Immer mehr Löcher

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In der Ernsdorfer Straße sind Schlaglöcher besonders häufig und tief.

Prien - "Früher hieß es bei schlechten Straßen: ,Das schaut aus wie in der DDR.' Heute würde man ,die' damit eher beleidigen." Dr. Herbert Reuther (CSU) sprach in der jüngsten Gemeinderatssitzung aus, was viele denken.

Zahlreiche Straßen in Prien sind voller Löcher und sanierungsbedürftig.

Die Kampenwand- und Teile der Ernsdorfer Straße müssen derzeit am meisten herhalten, wenn Extrembeispiele gesucht sind. Im Winter verschärft sich das Problem immer. Durch Risse dringt Wasser in den Asphalt ein und gefriert. Die Fahrbahndecken reißen auf. Je mehr Autos über solche Stellen fahren, desto schneller wachsen die Schlaglöcher in die Breite und die Tiefe.

Das Thema ist nicht neu. Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren über den schlechten Zustand mancher Straßen im Ortsbereich lamentiert. Die Gemeinde stellt alljährlich Geld in den Haushalt für Reparaturmaßnahmen ein. Heuer stehen gut 200.000 Euro bereit.

Im Frühjahr, nach der Frostperiode, schwärmen die Mitarbeiter des Bauhofs regelmäßig aus, um die Löcher zu flicken. Viele werden mehr oder weniger provisorisch mit frischem Asphalt gestopft. Aber das verschiebt das Problem nur und löst es nicht. Um alle Straßen, die es nötig hätten, dauerhaft zu sanieren, fehlt schlichtweg das Geld.

Und die Liste wird nicht kürzer. Bürgermeister Jürgen Seifert hat nach eigenem Bekunden einen Block im Auto liegen, auf dem er sich löchrige Stellen notiert, sobald er mit dem Wagen darübergeholpert ist.

Er gab Reuther in der Sitzung "zu 100 Prozent" recht. Es sei nicht damit getan, die Löcher zuzumachen. Nicht wenige Straßen verlangten nach "substanziellen" Maßnahmen. Als Beispiel nannte er einen Abschnitt der Ernsdorfer Straße nahe der ehemaligen Frauenklinik. "Aber die gehört uns nicht mal", deutete er an, dass es mitunter nicht einfach ist, etwas zu tun, weil die Gemeinde nicht ohne Weiteres aktiv werden kann.

Manchmal ist das Rathaus auch der falsche Adressat für Beschwerden, wenn Bürger ihrem Ärger Luft machen wollen. Die Bernauer und die Alte Rathausstraße fallen als Staatsstraße in die Zuständigkeit des Staatlichen Bauamtes Rosenheim. Die Seestraße ist zwar eine Kreisstraße, aber für sie gibt es einen Vertrag zwischen Landkreis und Gemeinde, in dem festgelegt ist, dass sich der Markt Prien um sie kümmert.

Gerade auch die Bernauer Straße hat als Hauptader für den Durchgangsverkehr in diesem Winter einmal mehr unter der Last der vielen Fahrzeuge gelitten. Nicht nur Löcher und Risse finden sich in ihrem Verlauf vielfach, auch tiefe Mulden, in denen sich bei Regen das Wasser sammelt.

Für heuer steht die Kampenwandstraße ganz oben auf der Prioritätenliste der Gemeinde. Sie soll voraussichtlich generalsaniert werden, sagte Seifert in der Sitzung. Bei manchen anderen Straßen wäre dies wünschenswert, denn je länger sich die Kommune mit Flickwerk begnügen muss, desto teurer wird eine Reparatur von Grund auf.

Für das Frühjahr kündigte der Bürgermeister in der Sitzung an, eine Gesamt-Bestandsaufnahme aller Schäden zu machen, um daraus einen "Masterplan" für die kommenden Jahre zu entwickeln.

db/Chiemgau-Zeitung

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