Immobilien wechseln den Besitzer

Das Hallenbad des Hotels "Charivari" war am meisten heruntergekommen. Deshalb hat es der Landkreis als ersten Teil des Komplexes abgerissen, den er vom Markt Prien gekauft hatte - inklusive des benachbarten Parkplatzes.

Prien - Im Sommer 2010 wechseln zwei markante Immobilien den Besitzer. Die Marktgemeinde verkauft das frühere Goethe-Institut (GI) und das ehemalige Hotel "Wagner" an den Landkreis.

Der Landkreis baut das GI zum Förderzentrum um und lagert dieses aus der Franziska-Hager-Schule aus. Die wiederum muss deshalb nicht erweitert werden. Und mit dem Kauf des leerstehenden Hotels erwirbt der Landkreis auch die Option zum Neubau einer Turnhalle für das Gymnasium. In der vierten Folge des Jahresrückblicks erinnern wir aber auch an andere Ereignisse des Sommers.

Juli

PTG-Chef sagt ade: Der Bürgermeister ist geschockt, der Marktgemeinderat fassungslos. Ferdinand Reb, Geschäftsführer der Priener Tourismus GmbH, kündigt überraschend seinen Abschied zum Jahresende an. Aus familiären Gründen will er in seine fränkische Heimat zurückkehren.

Auf Stelzen fließen monatelang bis zu 160 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus der Baugrube der VR Bank quer durch das Zentrum in die Prien.

Bevor die Öffentlichkeit davon erfährt, macht Reb die Fußballfans nass. Beim "Public Viewing" sorgt er mit einem Schlauch bei brütender Hitze für Abkühlung unter den 1000 Fans. Der 4:0-Triumph der deutschen Fußball-Nationalelf im WM-Viertelfinale gegen Argentinien sorgt dafür, dass die Stimmung beim großen Straßenfest "Swinging Prien" noch besser wird.

Wasser fließt auf Stelzen durch den Ort: Weil der Grundwasserspiegel ungewöhnlich hoch ist, kann in der Baugrube der VR Bank nicht tief genug gegraben werden für die zweigeschossige Tiefgarage. Die Bank lässt von einer Spezialfirma ein gut 400 Meter langes Leitungssystem auf Stelzen quer durch das Zentrum bis in die Prien bauen und pumpt dann ab Anfang August bis zu 160 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus ihrer Grube.

SCPC stellt Weichen auf Hallen-Neubau: Nach monatelangen Diskussionen stellt der Segelclub Prien Chiemsee (SCPC) die Weichen für den Neubau einer Bootshalle in der Stippelwerft, in der auch sein Clubheim untergebracht werden soll. In einer außerordentlichen Versammlung votieren die Mitglieder für eine Eigenbeteiligung und kommen damit einer Forderung der Gemeinde nach. 200000 der veranschlagten 800000 Euro will der Verein selbst aufbringen. Die Gemeinde hatte die alte Halle im Herbst 2009 abgerissen, weil sie als einsturzgefährdet galt. Seitdem muss der SCPC mit einem Zelt vorlieb nehmen.

Die Besten bleiben im Dunkeln: Die Franziska-Hager-Hauptschule verabschiedet ihre Absolventen - mit einer Feier für die Annalen. Es ist nicht nur die letzte vor der Ernennung zur Mittelschule. Just als Rektor Hans-Joachim Reuter die Jahrgangsbesten ehren will, wird es auf einen Schlag dunkel in der Turnhalle - und bleibt es auch.

Ein Blitz hat im Umspannwerk in Pinswang eingeschlagen, in Prien und Umgebung fällt der Strom aus. Die Schüler bekommen ihre Zeugnisse bei Kerzenschein, die Feuerwehr sorgt später beim Buffet dafür, dass den Gästen wieder ein Licht aufgeht.

Glücklich - mit Blasen an den Füßen: Sie haben in zehn Tagen 200 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. 22 Mädchen und Buben der fünften und sechsten Klasse des Förderzentrums Prien kehren erschöpft, aber stolz und glücklich zurück. Sie waren von der Wallfahrtskirche in Urschalling bis zur Wieskirche gepilgert.

August

Landkreis und Gemeinde machen Geschäfte - Gewinner sind die Schüler: Der Landkreis Rosenheim kauft das ehemalige Goethe-Institut (GI), das seit der Schließung der Europäischen Logistik Akademie Chiemsee (EULAC) leer stand.

Bis zu 1000 Fans bejubeln beim "Public Viewing" im Biergarten des "Bayerischen Hofs" die Siege der deutschen Elf bei der Fußball-WM.

Das Förderzentrum wird zum neuen Schuljahr dort einziehen. Durch das Geschäft wird die Gemeinde Prien die Restschulden vom Bau des GI los und kommt zudem drum herum, aus Platzgründen die Franziska-Hager-Schule mit Millionenaufwand ausbauen zu müssen.

Landrat Neiderhell und Bürgermeister Seifert unterschreiben noch einen Kaufvertrag. Der Landkreis erwirbt das ehemalige Hotel "Charivari" samt benachbartem Parkplatz. Auf dem Areal soll einmal eine neue Turnhalle für das Ludwig-Thoma-Gymnasium entstehen.

Barfuß auf Kies und Kork: Die Gemeinde rüstet sich für die Feier zum 50. Jahrestag der Ernennung zum ersten und bis heute einzigen Kneippkurort in Oberbayern. Im Eichental, direkt neben dem ältesten Kneippbecken im Ort, entsteht ein Barfußweg.

Die neun Felder, gefüllt mit unterschiedlichen Materialien von Sand über Kies bis Kork, ergeben ein überdimensionales "P". Es steht für Prien.

Chiemgau-Zeitung

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