"Inzell hod wos"

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Zu den brillanten Darstellern beim Starkbierfest der Inzeller CSU gehörte das Gesangsquartett der "Vier Wunderknaben".

Inzell - "Klein-Nockherberg-Atmosphäre" herrschte wieder einmal beim Starkbierfest der Inzeller CSU im Cafe "Zwing". Das "Derbleck'n" übernahmen die Kabarettisten der örtlichen Bauernbühne.

Vom Fastenprediger über das "Rathaus-Theater", Gesangseinlagen der "Vier Wunderknaben" bis zu einer bodenständigen, bayerischen Musi war alles geboten, was zu einem zünftigen Starkbierfest gehört.

Bürgermeister Martin Hobmaier zapfte gekonnt das erste Fass Starkbier an, bevor es hieß: Bühne frei für das Programm unter dem Motto "Inzell hod wos".

Viele Themen und die dazugehörigen Hintergründe erklärten sich für manchen "Nicht-Insider" allerdings auch erst mit den weiteren Darbietungen. So zum Beispiel durch die furiosen Gesangseinlagen des in "Al-Capone-Look" auftretenden Gesangsquartetts Thomas Nickl, Stefan Kecht, Maxi Holzner und Christian Kastner, begleitet von Gerhard Eicher. Edi Holzner gab unter anderem eine Parodie auf die "Jennerwein Saga" zum Besten.

Einen nicht unerheblichen Anteil an der guten Stimmung hatten die "Wahnsinnig Normalen". Christina Egger, Mathias Kamml und Regina Jung verstanden es gut, die Starkbiergesellschaft zwischen den Darbietungen musikalisch zu unterhalten.

Die meisten "Schandtaten" spielten sich in Inzell selber ab. Bürgermeister Hobmaier musste sich beispielsweise vorhalten lassen, dass er bei der Abstimmung über den Rekordhaushalt mit "Verschuldungsbeschlussabwesenheit" glänzte und sich lieber mit dem Ruhpoldinger Bürgermeister Claus Pichler in Vancouver "herumtrieb". Der Fastenprediger vermutete gar, dass, wenn es schief geht, das Gemeindeoberhaupt sich mit dem Reim: "Ich war im Ausland zu dieser Zeit. Ich weiß von nichts, es tut mir leid" aus der Affäre ziehen wolle.

Da bringe es auch nichts, wenn die Gemeinderäte in St.-Martins-Manier auf 12,50 Euro Sitzungsgeld verzichteten. Vielleicht könnte man ja Sponsorengelder sichern, wenn man die neue Eishalle "Indoor-Speedskatin-Event- Arena in Association with Max Aicher, formerly known as Ludwig-Schwabl-Stadion" nennen würde, empfahl Pater Nixnutznix. Sein Fett bekam in dieser Sache auch der CSU-Vorsitzende Bernhard Jung weg, der die Abwesenheit Hobmaiers offenbar als "laut röhrender Platzhirsch" auszunutzen versuchte. Damit nicht genug: Zum "Fall Gromoll" hatten die Darsteller zusätzlich ätzende Kritik für den CSU-Ortsvorsitzenden parat. "Offensichtlich werden unliebsame Poliker nicht nur in der Bundespolitik, sondern auch in Inzell einfach entsorgt."

Zweiter Bürgermeister Hans Egger musste sich hingegen "nur" vorhalten lassen, dass in diesem harten Winter nicht genügend Salz bestellt worden war. "Da Bauhof kann ja a ned wiss'n, dass bei uns an Schnee gibt und dass eisig werdn ko!" - so ein Kommentar hierzu.

re/Chiemgau-Zeitung

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