreuzberg gepflanzt. Die Gemeinde Gstadt befürchtet, dass sie, wenn nicht jetzt, dann später die herrliche Aussicht auf die Fraueninsel beeinträchtigen. Der Grundstückseigentümer will die Bäumchen jedoch nicht entfernen.

Gstadt - Der Kreuzberg bietet als beliebter Aussichtspunkt einen herrlichen Blick auf den Chiemsee. Nun aber hat der Eigentümer Bäumchen gepflanzt - und das Drama nimmt seinen Lauf:

Einer der schönsten Aussichtspunkte im Chiemgau liegt in der Gemeinde Gstadt: Vom Kreuzberg hat man eine herrliche Sicht auf den Chiemsee und die Fraueninsel. Der Grundstückseigentümer hat kleine Bäume gepflanzt - und jetzt tobt ein handfester Streit. Die Gemeinde sieht die Aussicht beeinträchtigt und fordert die Beseitigung, der Privatmann winkt ab und pocht auf seine Bäumchen.

Schon die Maler vergangener Tage schätzten den Blick und suchten immer wieder gerade diesen Ort auf. Und so heißt denn der Aussichtspunkt auch "Malerblick". Er ist heutzutage weitum beliebt, viele Besucher kommen immer wieder hierher. An schönen Tagen ist der dortige kleine, gebührenfreie, private Parkplatz ständig belegt, die Autos stehen dann sogar die Höhenstraße entlang.

Am östlichen Rand des Parkplatzes - und damit in Richtung See - hat der Grundstückseigentümer nun vor einiger Zeit rund ein halbes Dutzend kleine Bäume gepflanzt. Und diese Bäumchen sind zum Zankapfel geworden. Nach Meinung der Gemeinde Gstadt versperren sie, wenn nicht jetzt, dann in einigen Jahren, nachdem sie gewachsen sind, den malerischen Ausblick auf den Chiemsee und die Fraueninsel.

Bürgermeister Bernhard Hainz brachte das Thema im Gemeinderat zur Sprache. "Es kann nicht sein, dass dieser wunderbare Blick auf den Chiemsee, den schon die Maler als Standort für ihre Motive gewählt haben, in einigen Jahren zuwächst." In einer der vergangenen Sitzungen informierte der Bürgermeister das Gremium, dass er alle zuständigen Stellen wie auch das Landratsamt Rosenheim als Untere Naturschutzbehörde eingeschaltet habe, um die Pflanzungen im Landschaftsschutzgebiet "Chiemsee und Ufergebiete" zu verhindern. Und in einer weiteren Sitzung berichtete Hainz schließlich, dass das Landratsamt schnell und deutlich reagiert habe.

Im Rahmen einer Ortseinsicht habe die Behörde festgestellt, so Hainz, dass vier Bäume - zwei Ahorn und zwei Erlen - in einer Reihe gepflanzt worden seien. Das Landratsamt habe danach in einem Schreiben, das der Gemeinde in Abdruck zugegangen sei, den Grundstücksbesitzer aufgefordert, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen und somit die Baumreihe zu beseitigen. So sei bei Anpflanzungen auf die Langzeitwirkung zu achten, dass die Bäume größer und mächtiger werden. Im vorliegenden Fall sei mit negativen Auswirkungen auf den malerischen Ausblick auf den See und die Chiemgauer Berge zu rechnen.

Der Grundstückbesitzer sieht die Sache, wie er auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung mitteilte, jedoch ganz anders. Auch er sei grundsätzlich dafür, die wunderbare Sicht auf den Chiemsee zu erhalten. Die Bäumchen habe er als Abgrenzung gegenüber dem Parkplatz gepflanzt. Wenn sie größer werden, will er sie nach eigenen Angaben auf drei Meter Höhe von Ästen befreien, um die Sicht jederzeit zu gewährleisten. Er verwies auf den bestehenden, mächtigen Baum auf der Nordostseite, der keinesfalls die Sicht behindere.

Des Weiteren regte er an, vor den gepflanzten Bäumchen - immer noch auf seinem Grund - mit freiem Ausblick auf den See einen Rastplatz mit mehreren Sitzbänken anzulegen. Die Besucher könnten dort gemütlich und ruhig sitzen, den schönen Blick genießen und wären im Hintergrund vom Parkplatz durch die gepflanzten Bäumchen abgegrenzt. Er sei jederzeit bereit, der Gemeinde den Grund für die Anlage eines solchen Aussichtsplatzes zur Verfügung zu stellen. So könnten die Besucher in Zukunft den malerischen Ausblick nicht nur stehend, sondern auch gemütlich sitzend genießen.

Hans Thümmler/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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