Investor plant Geschäfte

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Bernau - Hinter den Kulissen kommt Bewegung ins Spiel: Nach langem Suchen hat Aldi jetzt einen Investor gefunden, der dem Lebensmittelkonzern den alten Markt in Bernau abkaufen will.

Nach Angaben von Bürgermeister Klaus Daiber möchte dieser Interessent das rund 6600 Quadratmeter große Grundstück samt Gebäude kaufen, einen Anbau errichten und dann mehrere Einzelhandelsgeschäfte schaffen.

Die Kommune steht offensichtlich hinter dem Vorhaben. Mit einer Gegenstimme hat der Gemeinderat beschlossen, einen Bebauungsplan für das Aldi-Grundstück mit dem alten, seit geraumer Zeit leerstehenden Markt aufzustellen. Ursula Zeitlmann (Bündnis 90/Die Grünen) begründete ihre Ablehnung nicht.

Aldi hat vor über drei Jahren einen neuen Markt an der Chiemseestraße gebaut. Der Konzern zog mit Sack und Pack in Bernau um - der alte Markt an der Hochfellnstraße ist seitdem verwaist. Nur vorübergehend war in den vergangenen Jahren wieder kurzzeitig Leben eingekehrt. Im Sommer 2007 trat Schimmel im Kinderhaus "Unterm Regenbogen" auf. Die Gemeinde suchte eine Notunterkunft für den katholischen Kindergarten St. Laurentius - Aldi sprang in die Bresche und gewährte dem Kindergarten in dem alten Markt eine kostenlose Unterkunft.

Der Konzern suchte lange nach einem Käufer. Vorübergehend war auch der Konkurrent Tengelmann im Gespräch. Jetzt scheint er einen anderen Interessenten an der Hand zu haben. Um das Projekt nicht zu gefährden, will Bürgermeister Daiber, wie er auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung mitteilte, den Namen nicht nennen. So viel verriet er in der Angelegenheit, die der Gemeinderat bislang nichtöffentlich beraten hatte, dann aber doch: Laut dem Rathauschef will der Investor das Grundstück und das Gebäude kaufen und dann weiter gewerblich nutzen. Er plane einen Anbau - eine Erweiterung, die die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich mache. Schließlich wolle er mehreren Geschäften den Weg ebnen. Ein Lebensmittelmarkt sei, wie Daiber ausdrücklich betonte, ausgeschlossen.

Wenn der Investor auf seinem Weg zum Ziel kommen will, muss er eine hohe Hürde nehmen. Nach Angaben von Daiber nimmt der Interessent in seinen Plänen insgesamt eine Verkaufsfläche von über 800 Quadratmetern und eine Geschossfläche von über 1200 Quadratmetern ins Visier - was in einem "Kleinzentrum" wie Bernau nicht zulässig sei. Der Anbau sei "sehr brisant".

Grundsätzlich sei das Vorhaben für Bernau "gut", betonte der Rathauschef. Der geplante Handel im alten Aldi-Markt "tangiert die bestehenden Geschäfte im Ort nicht".

Rubriklistenbild: © dpa

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