Hundedreck erhitzt Gemüter

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Übersee - Nahezu wunschlos zufrieden sind die Überseer Bürger, wäre da nicht ein Thema: der Hundedreck durch frei laufende Hunde. Es werden radikale Lösungen verlangt!

Nahezu wunschlos zufrieden waren die etwa 140 Überseer Bürger nach dem ausführlichen Lagebericht von Bürgermeister Marc Nitschke in der Bürgerversammlung im Wirtshaus "DFeldwies". Lediglich das Thema "Hundedreck durch frei laufende Hunde" erhitzte die Gemüter. Es wurden radikale Lösungen verlangt.

Welch "heißes Eisen" das Thema in der Gemeinde ist, hatte vor kurzem bereits eine Gemeinderatssitzung gezeigt, in der über einen Bürgerantrag auf eine generelle Anleinpflicht für Hunde und ein Hundeverbot am Chiemseestrand zu entscheiden war. Fast 40 Bürger folgten damals der Sitzung, die jedoch noch keine Lösung brachte. Der Rathauschef hatte zunächst einen "Runden Tisch" mit Vertretern der Landwirtschaft, der Jagd und Hundehaltern vorgeschlagen. Das Treffen findet in diesen Tagen statt.

In der Bürgerversammlung beklagte Sepp Pfisterer vor allem den "Hundetourismus". Übersee habe sich zum "Tummelplatz der Hundebesitzer aus der gesamten Region" entwickelt. Vor allem die beidseitigen Achendämme auf der Höhe von Almau und das Chiemseeufer nördlich des Strandbades seien beliebte Ausflugsgebiete von Hundebesitzern und ihrer Vierbeiner aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim. Pfisterer und einige andere Bürger forderten wirksame Gegenmaßnahmen.

Hans Maier gab zu bedenken, dass es vielerorts auch zu wenig Hundetoiletten gebe. Ludwig Gramelsberger verwies auf die massiven Schäden des Hundedrecks für die Bauern. Nach seinen Worten seien schon sechs Kälber deshalb eingegangen.

Ein konstruktiver Vorschlag kam von Martina Strupat. Um dem "Hunde-Tourismus" entgegen zu steuern, schlug sie ein eingeschränktes Nutzungsrecht der entsprechenden Zufahrtsstraßen nur für Anlieger vor.

Bürgermeister Nitschke zeigte zwar Verständnis für die Sorgen seiner Bürger, sah aber angesichts der Rechtsvorschriften nur wenig Handlungsspielraum. Er setzte auf den "Runden Tisch", der zumindest Lösungsansätze erarbeiten solle. "Mir ist vor allem wichtig, dass kein Klein-Krieg im Ort entsteht", sagte er.

Die Anregung von Pfisterer für eine Einbahnstraßenregelung für die Wolferstraße und die Frage nach einer möglichen Sanierung der Almauer Brücke waren schnell erledigt. Dem Bürgermeister zufolge sei die Brückensanierung noch für heuer vorgesehen, die Kosten stünden allerdings noch nicht fest. Die Einbahnregelung werde er in die abschließenden Überlegungen zur Wolferstraße mit einbeziehen.

Eine Einladung an die Überseer Bürger sprach Andreas Hinterschwepfinger von der Polizeiinspektion Grassau aus. Da das Zwischenmenschliche nach seinen Worten heutzutage oft auf der Strecke bleibt, seien die Bürger ausdrücklich aufgerufen, mit der Polizei mögliche Probleme persönlich zu besprechen.

Auch der zum 1. Februar nächsten Jahres scheidende Schulrektor Hans Aderbauer ergriff das Wort. Nach 30 Jahren als Schulleiter in Übersee sei es ihm ein Bedürfnis, der Bevölkerung und den vielen Netzwerken im Ort für ihre immer währende Unterstützung zu danken.

vd/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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