Geplante Erdgasbohrung unter dem Langbürgner See - Grüne gegen Pläne

Erdgasbohrungen: Heftige Reaktionen auf RAG-Mitteilung

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In der ersten Phase, die bis zu sechs Wochen dauern kann, wird der Bohrdiamant an das Bohrziel geführt. In der zweiten Phase wird die Lagerstätte ausgebeutet.

Bad Endorf - Teils heftige Reaktionen lösten die jüngsten Entwicklungen rund um geplante Erdgasbohrungen am Langbürgener See aus. Ab 2013 soll in Mauerkirchen gebohrt werden.

Für teils heftigen Reaktionen hat die Mitteilung der RAG AG Austria gesorgt, dass die Unterschriften unter die Optionsverträge für die Grundstücke geleistet wurden, die zur Bohrung und Ausbeutung der Gas-Lagerstätte unter dem Langbürgner See nötig sind. Dieses Areal liegt in Bad Endorf-Mauerkirchen.

Projektleiter Henrik Mosser von der RAG AG Austria (rechts) sprach über die Bohrungen in Bad Endorf.

Die grüne Landtagsabgeordnete Claudia Stamm, die ihren Betreuungsstimmkreis in Rosenheim hat, erklärte: "Es ist ein klarer Erfolg der Bürgerinitiative (BI) Breitbrunn sowie der Grünen, dass die RAG die geplanten Erdgasbohrungen am Langbürgner See im November 2011 gestoppt hat." Bei den jetzt für 2013 geplanten Erdgasbohrungen in Bad Endorf-Mauerkirchen wollen die Grünen aber wieder ganz genau hinschauen. Denn eine Erdgasförderung, die durch giftige Chemikalien das Grundwasser verschmutzen könne, wolle ganz sicher niemand in Bayern. Eine klare Positionierung zugunsten von Natur- und Wasserschutz, auch seitens der Staatsregierung, sei nötig. "Die Förderung von Erdgas muss im Rahmen eines stimmigen Gesamtkonzeptes zur Energiewende in Bayern überdacht werden. Dabei ist wichtig, dass fossile Energieträger durch regenerative Energieträger ersetzt werden", so die Abgeordnete.

Ähnlich äußerte sich auch Leonhard Hinterholzer, Sprecher der Kreis-Grünen: "Die Energiewende gelingt nur mit den Bürgern, aber nicht gegen sie. Bürgerinitiativen und Umweltverbände müssen bei solchen Entscheidungen wie bei den geplanten Erdgasbohrungen immer miteinbezogen werden."

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Die Bundestags-Grüne Beate Walter-Rosenheimer lehnt ebenfalls die Pläne der RAG AG ab: "Die Gefahren für die Natur, aber auch für die Trinkwasserversorgung sind unermesslich." Die Abgeordnete stellte zwei Fragen an die Bundesregierung. Zum einen will sie wissen, ob Bohrungen nach Gasvorkommen in Natur- und Landschaftsschutzgebieten nach Einschätzung der Bundesregierung mit geltendem Bergrecht vereinbar sind. Zum anderen hinterfragt sie, wieso die Bundesregierung keine Vorkehrungen getroffen hat, dass nicht in Natur- und Landschaftsschutzgebieten nach Gasvorkommen gebohrt werden darf.

Ähnlich äußert sich auch Manfred Jäger von den Endorfer Grünen: "Dass das Gas in vielen kleinen Bläschen im Gestein eingeschlossen ist, riecht nach Fracking, eine Fördermethode, die wir ablehnen. Hände weg von diesem Vorhaben."

Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen hatte allerdings Henrik Mosser, Projektleiter der RAG AG, erklärt: "Wir haben uns vertraglich verpflichtet, das Fracking-Verfahren nicht anzuwenden. Dazu stehen wir."

Bernhard Fricke vom Verein "David gegen Goliath" wirft der RAG Austria "kriminelles Verhalten" vor, da durch falsche Angaben bei der Antragstellung der Landtag und weitere Gremien getäuscht worden seien, wie es in einem Schreiben heißt.

Am heutigen Samstag soll um 10 Uhr am Endorfer Kirchplatz dazu eine Demo stattfinden. BI-Sprecher Gerhard Kolbeck erklärte aber auf Anfrage, dass die BI Breitbrunn nicht Organisator der Demo sei.

Sigrid Knothe/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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