Ideen zur Beruhigung sind gefragt

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Die Tempo-30-Zone in der Hochriesstraße zwischen Penny-Markt und Seestraße entstand vor einigen Jahren, als sich in diesem Bereich immer mehr Geschäfte angesiedelt hatten.

Prien (CH-Z) - Nach den Planungen für das Bahnhofsareal und den Chiemseerundweg sind nun zum dritten Mal Ideen aus der Bevölkerung in einer "Bürgerwerkstatt" gefragt. Diesmal soll es um das Thema Verkehrsberuhigung gehen.

Neben Tempo-30-Zonen sollen sich Interessierte beispielsweise auch mit der überlasteten Ortsdurchfahrt beschäftigen.

Der Verkehr in Prien taucht immer wieder in der öffentlichen Diskussion auf. In der vorangegangenen Legislaturperiode war ein langes Bürgerbeteiligungsverfahren mit mehreren Arbeitskreisen und unter professioneller Moderation initiiert worden. Eine Reihe von Ideen konnte seinerzeit umgesetzt werden. Andere scheiterten an fehlenden finanziellen Mitteln, wieder anderen standen rechtliche Vorgaben entgegen.

In den letzten Monaten hatten sich im Rathaus Anfragen und Anträge mit dem Ziel einer Verkehrsberuhigung für verschiedene Bereiche und einzelne Straßen gehäuft. Sie sollen nun in ein Gesamtkonzept eingebettet werden. Einstimmig votierte der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung für die Einrichtung einer Bürgerwerkstatt. Wann sie ihre Arbeit aufnimmt, steht allerdings noch nicht fest. Germana Beer vom Ordnungsamt und die Polizeiinspektion sollen diese Werkstatt fachlich begleiten.

Die Verwaltung hatte eine lange Liste möglicher Themenfelder zusammengestellt - allein 13 Straßen oder Ortsteile, für die Tempo-30-Zonen oder -bereiche diskutiert werden könnten. Aber auch die überlastete Ortsdurchfahrt und Verbesserungen der Parksituation sind mögliche Diskussionsfelder.

Die Arbeit soll nach einem Drei-Stufen-Plan erfolgen. Zunächst ist vorgesehen, Bereiche herauszuarbeiten, die für eine Verkehrsberuhigung infrage kommen. Danach soll untersucht werden, welche "Verkehrsmittel" durch Maßnahmen betroffen wären. Das könnten in einzelnen Bereichen nicht nur motorisierte Verkehrsteilnehmer sein, sondern auch Radler und Fußgänger.

Bevor die Bürgerwerkstatt dann an die Konzeptplanung geht, soll der Marktgemeinderat zwischengeschaltet werden, um zu verhindern, dass Ideen weiterentwickelt werden, die aus rechtlichen, technischen oder finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden können. Die Aufnahme der drei Arbeitsstufen in den Beschluss war ganz im Sinne von Jürgen Schuster (CSU), um Enttäuschung vorzubeugen. Er erinnerte an die Bürgerbeteiligung vor einigen Jahren. "Wir haben damals viel gearbeitet, aber es ist wenig herausgekommen, weil wir kein Geld hatten." Die Aussichten seien finanziell derzeit auch nicht rosig.

Die Bürgerwerkstatt soll auch an Konzepte, Pläne und Ideen aus früherer Zeit anknüpfen oder zumindest auf sie zurückgreifen können, versicherte Bürgermeister Jürgen Seifert auf Anfrage von Felicitas Bauer (BfP).

Mehrfach wurde aber auch betont, dass die Bürger, die sich beteiligen, "ergebnisoffen" und "vorbehaltlos" an die Arbeit gehen sollten, ohne auf negative Beschlüsse oder gescheiterte Vorhaben aus der Vergangengheit Rücksicht nehmen zu müssen. Auch finanzielle Aspekte sollen zunächst nicht die entscheidende Rolle spielen. Alfred Schelhas (SPD) hatte an eine Bürgerbefragung in jüngerer Zeit im Bereich Carl-Braun-Straße erinnert, wo der Wunsch zur Umsetzung von verkehrsberuhigenden Maßnahmen seiner Überzeugung nach vor allem deshalb kaum vorhanden war, weil im Fragebogen pauschal nach der Bereitschaft einer Kostenbeteiligung der Anlieger gefragt worden war. Das "Mehr an Sicherheit" müsse im Vordergrund der Arbeit in der Bürgerwerkstatt stehen, so Schelhas.

db/Chiemgau-Zeitung

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