Hitzige Debatte am Ratstisch um Wellness-Hotel

Aschau - Zum Schluss der öffentlichen Gemeinderatssitzung in Aschau wurde es noch einmal so richtig hitzig im Gremium.

Beim letzten Punkt "Anträge" stellte Albert Moosmüller klar, dass er einige Äußerungen zu einem neuen Hotel in Aschau in den Leserbriefen der letzten Tage und Wochen nicht fair finde.

Der Aschauer Gemeinderat sei nicht grundsätzlich gegen ein Hotel im Gemeindebereich, er habe aber mit Zweidrittelmehrheit beschlossen, dass es aus dem neuen Leitbild herausgenommen werde und wolle damit alle künftigen Entscheidungen in der Hand behalten, so Moosmüller.

Hildegard Linke-Pöpperl erklärte, dass sie in der damaligen Sitzung überrumpelt worden sei und möchte diesen Passus im Leitbild nochmals zur Diskussion stellen. Sie kündigte an, einen entsprechenden Antrag stellen zu wollen.

Leuten vom Fach mal vertrauen

Georg Westenthanner meinte, dass in dieser Angelegenheit ein Signal gesetzt werden müsse und eine glasklare Aussage getroffen werden solle. Wellness-Hotels rentierten sich erst ab einer gewissen Größe, man müsse den Leuten vom Fach auch einmal entsprechendes Vertrauen entgegenbringen. Das Leitbild sei für Aschau und seine weitere Entwicklung enorm wichtig, der Gemeinderat sei damit nicht festgenagelt, sondern behalte alle Fäden zur Verwirklichung in der Hand. Es fehle aber ein unmissverständliches Signal nach außen.

Jakob Hündl hielt einen flammenden Appell für die Einbeziehung des Hotels in das Leitbild. Alle bisherigen Hotel-Planungen seien durch irgendwelche Bedenkenträger abgewürgt worden, das für Sachrang geplante Hotel sei mittlerweile in Thiersee verwirklicht worden und das Priental könne wieder nur hinterherschauen. Er finde es schade, dass der Gemeinderat mehrheitlich gegen die Aufnahme eines Hotels in das Leitbild gewesen sei, wo doch ein Bevölkerungsquerschnitt in den vorbereitenden Ausschüssen für das Leitbild das so beschlossen habe.

Bürgermeister Werner Weyerer beendete die Diskussion unter Hinweis auf die Tagesordnung und stellte eine Wiederaufnahme des Besprechungspunktes bei einer der nächsten Sitzungen in Aussicht.

Vorher ging es in der Sitzung bedeutend ruhiger zu, alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.

Der Gemeinderat ermächtigte die Verwaltung, den Auftrag für die Bohrung der erforderlichen Grundwassermessstellen für die Ausweisung des Wasserschutzgebietes an den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben. Die Kosten für die Bohrungen werden rund 32.000 Euro betragen.

Zahlreiche Aschauer Gemeindestraßen müssen grundlegend saniert werden. Im Haushalt ist für die Asphaltierung ein Betrag von 110.000 Euro vorgesehen. Für sieben Straßenteilbereiche, die in einem sehr schlechten Zustand sind, holte die Verwaltung Angebote ein, weitere Angebote folgen in den nächsten Wochen. Einstimmig beschloss das Gremium, die Firma Swietelsky aus Traunstein mit den Arbeiten an den ersten sieben Straßenabschnitten zu beauftragen.

Einige Anlieger haben Ausbau beantragt

Einige Anlieger der Erschließungsstraße "Am Schafelbach" haben den Ausbau dieser Straße beantragt. Die Kosten hierfür betragen rund 30.000 Euro, 90 Prozent davon haben die Anlieger zu tragen. Die Gemeinde hatte im Vorfeld alle Anwohner zu einer Besprechung eingeladen, die Mehrheit entschied sich für einen Ausbau und weiß, was in den nächsten Monaten an Kosten auf sie zukommen wird. Die Ausbauarbeiten sollen noch im Herbst erfolgen.

Das Haus des Gastes braucht dringend eine vollständige Sanierung. Als Erstes müssen die Kellerwände, in dem das gemeindliche Archiv untergebracht ist, trockengelegt und wieder hergerichtet werden. Mit der Sanierung dieses Teilabschnittes soll sofort begonnen werden. Er umfasst die Kellerabdichtung und -isolierung, sowie den Abriss des alten Kellertreppenabganges neben der Terrasse zur Hausmeisterwohnung. Die Gesamtbaukosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich nach den Berechnungen von Architekt Helmut Schindler auf etwa 26.500 Euro. Grundsätzlich wurde die Maßnahme vom Gemeinderat bereits beschlossen.

Bis zum Abschluss der energetischen Sanierungsmaßnahmen wird die Gemeinde Aschau nach Auskunft des betreuenden Architekten Helmut Schindler rund 500.000 Euro in die Hand nehmen müssen.

reh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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