Wasserwacht braucht neue Chefs

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Wolfgang Alt, Vorsitzender Walter Poppe und Nora Kleinhans sind jeweils 40 Jahre bei der Wasserwacht, Gerhard Wappmannsberger hält ihr seit drei Jahrzehnten die Treue (von links).

Prien - "In der alten Besetzung geht es nicht mehr weiter", so Vorsitzender Walter Poppe bei der Jahreshauptversammlung. Für 2013 stehen bei der Wasserwacht nun Neuwahlen an.

Bei der Jahreshauptversammlung der Wasserwacht Prien-Rimsting kündigte der langjährige Vorsitzende Walter Poppe an, definitiv 2013 nicht mehr für das Amt zu kandidieren. "In der alten Besetzung geht es nicht mehr weiter", nahm er auch für seinen Stellvertreter Gustl Posch Stellung.

Poppe machte im Landgasthof Hittenkirchen keinen Hehl daraus, dass die Anforderungen an die Wasserwacht immer größer werden. Das neue Rettungsdienstgesetz habe zur Folge, dass von den Wasserwachten eine immer höhere Professionalität erwartet werde und Poppe stellte infrage, ob dies im Ehrenamt überhaupt noch leistbar sei.

Derzeit habe die Wasserwacht Prien-Rimsting 165 fördernde und 68 aktive Mitglieder, darunter seien 54 Jugendliche.

Der technische Leiter Andreas Lentner bilanzierte, dass die beiden Motorboote "Rolf" und "Hans" 2011 zusammen 87 Stunden auf dem See waren und die Wasserwachtler 46-mal Erste Hilfe leisteten. Für den Einsatz- und Wachdienst wurden rund 4100 Stunden aufgewendet, rund 900 Stunden steckten die Mitglieder in Aus- und Fortbildung. 39-mal musste zu Krankentransporten ausgerückt werden und 26 Schwimmer beziehungsweise Bootsbesatzungen wurden gerettet, wobei der 17. Juli 2011 mit seinem Unwetter einen Einsatzhöhepunkt darstellte. Lentner erinnerte an das heftige Gewitter und die vier Ruderboote, sechs Segelboote und 20 Personen, die allein die Wasserwacht Prien-Rimsting an diesem Tag in Sicherheit gebracht hatte. Insgesamt wurden alle 65 in Not geratenen Personen gerettet.

Gustl Posch, der Zweite Vorsitzende, forderte als Konsequenz der Erfahrungen bei diesem Unwetter, dass "wir unbedingt bei einem solch großen Einsatz eine einzige Koordinationsstelle brauchen". Dass bei diesen Unwetter gleich mehrer Koordinationsstellen die Einsätze lenkten, habe sich als "Problem" erwiesen.

Bei der Herbsttagung der Sicherheits-Gruppen am Chiemsee habe man sich darauf geeinigt, dass es bei Großeinsätzen nur mehr eine Koordinationsstelle geben soll, informierte Posch. "Seit dem 1. April werden nun alle Einsätze für den Chiemsee von der integrierten Leitstelle in Traunstein bearbeitet, ausgenommen sind nur die Inseln, die von der Rosenheimer Leitstelle betreut werden", so Posch.

Schatzmeister Thomas Scholz erinnerte an Kosten von rund 10000 Euro, die durch die Reparatur des Motorschadens am großen Einsatzboot entstanden seien. Auch die Verwaltungs- und Stromkosten seien 2011 so hoch wie nie gewesen. Mit rund 13000 Euro habe der Förderverein die Wasserwacht bezuschusst.

Gerätewart Klaus Kollmannsberger ging im Detail auf den Schaden beim Motorboot ein. Mit dem Einbau einer Kreiselpumpe habe man sich ein immer wiederkehrendes Problem vom Hals geschafft, war sich Kollmannsberger sicher.

Werner Tietze berichtete von 130 Übungstauchgängen der acht Taucher. "Alles in allem waren wir 10220 Minuten unter Wasser."

Simon Kleinhans freute sich über elf Neuzugänge für die Wasserwacht-Jugend, sodass insgesamt nun 54 Jugendliche in der Wasserwacht organisiert seien. Ein Anstieg, für den ihm der Vorsitzende besonders dankte, denn noch vor ein paar Jahren habe es beim Nachwuchs für die Wasserwacht nicht gut ausgesehen. Poppe bezeichnete die Wasserwacht als eine "eingeschworene Gemeinschaft" mit "guter Atmosphäre".

"Ihr rettet Leben und Gesundheit", anerkannten Priens Zweite Bürgermeisterin Renate Hof und ihr Rimstinger Amtskollege Andreas Fenzl die ehrenamtliche Arbeit.

Mit einer bunten Bilderserie unter dem Motto "40 Jahre bei der Wasserwacht" und einer Auszeichnung ehrte "Vize" Posch Walter Poppe und Wolfgang Alt für ihr Jahrzehnte währendes Engagement. Zusammen ehrten Poppe und Posch Gerhard Wappmannsberger (30 Jahre) und Nora Kleinhans (40) für ihre Treue.

daa/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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