Hitzelsberg kostet 7,5 Millionen Euro

Bernau - Für rund 7,5 Millionen Euro will die Gemeinde den Hitzelsberg verkaufen. In dieser Größenordnung liegen nach Angaben von Bürgermeister Daiber die Preisvorstellungen im Rathaus.

Für 5,9 Millionen Euro hat die Kommune die 16 Hektar, die auf einer Anhöhe westlich des Ortes liegen, vor einem halben Jahr im Rahmen einer Zwangsversteigerung erworben. Und seitdem seien, wie der Bürgermeister in einem Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung ausführte, weitere Ausgaben wie etwa die Grunderwerbssteuer hinzugekommen.

Bernau - Nach der zwangsweisen Schließung des dort ansässigen Betriebes kam der Hitzelsberg Ende April unter den Hammer. Den Zuschlag erhielt die Gemeinde Bernau. Die Kommune hatte mitgeboten, um den Grund und Boden in die Hand zu bekommen und dann die weitere Nutzung festlegen zu können. So setzt sie sich nun zum Ziel, das Gut wieder abzugeben - an einen Bewerber, der ein in ihrem Sinne ansprechendes Konzept mitbringt.

Die Gemeinde stoße mit ihrem Angebot auf ein "starkes Interesse", sagte Daiber. Seitdem sie vor einem halben Jahr den Hitzelsberg erworben habe, seien, so schätzt der Rathauschef, "sieben bis zehn" Interessenten vor Ort gewesen, um sich umzusehen. Allerdings, räumte Daiber ein, seien nach den Besichtigungen "nur wenige" Rückmeldungen eingegangen. Allein mit zwei Interessenten bestehe nach der Ortseinsicht laut Daiber noch Kontakt.

Die Kaufinteressierten, die sich vor Ort umgeschaut hätten, seien, wie Daiber zurückblickt, allesamt "begeistert von der Immobilie" gewesen, offensichtlich habe dann aber der Kaufpreis ihre finanziellen Möglichkeiten überschritten. Ganz verschiedene Konzepte haben sie laut Daiber verfolgt: Der Eine habe sich den Aufbau einer gehobenen Gastronomie vorstellen können, der Andere eine Nutzung als Hotel. Die beiden Interessenten, die mit der Gemeinde nach wie vor in Kontakt stehen, haben nach Angaben von Daiber andere Ziele: Sie planen dem Bürgermeister zufolge, das Gut "privat" beziehungsweise "schulisch" zu nutzen.

Wer auch immer am Ende zum Zug kommt - In der weiteren Nutzung zeige sich der Gemeinderat, wie Daiber die Meinungen im Gremium einschätzt, "flexibel". Ein gewisses Maß an Gesprächsbereitschaft sei schließlich erforderlich, um dann auch zu einem Abschluss zu kommen.

"Ich könnte mir ein Hotel vorstellen", sagte Daiber. Im gleichen Atemzug schränkte er jedoch ein, dass jeder Hotelier auf dem Hitzelsberg immer das gleiche Problem bekommen werde: Die verkehrsmäßige Anbindung des Gutes lasse zu wünschen übrig, nur zwei schmale Straßen seien vorhanden. Naheliegend sei eine gewerbliche Nutzung, die der vormaligen im Bereich des Autohandels gleich komme.

Nicht nur Wiesen, auch einige Gebäude stehen zum Verkauf an. So steht auf dem Hitzelsberg insbesondere auch ein altes Bauernhaus, das der vormalige Besitzer mit großem Aufwand hergerichtet und mit einer Ausstellungshalle erweitert hat. Ebenso gehören zur Verkaufsmasse nach Angaben von Daiber acht Garagen, eine große Halle und ein zum Abbruch anstehendes Gärtnerhaus.

Die Gemeinde Bernau hat laut dem Rathauschef keine Eile, das Gut zu veräußern. "Wir müssen den Hitzelsberg nicht an den Erstbesten verkaufen." Er sieht auf der Gemeinde keinen übermäßigen, finanziellen Druck lasten - was an der für sie so günstigen Finanzierung des Kaufs vor einem halben Jahr liege. Die Kommune habe zwar einen Kredit aufnehmen müssen, doch der Zinssatz, den sie bekommen habe, sei sehr niedrig. Und so seien die Zinszahlungen nun auch keine schwere Last, die die Gemeinde nicht stemmen könnte. Gleichwohl, so der Rathauschef weiter, habe die Gemeinde keineswegs die Absicht, den Hitzelsberg für immer und ewig zu behalten. Ein Verkauf habe zu erfolgen - nach Möglichkeit "bis Ende 2013", so Daiber.

Einen Bebauungsplan hatte die Gemeinde vor Jahr und Tag in Absprache mit dem damaligen Besitzer aufgestellt. Er habe nach wie vor Bestand, so Daiber. Weitere baurechtliche Überlegungen, die womöglich von Seiten eines Investors geäußert werden, seien im Gemeinderat zu erörtern.

Das Gremium hat sich laut Daiber ein Ziel gesetzt: die Wege auf dem früher von den Bürgern als Naherholungsgebiet geschätzen Hitzelsberg zu erhalten. Zu prüfen seien außerdem die Möglichkeiten, die eine oder andere neue Strecke anzulegen.

Auf der Suche nach einem Käufer hat die Gemeinde laut Daiber einen Vermittler eingeschaltet: Sie habe eine Bank beauftragt, die Immobilie im Namen von Bernau anzubieten.

Chiemgau Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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