50 Handwerker stehen bereit

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Für knapp ein Jahr hat die Gemeinde Container gemietet und auf dem Pausenhof aufstellen lassen. Vier Klassenzimmer finden darin Platz. Strom und Heizung funktionieren bereits.

Prien (ch-z) - In den Herbstferien wird in der Franziska-Hager-Schule keine Ruhe einkehren - im Gegenteil. Fast 50 Handwerker werden antreten, den Komplex von Haupt-, Grund- und Förderschule flurweise umzubauen.

Jeweils vier Klassen müssen dann für einige Wochen in Container auf dem Pausenhof umziehen.

Rein rechnerisch werden bis Sommer nächsten Jahres jeden Monat etwa 800000 Euro verbaut, denn für energetische, Generalsanierung und barrierefreien Ausbau sind zusammen 9,5 Millionen Euro veranschlagt. Etwas mehr als die Hälfte kommt aus Fördermitteln des Konjunkturpakets II (2,2 Millionen) und dem kommunalen Finanzausgleich (FAG-Mittel). Knapp die Hälfte müssen die neun Gemeinden aus dem Schulsprengel von Aschau bis Eggstätt stemmen, der Markt Prien wiederum davon 40 Prozent, also voraussichtlich zwischen 1,6 und 1,8 Millionen.

Begonnen hat alles bereits in den Sommerferien, als alle 430 Fensterscheiben des Komplexes ausgetauscht wurden (wir berichteten). Die Dimension der Gesamtmaßnahme lässt sich auch auf der großen Bautafel an der Franziska-Hager-Straße erahnen. Allein sechs Architekten- und Ingenieurbüros sind beteiligt, eines zeichnet zum Beispiel ausschließlich für die "Sicherheits- und Gesundheitskoordinierung" verantwortlich. 40 bis 50 Handwerker werden laut Christian Fellner vom Priener Bauamt ab 2. November auf der Großbaustelle im Einsatz sein, über 20 sogenannte Einzelgewerke, also Teilaufgaben für Spezialisten, wurden oder werden noch an Firmen vergeben.

Die Generalsanierung des über 30 Jahre alten Schulkomplexes ist auch eine logistische Herkules-Aufgabe. Flure müssen abgesperrt und mit Staubschutzwänden gesichert werden, der Schulbetrieb muss aber weiterlaufen.

Vier Klassen der Grundschule werden die ersten sein, die am Donnerstag aus ihren angestammten Klassenzimmern im Untergeschoss in die angemieteten Container auf dem Pausenhof umziehen. Dort bleiben sie voraussichtlich bis zu den Weihnachtsferien.

Danach geht es Flur-Weise weiter, bis im Sommer 2010 alles fertig sein soll. Die Eltern wurden in Abstimmung zwischen Bau- und Schulleitungen bereits per Rundschreiben informiert. Die Schulen haben einen detaillierten Zeitplan an die Hand bekommen, um intern die Umzüge organisieren zu können.

In den 60 einzelnen Klassen- und Funktionszimmern werden Böden, Heizungen und Decken erneuert. Bisher wird der Gebäudekomplex mit Strom mittels Nachtspeicheröfen geheizt - ein altmodisches und energieintensives System. Künftig wird die Schule mit Erdgas versorgt, die Hauptleitung wurde vor gut einer Woche schon verlegt.

Neben dem ersten Flur im Grundschultrakt wird in den nächsten Wochen auch im Turnhallenkomplex fieberhaft gearbeitet. Denn dort wird die neue Heizungsanlage eingebaut. In rund einem Monat hoffen die Verantwortlichen, bereits die ersten Probeläufe mit dem neuen System durchführen zu können. In dieser Zeit müssen auch Warmwasserrohrleitungen in die Räume verlegt sein, die als erste umgebaut werden.

Berechnungen im Vorfeld hatten ergeben, dass durch die Umstellung der Energieversorgung die entsprechenden Kosten um rund 60000 Euro pro Jahr gesenkt und der Kohlendioxid-Ausstoß um 600 Tonnen jährlich reduziert werden kann.

Die Klassen- und Fachräume sollen allesamt mit einer Art Wärmetauschsystem ausgestattet werden. Verbrauchte Luft wird durch jeweils sechs Durchlässe pro Zimmer, die noch gebohrt werden müssen, nach außen geblasen und im Gegenzug Frischluft angesaugt, die je nach Bedarf erwärmt wird. 400 Kubikmeter Luft pro Stunde und Zimmer können künftig mit diesem System ausgetauscht werden.

Die nötigen Durchlässe werden im Endausbau an der Fassade nicht zu sehen sein. Auch von außen wird sich viel am Erscheinungsbild der Hager-Schule ändern. Ein Farbkonzept ist noch in Arbeit. Fest steht aber schon, dass die dunklen Holzverkleidungen, zum Beispiel über dem Haupteingang, künftig heller und freundlicher gestaltet werden. Das wird nach der Neuisolierung der Fassaden - in der Summe 3500 Quadratmeter - geschehen.

Um den Unterricht nicht mehr als unnötig zu stören, hat sich der Markt Prien mit den Handwerkern darauf geeinigt, dass Bohrungen erst ab 12.30 Uhr durchgeführt werden. Sie sind notwendig, um neuen Leitungen verlegen zu können.

Ein letzter, aber wichtiger Baustein der Gesamtmaßnahme ist der Einbau eines Aufzugs, der vom Keller bis zum zweiten Stock alle Etagen verbindet, um die Hager-Schule barrierefrei, also behindertengerecht zu machen.

db/Chiemgau-Zeitung

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