Die Hirten folgen der Glitzerkugel

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Heribert Wappmannsberger zeigte die vielen schönen Kripperl-Hintergründe, die sein Vater Bartholomäus Wappmannsberger gestaltet hatte. Ganz fasziniert beugten sich die Teilnehmer über die kleinen Kunstwerke.

Prien - Sie drücken sich an der Scheibe fast die Nase platt. So ungewohnt und gleichermaßen interessant ist die Krippe, die im Schaufenster des Coiffeurs Wachter steht.

Und dann platzt es aus einem der Gruppe, die an diesem Abend von Krippe zu Krippe wandert, heraus: "Mei, habt's ihr die Geschenke gesehen." Dann schauen alle ganz genau hin. "Das Kindl bekommt Gummibärchen."

Zum ersten Mal steht heuer ein Kripperlrundgang auf dem Rahmenprogramm für den Christkindlmarkt. Die Leitung hat Helga Schömmer. An einer ersten Führung haben sich gut 20 Interessenten beteiligt.

An der Bühne auf dem Christkindlmarkt treffen sich die Teilnehmer. Als erstes betreten sie dann die Taufkapelle neben der Pfarrkirche. Schömmer erläutert, dass durch die verschiedenen Hintergrundbilder immer wieder die Möglichkeit bestehe, die Krippe umzugestalten. Der Künstler Bartholomäus Wappmannsberger habe diese Bilder gemalt.

Auf dem Weg durch den Ort informiert Schömmer über die Geschichte der Kirche und der Lukläden. Nach dem Heimatmuseum macht die Gruppe an der Marienapotheke und dann am Schmuckgeschäft "Excellenta" Station. Dort wartet eine kleine Sensation auf die Gruppe: eine Krippe aus Glas, gestaltet vom bekannten Künstler Kristian Klepsch senior. Sie ist eine Leihgabe der Familie Schömmer.

An der Alten Rathausstraße sind weitere Krippen in den Schaufenstern ausgestellt, äußerst unterschiedlicher Art, aber immer sehenswert. Im "Lindenhof" gibt's dann eine Stärkung für die Teilnehmer.

Nach der Pause wandert die Gruppe dann ins Gries. Gleich in zwei Privathäusern gehen die Türen auf. Die Familie Wappmannsberger zeigt die Hintergrundmotive aus der eigenen Künstlerfamilie. Bei den Mays ist eine wunderschöne Krippe mit fein modellierten Wachsköpfchen zu bestaunen - und nicht nur das: Christl May liest die Weihnachtsgeschichte von Ludwig Thoma vor.

Die nächste Station ist der Coiffeur Wachter. Matthias Wachter und sein Team haben extra das Geschäft offen gehalten und servieren Glühwein und Plätzchen. Gleich mehrere Krippen sind zu bestaunen - auch Darstellungen der Geburt Christi, die aus dem herkömmlichen Rahmen fallen. So ist etwa auch eine ausgefallene Krippe zu sehen, die zwei Soldaten bewachen. Die Hirten folgen nicht dem Stern, sondern einer Glitzerkugel. Und das Christkind erhält ungewohnte Gaben - auch Gummibärchen.

Weiterer Rundgang

Wer viel über Prien erfahren und sich von den vielen schönen Krippen bezaubern lassen will, der sollte die nächste Führung von Helga Schömmer am Freitag, 18. Dezember, auf keinen Fall verpassen. Mit dabei ist dann auch Klaus Obermüller, der immer zusammen mit Andreas Grutsch die Krippe in der Taufkapelle aufbaut. Treffpunkt ist um 18 Uhr wieder an der Bühne auf dem Christkindlmarkt.

daa/Chiemgau-Zeitung

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