Nur noch eine Straßensperrung

Chiemgau - Durch das Hochwasser ist die TS 6 nach Bernhaupten weiterhin gesperrt. Doch trotz Dauerregens hielten die Mauern und kein Wasserlauf trat über die Ufer.

Eine Umleitung über Adelholzen ist eingerichtet . Nicht mehr betroffen von der Überflutung ist die TS 46 zwischen Wang und Nußdorf. Gestern war auch die St 2096 zwischen Übersee und Grabenstätt zeitweise nicht passierbar.

Hochwasser in Traunstein

Am Mittwochvormittag waren die Bäche und Flüsse im Chiemgau mächtig angestiegen. Als die Niederschläge am Nachmittag zurückgingen, gab Günter Hopf, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes in Traunstein, Entwarnung: "Die Lage entspannt sich langsam."

Die Spitze der Wasserstände sei überschritten, so Hopf im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Allein der Chiemsee wird laut dem Leiter des Wasserwirtschaftsamtes noch steigen. Hopf schätzte, wie er weiter mitteilte, dass das Bayerische Meer wohl am Freitag seinen höchsten Stand in diesen Tagen erreichen werde. Auch am Mittwoch gingen zum Teil sintflutartige Regenfälle auf den Chiemgau nieder. Die Wassermassen wälzten sich von den Bergen in die Täler. Die Bäche schwollen mächtig an, die Flüsse stiegen und stiegen. Ihr Höchststand war am Mittag.

Die Tiroler Ache erreichte auf Höhe von Staudach einen Wasserstand von über sechs Metern. Rund 300 Kubikmeter pro Sekunde flossen Richtung Chiemsee. Zum Vergleich: Vor rund einer Woche war der Fluss an die vier Meter tief - und die Wassermenge, die er mit sich führte, wesentlich geringer: Rund 35 Kubikmeter pro Sekunde wälzten sich in Richtung Chiemsee.

Auch die Traun führte gestern sehr viel Wasser. Auf knapp zwei Meter stieg der Pegel auf Höhe des Hochbergs (Stadt Traunstein). Doch da wie dort galt: Die Wasserstände näherten sich zwar den Höchstständen der vergangenen Jahre, erreichten sie jedoch nicht. Und so entstand auch längst nicht die Hochwassergefahr wie am 12. August 2002: Die Traun hatte damals einen Pegel von 335 Zentimeter - sie trat über die Ufer und richtete großen Schaden an. Glücklicherweise zogen die starken Regenfälle diesmal keine größeren, nennenswerten Schäden nach sich.

Hochwasser-Mauern haben sich bewährt

An vielen Stellen im Chiemgau floss das Wasser auf den Wiesen und in den Wäldern zwar nicht mehr ab, doch diese kleinen Seen "vertrocknen" dann immer wieder schnell, wenn der Regen aufhört. Vorübergehend waren auch Wege und Straßen überflutet.

In den Gemeinden am Alpenrand bewährten sich die Mauern, die vor Hochwasser schützen. Auch und gerade in Unterwössen machten sich die Maßnahmen bezahlt, die der Freistaat und die Kommune mit viel Geld nach den Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre ergriffen hatten: Die Tiroler Ache und der Wössener Bach traten nicht über die Ufer. 2002 und 2005 waren insgesamt mehr als 500 Menschen in 230 Haushalten vom Hochwasser überrascht worden - Der geschätzte Gesamtschaden betrug damals rund elf Millionen Euro. Rund 5,5 Millionen Euro haben die Baukosten für die Hochwasserschutzmaßnahmen in der Gemeinde gekostet, 1,8 Millionen Euro musste die Kommne davon selbst tragen.

"Das Geld hätte nicht besser investiert werden können", sagte Bürgermeister Hans Haslreiter. Insbesondere vom Wössener Bach gehe jetzt keine Gefahr mehr aus. Im unteren Teil des Dorf wäre der Wasserlauf "mit Sicherheit über die Ufer gegangen" ohne das Ausleitungsbauwerk, das ihn jetzt über die Flutmulde in sicheren Bahnen am Ort vorbei leite.

von Gernot Pültz

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