Horst Köhler in der Streichenkirche

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Bundespräsident Horst Köhler und Gattin Eva besuchten an Pfingstmontag die Messe zum Patrozinium des Kirchenpatrons St. Servatius in der Streichenkirche. Altbürgermeister Fritz Irlacher, der Unterwössener Bürgermeister Hans Haslreiter, der Schlechinger Bürgermeister Josef Loferer, Bundespräsident Horst Köhler und Gattin Eva (von links).

Schleching - Ein ganz besonderer Gast besuchte am Pfingstmontag die Messe in der Streichenkirche in Schleching.

Die Messe an Pfingstmontag in der Streichenkirche und das gleichzeitige Patrozinium des Kirchenpatrons St. Servatius gibt es schon so lange, dass selbst die Älteren sich nicht erinnern konnten, wann das Fest zum ersten Mal begangen wurde. In diesem Jahr sollte es nicht anders sein. Dass es für alle Beteiligten doch ein besonderer Tag wurde, lag an den überraschenden Gästen Bundespräsident Horst Köhler und seiner Gattin Eva, die im Chiemgau ihren Urlaub verbringen.

Zunächst hatten die hohen Gäste Interesse an einer Kirchenführung in der Streichenkirche bekundet. Deshalb fragte Thomas Färbinger von der Grassauer Polizei, Koordinator zu den Sicherheitskräften, bei Altbürgermeister Fritz Irlacher an. Nachdem das Bundespräsidentenpaar auch einen Gottesdienst besuchen wollte, war das Patrozinium in der Streichenkirche eine besondere Gelegenheit, ohne dass irgendetwas arrangiert wurde. Nur ganz wenige wussten von dem hohen inoffiziellen Besuch und so konnten die Gäste einen beinahe familiären Vormittag am Streichen verbringen, begleitet vom Schlechinger Bürgermeister Josef Loferer, Altbürgermeister Fritz Irlacher und dem Unterwössener Bürgermeister Hans Haslreiter.

Pfarrer Josef Kreuzpointner, der die Messe zelebrierte, erinnerte daran, dass um 1950 Theodor Heuss der erste Bundespräsident war, der die damals nur zum Teil restaurierte Streichenkirche jährlich während seines Urlaubs in Aschau besucht hatte. Er gehörte damals dem "Verein der Streichenfreunde" an und war ein großer Förderer der endgültigen Restaurierung. Seitdem hat als Bundespräsident erst wieder Horst Köhler die Streichenkirche besucht.

In seiner Predigt schuf Pfarrer Kreuzpointner die Brücke zwischen Pfingsten und dem Patrozinium des Kirchenpatrons: An Pfingsten kam der Heilige Geist über die Jünger von Jesus Christus und gab jedem eine andere Sprache, damit die Nachricht der Auferstehung von Jesus Christus in alle Länder getragen werden konnte. Auch den Bischof von Maastricht St. Servatius habe der Geist erfüllt, als er predigte, und alle verstanden ihn in ihrer Muttersprache.

Auf die Messe stimmten das Bläserquartett der "Dorfmusik Schleching" ein. Die Bläser begleiteten den Schlechinger Kirchenchor und ließen die Messe ausklingen. Der Kirchenchor unter der Leitung von Maria Blank sang die "Missa brevis in g-Moll" von Crassini und unter anderem "Emitte spiritum". Selbst die Chorleiterin, die außerdem den Gesang der Kirchengemeinde an der alten Kastenorgel begleitete, überraschte der hohe Besuch. Sie war als stellvertretende Leiterin der Cantica Chor- und Instrumentalschule erst vor kurzem von der Rede des Bundespräsidenten zum Kongress des Verbandes deutscher Musikschulen in Berlin tief beeindruckt.

Im Anschluss an die kirchliche Feier übernahm Heimatpfleger Hartmut Rihl die geschichtliche Führung durch die Kirche mit vielen Details zu der überraschenden Wiederentdeckung der Fresken aus dem 15. Jahrhundert unter dem frühbarocken Gewölbe erst im 20. Jahrhundert. Während die Bläser noch vor der Kirche spielten, warteten etliche Besucher auf den Bundespräsidenten. "Deutschland ist ein wunderbares Land", sagte der Bundespräsident vor der Kulisse der umliegenden Berge. "Pfingsten ist eine gute Zeit zum Nachdenken. Wir werden es schaffen, die Zukunft zu meistern," drückte er seine Zuversicht aus.

Beim "Streichenwirt" spielte inzwischen die "Musikkapelle Schleching" unter der Leitung von Kapellmeister Erwin Gründler ein Standkonzert. Auch die Musikanten waren überrascht vom Besuch des Staatsoberhaupts und spielten ihm zu Ehren einige Stücke und zum Ausklang den Marsch "Der gute Kamerad". Dazwischen lag eine Einkehr mit einem regen Gedankenaustausch mit den Bürgermeistern über die Zusammenarbeit der Gemeinden im "Ökomodell Achental", dem ehrenamtlichen Engagement der Vereine und der Bürger sowie der Landwirtschaft in der Bergregion. Mit einem Jodler verabschiedeten die "Schlechinger Sänger" die hohen Gäste vom "Streichen".

hre

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