Hundehaltung geregelt

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Übersee - Eine neue Verordnung über "das freie Umherlaufen von großen Hunden und Kampfhunden" hat jetzt der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig verabschiedet. Die Regelung: 

Der Inhalt entspricht laut Bürgermeister Marc Nitschke dem Ziel der Gemeinde, die vernünftigen Hundehalter nicht zu bestrafen, aber dennoch Möglichkeiten zu schaffen, um unvernünftigen Hundehaltern Einhalt zu gebieten.

Zugestimmt hat das Gremium auch einem Rahmenkatalog, der hauptsächlich der Information von Hundehaltern dienen soll.

"Hunde laufen lassen oder anleinen" - dieses Thema wurde in Übersee seit langem kontrovers diskutiert. Vor allem, seit sich ein regelrechter "Hunde-Tourismus" aus der gesamten Region zu den beidseitigen Achendämmen auf der Höhe von Almau und zum Chiemseeufer nördlich des Strandbades entwickelt hat.

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Ein Antrag von Bauern, Jägern und Touristikern für eine generelle Anleinpflicht für Hunde im gesamten Gemeindegebiet und ein partielles Hundeverbot brachte in der Gemeinderatssitzung vom 22. September 2011 keine Lösung. Erst ein vom Bürgermeister einberufener "Runder Tisch" mit den fünf Antragstellern und fünf ausgewählten Hundehaltern führte jetzt zum Durchbruch.

Der Rathauschef bedankte sich in der letzten Sitzung für die "sehr konstruktiven Gespräche" am Runden Tisch, die einvernehmlich zum Entwurf der neuen Verordnung geführt hatten. Er betonte, dass sich die meisten Hundehalter ordnungsgemäß verhalten. "Leider gab es aber auch vermehrt Beschwerden über 'schwarze Schafe unter den Hundehaltern, die den Hundekot nicht beseitigen oder die ihre Vierbeiner unkontrolliert laufen lassen und somit andere Personen oder Tiere gefährden."

Die jetzt erlassene Verordnung gilt nur für so genannte "Kampfhunde und große Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern". Beide sind gemäß Paragraf 1 im gesamten Gemeindegebiet ständig an der Leine zu führen. Abweichend davon können nach Paragraf 2 große Hunde, nicht aber Kampfhunde, in Eigenverantwortung des Hundehalters in Ruf- und Sichtweite frei laufen, soweit der Hund jederzeit unter Kontrolle ist.

Weiterhin dürfen nach der Verordnung andere Personen in der Öffentlichkeit nicht durch Hunde gefährdet, geschädigt oder belästigt werden. Und Hundekot ist umgehend zu beseitigen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Ansonsten muss ein Hundehalter mit einem Bußgeld von 20 bis 150 Euro rechnen. Bußgelder werden auch erhoben, wenn Kampfhunde oder große Hunde nicht angeleint sind.

Die Gemeinderäte äußerten sich überwiegend positiv über die neue Verordnung. Für Anton Stefanutti (Bündnis 90/Die Grünen) war sie allerdings erst ein Einstieg. Er hätte sich eine generelle Anleinpflicht an neuralgischen Punkten, wie am Achendamm oder am Strandbad gewünscht. "Außerdem hebelt meines Erachtens Paragraf 2 über das Freilaufen gehorsamer Hunde die allgemeine Anleinpflicht aus Paragraf 1 wieder aus."

Dennoch stimmte auch Stefanutti für die neue Verordnung, ebenso wie für die flankierenden Maßnahmen. Diese sehen eine Aufklärung über eine ordnungsgemäße Hundehaltung in Übersee im Gemeindeblatt und auf der Homepage der Gemeinde vor. Außerdem soll jeder Hundehalter in Übersee ein entsprechendes Aufklärungsschreiben erhalten. Vorgesehen sind weiter Hinweisschilder an besonders neuralgischen Punkten in der Gemeinde. Der Bau- und Umweltausschuss entscheidet, wo diese Schilder aufgestellt werden.

vd/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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