Von der Hauptschule auf die Uni

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"Pro Arbeit"-Geschäftsführerin Claudia Georgii (rechts) und Ausbildungsvermittler Alexander Halle-Krahl (links) bedankten sich bei Geschäftsführer Otto Praxenthaler und Pflegedienstleiterin Tina Fuchs (hinten) für die Zusammenarbeit. Für Esra Demirdag (Mitte) besucht ab Herbst die Berufsoberschule in München. Ihre Kollegin Tanja Schlee hat noch ein Jahr Ausbildung vor sich.

Rosenheim/Prien – Hauptschulabschluss, Ausbildung, Abitur an der Berufsoberschule, Medizinstudium: Der Weg, den Esra Demirdag eingeschlagen hat, ist beileibe kein Zuckerschlecken.

Doch, dass die 21-Jährige, die sich später in der Entwicklungshilfe engagieren will, ihr Ziel auch tatsächlich erreichen kann, traut ihr nicht nur Tina Fuchs zu, die Pflegedienstleiterin im Medical Park Kronprinz in Prien. Dort hat Esra in den vergangenen drei Jahren ihre Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten absolviert und wagt nun den Sprung auf die BOS, wo sie ihr Abitur "bauen" will.

Das erste Etappenziel hat die gebürtige Türkin, die seit 1993 in Deutschland lebt, nicht zuletzt mit der Unterstützung durch den Verein "Pro Arbeit" erreicht: An der Berufsschule in Bad Aibling, wo sie die JoA-Klasse für Jugendliche ohne Ausbildungsstelle besuchte, vermittelte die dortige Schulsozialarbeiterin das Mädchen zunächst in verschiedene Praktika; darunter in ein Pflegepraktikum in der Fachklinik am Chiemsee, das schließlich in eine Lehre mündete. Während dieser Zeit hielt Ausbildungsvermittler Alexander Halle-Krahl regelmäßig Kontakt sowohl mit Esra Demirdag als auch mit deren Ausbilder.

Dabei ist diese nicht die einzige Schülerin einer JoA-Klasse, die mit Hilfe von "Pro Arbeit" einen Ausbildungsvertrag mit der Klinik unterzeichnete.

Für Pflegedienstleiterin Tina Fuchs jedenfalls steht fest: Zeugnisnoten sind das eine, der persönliche Eindruck während eines Praktikums das andere. Dieser Devise folgend und vor allem angesichts der guten Erfahrungen will sie auch künftig jungen Frauen den Einstieg in eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten ermöglichen - sehr zur Freude von "Pro Arbeit"-Geschäftsführerin Claudia Georgii: "Wir und vor allem unsere Jugendlichen sind auf solche Betriebe angewiesen", unterstreicht sie den hohen Stellenwert der Kooperation. Ziel des Vereins sei es, junge Menschen beim Übergang von der Schule ins Berufsleben zu begleiten und zu unterstützen. Ein Projekt, für das es wiederum gilt, laufend neue Ausbildungs- und Arbeitsstellen bei Betrieben in der Region zu akquirieren.

pil/Oberbayerisches Volksblatt

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