27 Hauptschüler bekamen Abschlusszeugnisse

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Lehrer und Schüler sagen Servus: Klassenleiter Helmut Richler (links) ehrte auch die besten Abgänger Matthias Peteranderl (Mitte, Durchschnitt 1,66) und Michael Kleinheyer (1,83).

Chieming - Freude und Stolz, aber auch ein Quäntchen Unsicherheit, was das "neue" Leben für sie bereithält, standen den Hauptschülern bei ihrer Abschlussfeier ins Gesicht geschrieben.

Auf ein gutes Ergebnis können sie gemeinsam schauen. Von 27 Schülern hatten 25 an den Prüfungen zum qualifizierenden Hauptschulabschluss (Quali) teilgenommen, 16 von ihnen - also 64 Prozent - bestanden sie. Beste Schüler waren Matthias Peteranderl mit einem Durchschnitt von 1,66 und Michael Kleinheyer mit 1,83.

Offen zu sein für Neues und das Interesse am Weiter- und Dazulernen nie zu verlieren gab Rektor Roman Nadvornik den Jugendlichen als guten Wunsch mit auf ihren neuen Weg. Denn: "Stagnation bedeutet Rückschritt. Wer stehenbleibt, wird überholt." Neugier und Wissbegier des Menschen seien für so gigantische Leistungen wie die Mondlandung vor 42 Jahren verantwortlich.

Ein arbeitsreiches Jahr für Schüler und Eltern gehe nun zu Ende, stellte Bürgermeister Benno Graf fest. Nicht der "Einser" sei das Wichtigste im Leben, sondern "ein guter Charakter, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft". Er wünsche den Schulabgängern "die Kraft, sich immer weiter zu entwickeln und nicht aufzugeben, denn jeder Mensch ist etwas Besonderes und kann etwas Besonderes leisten".

Die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Elisabeth Peteranderl ermunterte die Schulabgänger zum Durchhalten, auch wenn es mal nicht so rund laufe. "Das Leben ist manchmal wie ein Computerspiel. Auch wenn man das gewünschte Level nicht gleich erreicht, kann man es immer wieder versuchen."

Klassenleiter Helmut Richler sagte, er sei sich zu Beginn des letzten Schuljahres manchmal wie der berühmte "ADAC-Pannenhelfer" vorgekommen. Die Schüler hätten ihre persönlichen Ziele für die "Schlussetappe Hauptschule" zwar klar definiert, dennoch "wollte so manche Rennmaschine zunächst nicht anspringen, steckte zeitweise im Stau oder steuerte eine Parkbucht an". Wie der Pannenhelfer sei er auf der Strecke Patrouille gefahren, habe repariert und angeschoben und am Ende hatten alle Fahrt aufgenommen.

Richler wünschte seinen Schützlingen eine "Fahrt ohne große Pannen auf der Straße des Lebens". Und weiter sagte er zu ihnen: "Wählt nicht immer den kürzesten Weg, den das Navi euch anzeigt, nicht immer ist das der beste, richtige. Haltet manchmal inne und schaut bewusst, wer und wo ihr seid."

In einer sehr gelungenen und humorvollen Rede unterbreiteten die Abschlussschüler Daniela Schuster und Joelle Balfanz einen kleinen "Abriss der letzten drei Jahre". Berichteten verschmitzt, wie sie sich von Barbie- und Playmobil- zu Party- und Car-Spezialisten entwickelt hätten, und scherzten über diverse "Kosenamen", die im Lauf der Jahre verteilt worden seien. Sie dankten Helmut Richler für die Unterstützung bei der Entwicklung einer hervorragenden Klassengemeinschaft "mit allen Vor- und Nachteilen für beide Seiten", wie sie lachend feststellten. Das "Highlight" sei die Abschlussfahrt an die Nordsee gewesen.

Ihr Dank galt jedoch nicht nur Helmut Richler, sondern auch allen Lehrkräften und allen, die ihnen in den letzten drei Jahren beigestanden sind. "Wir kamen als 'Niemand' mit einem in Schönschrift geschriebenen Namensschild hier an und verlassen die Schule nun als Menschen."

Besonders freuten sich alle Anwesenden über die Bildpräsentation der Entlassschüler, die einen kleinen "Abriss der letzten drei Jahre" zeigten. Die musikalische Gestaltung übernahmen die acht Musikantinnen der "Chieminger Saitenpfeiferl" unter der Leitung von Lisbeth Genghammer.

or/Chiemgau-Zeitung

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