Hoffnungsschimmer für Karateka

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Ausgesprochen diszipliniert geht es im Shotokan Karate e.V. Bad Endorf zu. Der Verein, der seit 17 Jahren besteht, hat den Schwerpunkt "Jugendarbeit". Mitglieder haben bereits mehrfach oberbayerische und bayerische Meistertitel errungen.

Bad Endorf - Dramatisch stellt sich derzeit die Situation für den "Shotokan Karate Verein Bad Endorf" dar. Zum 1. November muss er die Trainingsräume im Wiebel-Park aufgeben, da hier ein Supermarkt entstehen wird.

Intensiv sei in den letzten Monaten nach einem Ausweichquartier gesucht worden, doch Fehlanzeige, so Vorsitzender Willi Purkart. Aber nun scheint Bewegung in die Suche zu kommen.

Seit 1992 gibt es in Bad Endorf den eigenständigen Verein "Shotokan Karate Bad Endorf" mit derzeit rund 100 aktiven und passiven Mitgliedern. Neben zeitweise über 100 Kindern trainieren etwa 30 Erwachsene im Verein. An vier Tagen pro Woche kommen Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und Erwachsene zusammen, um sich körperlich und geistig fit zu halten, sozialen Umgang miteinander zu pflegen und ganz einfach Spaß zu haben, so Vorsitzender Willi Purkart. "In der Jugendarbeit, unserem Schwerpunkt, engagieren wir uns sowohl für Gewaltprävention als auch für das Erlernen von gesundheitsbezogener Geistes- und Körperbeherrschung", erklärt Purkart.

Mit viel persönlichem Einsatz seien die Trainigsräume im Wiebel-Park einst hergerichtet worden, sogar die Umkleiden und sanitären Anlagen seien auf Vordermann gebracht worden, sagt der Vorsitzende.

Doch nun ist alles vorbei, denn spätestens zum 1. November müssen die Trainigsräume geräumt werden, bestätigt Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben dem OVB auf Anfrage. Sie könne die Aufregung des Vereinsvorstandes nachvollziehen, doch sie verweist darauf, dass die Lösung des Problems ausschließlich beim Verein liege. "Einige Mitglieder waren bei mir in der Sprechstunde." Da habe sie auf den Hallen-Belegungsplan hingewiesen, den Zweite TSV-Vorsitzende Barbara Laböck derzeit ausarbeitet.

Und hier scheint nun durch Vermittlung der Heimatzeitung Bewegung in die Misere zu kommen: Da, wie das OVB erfuhr, die Judoka aus der TSV-Gymnastikhalle in die alte Schulturnhalle übersiedeln, wären dort Kapazitäten frei. Dies bestätigte auch Barbara Laböck. "Ich werde mir sofort diesen Raum ansehen, auch wenn er zunächst vielleicht nur eine Zwischenlösung für uns ist", erklärt hocherfreut Karate-Trainerin Gesa Pflumm-Ajayi. "Bisher haben wir nur Absagen, auch vom TSV, bekommen."

Langfristig sei der Verein aber immer noch auf der Suche nach eigenen Räumlichkeiten. "Wer uns leer stehende Fabrikgebäude, einen Bauernhof, einen großzügigen Keller oder sonst passende Räumlichkeiten von mindestens 120 Quadratmetern anbieten kann, soll sich melden", hofft sie auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung (purkart-willi@t-online.de und ajayigesa@gmx.de). Denn durch das individuelle Trainingsangebot sei es den Trainern gelungen, dass ihre Schützlinge zahlreiche bayerische und oberbayerische Meistertitel errangen. "Sogar auf deutscher Ebene erreichten wir gute Platzierungen", so Pflumm-Ajayi. Das und eine gute Jugendarbeit stehe auf dem Spiel.

re/ske/Oberbayerisches Volksblatt

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