"Priener sind reif für ein Umdenken"

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Prien - Nach dem Erfolg im Bürgerentscheid gegen das Heizkraftwerk fordert Elke Garczyk, Vorsitzende der Senioren-Union, nun Konsequenzen in der Energiedebatte und grundsätzlich mehr Bürgerbeteiligung.

Diesen Ausgang des Ratsbegehrens hatten auch die Mitstreiter der Kampagne "Nein zum Heizkraftwerk" nicht erwartet. Umso mehr fordert Elke Garczyk, Vorsitzende der Senioren-Union, nun Konsequenzen in der Energiedebatte und grundsätzlich mehr Bürgerbeteiligung.

Garczyk betonte, dass die Motivation für ihre und die Bemühungen ihrer Mitstreiter die Überzeugung gewesen sei, "dass dies der falsche Weg zu einer Energiewende ist". Dies sei zwar nach außen nur von einer kleinen Gruppe dargestellt worden, die sich aber "auf Scharen von Unterstützern im Hintergrund stützen konnte. Ihnen und den Mitstreitern in der vorderen Linie gilt unser großer Dank."

Für Garczyk stehen Gemeinderat und Bürgermeister nach ihrer Niederlage nun vor zwei grundsätzlichen Fragen. "Was fällt ihnen außer zentraler Energieversorgung ein, um ein Umdenken bei den Bürgern einzuleiten. Die für einen Bürgerentscheid erstaunliche Wahlbeteiligung (48,4 Prozent, Anm. d. Redaktion) zeigt, dass die Leute reif sind für das Thema." Sie verweist zum Beleg auch auf die "hervorragende Akzeptanz unserer Informationsbriefe und die 2500 Aufrufe unserer Internetseite. Wir werden an dem Thema weiter arbeiten."

Die andere Frage sei, wie eine offene, demokratische Bürgervertretung in Zukunft arbeiten solle. "So wie bisher geht es nicht weiter."

"Ungewöhnlich war die Weigerung des Bürgermeisters, mich als Vertreterin der Wahlgewinner zu Wort kommen zu lassen. Als Politikerin und ehemalige Mannschaftssportlerin kenne ich nach Sieg oder Niederlage ein anderes Verhalten dem Gegner gegenüber", kritisierte Garczyk die Vorgänge unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses in der Aula der Franziska-Hager-Schule. "Damit sind alle, die uns ihre Stimme gegeben haben, brüskiert worden."

Als "traurigen Höhepunkt in demokratischem Verhalten" hat sie das "Niederbrüllen" empfunden, "beim Versuch, allen Wählern Dank zu sagen für ihre rege Beteiligung. Dass Frau Stampfl versucht hat, mich umzustoßen mit dem Geschrei ,Hau ab! Hau endlich ab hier!' ist so unterklassig, dass man sich fragen muss, ob so eine Gemeinderätin überhaupt zu den Honoratioren der Gemeinde gezählt werden kann." Stampfl war auf Garczyk losgegangen, als diese das Wort ergreifen wollte.

re/db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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