Bei der Hausnummer fängt es schon an

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Stephanie Staiger berät Senioren.

Prien - Plötzlich wird der Badewannenrand zum unüberwindbaren Hindernis und der Rollator passt nicht durch den Türrahmen zwischen Küche und Wohnzimmer.

Wenn Menschen sich nur noch eingeschränkt oder mit Hilfsmitteln in den eigenen vier Wänden bewegen können, kommt oft Stephanie Staiger ins Spiel. Sie ist Wohnberaterin für Senioren und behinderte Menschen.

"Betreutes Wohnen daheim" ist Titel und Programm des Projekts, das die Ökumenische Sozialstation Prien unter dem Dach der kirchlichen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie ins Leben gerufen haben. Es zielt darauf ab, alle örtlichen Versorgungsmöglichkeiten, Hilfen und Angebote zu vernetzen. Aus diesem Paket maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln ist der Job von Staiger. Sie bietet kostenlose Beratung an, immer montags in der Sozialstation in der Schulstraße, bei Bedarf auch Hausbesuche in Prien und Umgebung.

In diesem Jahr haben Staiger zufolge schon über 60 Menschen dieses Angebot in Anspruch genommen, das jetzt noch qualifizierter ist, denn Staiger hat gerade eine mehrmonatige Fortbildung zur "Wohnberaterin für ältere und behinderte Menschen" bei der bayerischen Fachstelle Wohnberatung durchlaufen und mit einem 30-stündigen Praxistest erfolgreich abgeschlossen.

Darin ging es nicht nur um eine Fülle von Möglichkeiten, die den Alltag erleichtern können, sondern auch um deren Finanzierung. "Es gibt viele Möglichkeiten der Unterstützung", nennt Staiger Stiftungen oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als Beispiele, wenn es gilt, eventuell notwendige Umbaumaßnahmen bezahlen zu können. Entscheidend dabei: Der Umbau darf noch nicht begonnen haben, um Anspruch auf Fördergelder zu haben.

Staigers geschulter Blick bleibt bei Hausbesuchen oft schon vor der Tür hängen, wenn sie eine Hausnummer entdeckt, die zu klein und versteckt angebracht ist, als dass sie ein Rettungsdienst im Notfall auf Anhieb sehen könnte. Im Innern geht es oft um bodengleiche Duschen, Badewannenlifte, Handläufe an Treppen (an beiden Seiten, zum Auf- und Abgehen) oder Lampen mit Bewegungsmeldern. "90 Prozent der Wohnungen älterer Menschen sind ,unterbelichtet'", weiß die Beraterin, die schon viele Stolperfallen im Dunkeln gesehen hat.

Sie rät dazu, sich rechtzeitig mit der Frage auseinanderzusetzen, wo und welche Problemstellen es gibt, wenn der Körper plötzlich nicht mehr ganz mitmachen sollte. Und sie nimmt ihren Gesprächspartnern die Sorge, ihre Wohnung würde mit Hilfsmitteln vielleicht "verunstaltet": "Es gibt viele schicke Sachen, die nicht nach ,krank' aussehen."

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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