Zufluchtsort für bedrohte Vogelarten:

Seltene Arten in Hirschauer Bucht bedroht 

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Unberührte Natur in der Hirschauer Bucht am Chiemsee

Chiemsee - Diskussion um die Hirschauer Bucht: Sie gehört zur Kernzone des Naturschutzgebietes und wird verbotenerweise oft betreten. Das stört bedrohte Vogelarten:

Seit dem Hochwasser im Juni 2013 wird in Film, Funk und Presse häufig über die Hirschauer Bucht berichtet. Meist geht es um die Themen Treibholz, Müll und Verlandung. Verbunden damit sind Forderungen, die Hirschauer Bucht aufzuräumen. Ohne Zweifel ist es richtig, den Müll aus der Hirschauer Bucht zu entfernen. Diesem Ansinnen wurde vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein und der Regierung von Oberbayern auch nachgekommen, in dem ein Auftrag an eine Entsorgungsfirma vergeben wurde, die den Müll abgesammelt hat. Hierzu gab es eine Sondergenehmigung für die Betretung der Kernzone.

Leider haben sich in den vergangenen Monaten die Meldungen gehäuft, dass verschiedenste Personen verbotenerweise in die Kernzone vorgedrungen sind, um dort Spazieren zu gehen oder Holz zu sammeln. Offensichtlich wird dabei übersehen, dass der Uferbereich der Hirschauer Bucht gemäß der gültigen Naturschutzgebietsverordnung zur Kernzone des Naturschutzgebiets gehört. Die Kernzone ist mit einem absoluten Betretungsverbot belegt und Verstöße werden bei Anzeige mit einem Bußgeld geahndet. Die Kernzone wurde ausgewiesen um der besonderen Schutzwürdigkeit dieses einzigartigen Lebensraumes Rechnung zu tragen. Immerhin ist das Achendelta das besterhaltene Binnendelta in ganz Mitteleuropa. Die Hirschauer Bucht ist neben dem Irschener Winkel der letzte große Zufluchtsort für geschützte und seltene Arten. Hier brüten Raritäten wie Flussregenpfeifer, Krickente, Schellente, Wasserralle und Zwergtaucher. Auch darf nicht vergessen werden, dass die Hirschauer Bucht als Rastplatz für seltene Vogelarten dient, die sich während des Vogelzuges auf die kräftezehrende Reise aus den arktischen Regionen bis nach Afrika machen. ´

Einsatz in der Hirschauer Bucht

Andere Tiere, wie zum Beispiel der elegante Singschwan, der im Übrigen die finnische Ein-Euro-Münze ziert, besuchen die Hirschauer Bucht als Wintergast, da es in der nordischen Heimat zu kalt wird. Bereits 1972 hat die Weltengemeinschaft im Wissen um die sensiblen ökologischen Zusammenhänge die Ramsarkonvention ins Leben gerufen. Auch Deutschland hat die Konvention unterschrieben und sich somit verpflichtet, die international anerkannten Gebiete zu schützen. Im Jahr 1976 wurde der Chiemsee in die Liste der Ramsargebiete aufgenommen und untersteht somit ebenfalls dem Schutz der Konvention. Weltweit bestehen heute 1.959 Ramsargebiete, aufgeteilt auf 160 Staaten. Der Chiemsee befindet sich somit in einer Liste mit klanghaften Namen wie dem Okavango Delta in Botswana, oder dem südamerikanischen Pantanal, eines der größten Binnenland- Feuchtgebiete der Welt.

Treibholz in der Hirschauer Bucht

Die zunehmenden Störungen im Gebiet gefährden somit nicht nur die heimischen Arten, sondern auch die Wintergäste und Zugvögel, die weltweit auf ungestörte Lebensräume angewiesen wird. Angesichts der Tatsache, dass viele Länder, die wirtschaftlich deutlich schlechter gestellt sind als Deutschland den Schutz ihrer Gebiete gewährleisten, wäre es beschämend, wenn Deutschland dieser internationalen Verpflichtung nicht nachkommt. Natürlich ist es unbestritten, dass aus Sicht der legitimen Nutzer Notwendigkeiten bestehen, die Hirschauer Bucht zu betreten. So befischen die Berufsfischer im Rahmen der Ausübung Ihres Berufes die Bucht. Auch gibt es immer wieder Sonderreglungen zum Räumen der Mündungen der einmündenden Gräben. Allerdings handelt es sich hierbei um privilegierte Nutzungen oder um abgestimmte Sonderfälle. Auch aktuell werden im Dialog zwischen Nutzer und Fachbehörden Kompromisslösungen für notwendige Unterhaltsmaßnahmen erarbeitet. Dabei werden die notwendigen Vorhaben mit den Bedürfnissen des Naturschutzes abgestimmt. Es handelt sich hier wohlgemerkt um abgestimmte Ausnahmeregelungen. Die Allgemeinheit sollte sich insbesondere auch im Hinblick auf die Verantwortung gegenüber der Schöpfung an das Betretungsverbot halten.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

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