Querungshilfe auf Staatsstraße geplant

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Hittenkirchen - Die Gefahr lauert auf dem Weg zum Chiemsee. Wer sich zu Fuß oder auf dem Rad von Weisham zum Bayerischen Meer begibt, muss die viel befahrene St2092 überqueren.

Höchste Vorsicht ist geboten, schon viele schreckliche Unfälle haben sich ereignet. Seit Jahr und Tag bemüht sich die Gemeinde Bernau um eine Entschärfung der Gefahrenstelle. Nach Angaben von Bürgermeister Klaus Daiber in der Bürgerversammlung in Hittenkirchen kommt nun eine Lösung in Sicht: eine Querungshilfe, die den Übergang erleichtert.

Eine gute Nachricht hatte Daiber mit im Gepäck, als er am Dienstagabend von Bernau nach Hittenkirchen hinauffuhr: In die festgefahrenen Verhandlungen mit dem Straßenbauamt Rosenheim, das für die Staatsstraße zuständig ist, sei, so die Botschaft des Rathauschefs in der Versammlung im Landgasthof, Bewegung gekommen. Die Behörde habe die Gemeinde Bernau beauftragt, die Planung für eine Querungshilfe zu erstellen. Die Kommune habe daraufhin einen Architekten eingeschaltet, der mittlerweile auch schon einen Entwurf vorgelegt habe. Diese Roh-Planung sei nun mit dem Straßenbauamt abzustimmen.

Bereits seit Jahren fordert die Gemeinde mehr Sicherheit für die Fußgänger und Radfahrer, die die Staatsstraße überqueren. Viele Bürger wünschten sich die beste, aber auch die teuerste Maßnahme: den Bau eines Kreisverkehrs. Dieser Wunsch geht laut Daiber nicht in Erfüllung. Ein Kreisverkehr sei auf Ablehnung gestoßen. Zuletzt sei ferner eine Unterführung unter der Staatsstraße zur Sprache gekommen. Doch auch dieser Plan könne nicht umgesetzt werden - weil laut Daiber so viele Leitungen im Erdreich liegen.

In Sicht kommt nun der Bau einer Querungshilfe. Die Planung beginnt sich erst in Umrissen abzuzeichen. Und so kann Daiber auch die Kosten erst grob schätzen. Er rechnet, wie er auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung sagte, mit Ausgaben in Höhe von 200000 bis 250000 Euro. Voraussichtlich 40 Prozent der Kosten übernehme der Staat, 60 Prozent die Gemeinde.

Josef Scheck meinte, dass die Querungshilfe nicht zu schmal, sondern "schon breit" ausfallen dürfe. Die bauliche Maßnahme sei außerdem unbedingt, so der frühere Gemeinderat, mit einer verkehrsrechtlichen Anordnung zu koppeln: mit einem Tempolimit. Daiber stellte eine Begrenzung der Geschwindigkeit in Aussicht - etwa auf 70 km/h.

Eine Reihe von Themen brachten die Bürger in der Versammlung zur Sprache. Einen kritischen Blick warfen sie unter anderem auch auf das Hallenbad samt Sauna in Bernau. Daiber berichtete, dass das jährliche Defizit, das die Gemeinde als Eigentümer und Betreiber zu begleichen hat, mittlerweile zwischen "300000 und 400000 Euro" liege. Christoph Kaufmann, der Vorstand des Trachtenvereins, erinnerte daran, dass der Fehlbetrag vor einiger Zeit noch 100000 Mark (!) betragen habe und mit den Jahren dann stetig gestiegen sei. "So darf es nicht weitergehen", betonte er.

Der Rathauschef meinte, dass das Defizit nicht weiter steigen dürfe. Die Gemeinde sei, was die finanzielle Belastung durch diese Einrichtung angehe, "am Ende der Fahnenstange angelangt". Zu entwickeln seien nun Maßnahmen, die den Fehlbetrag senken. Einige Möglichkeiten seien zu diskutieren. "Ideal" wäre es laut Daiber, wenn das Defizit am Ende auf 250000 Euro im Jahr sinken würde.

Einmal mehr kam aus der Mitte der Landwirte die Beschwerde über Hundehalter, die ihre Vierbeiner frei laufen lassen. Ein Ärgernis seien, wie Christian Lampersberger sagte, nach wie vor die Hinterlassenschaften der Tiere, die auf den Wegen und Wiesen liegen blieben. Daiber zeigte Verständnis für die Beschwerde, musste den Landwirten jedoch mitteilen, dass die Gemeinde im Grunde genommen nichts gegen frei laufende Hunde unternehmen könne. Nicht einmal ein Leinenzwang im Ort sei durchsetzbar.

Bauarbeiten haben noch nicht begonnen

Die Gemeinde saniert in diesem Jahr den Kindergarten in Hittenkirchen. Bereits Anfang Februar sind die Mädchen und Buben aus ihrer angestammten Unterkunft, dem ehemaligen Schulhaus in Hittenkirchen, vorübergehend aus- und in das Pfarrheim umgezogen. Die Bauarbeiten haben bislang noch nicht begonnen, die Ausschreibung läuft. Die Gemeinde plant, die Sanierung in den Sommermonaten vorzunehmen - mit dem Ziel, den Kindergarten dann im September wieder aufzumachen.

Daiber räumte jetzt in der Bürgerversammlung ein, dass sich der Abschluss der Arbeiten womöglich verzögern könnte. So habe sich herausgestellt, dass die Gemeinde ihre Planung vielleicht noch einmal verändern und in Sachen Brandschutz mehr als bislang vorgesehen unternehmen müsse.

Holger Paulus, Vater eines Kindes im Kindergarten, kritisierte, dass alles ziemlich langsam vorangehe. Daiber gab zu verstehen, dass die Gemeinde keine Schuld treffe. Vielmehr mache sich bemerkbar, dass das Landratsamt, die Aufsichtsbehörde, langsam arbeite. So habe das Jugendamt erst vor kurzem benötigte Unterlagen eingefordert. Daiber: Das Verfahren "dauert eine Ewigkeit".

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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